Demenz-Prävention: Hälfte aller Neuerkrankungen wäre vermeidbar
Veröffentlicht am: 06.07.2026 um 17:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Besonders betroffen: Bayern mit einem erwarteten Anstieg von 200.000 auf über 340.000 Betroffene. Das zeigt eine Studie der Universitäten Trier, Rostock und Köln in Zusammenarbeit mit der AOK.
Im Kreis Herzogtum Lauenburg rechnen Forscher mit einem Anstieg von 3.100 (2026) auf 5.800 Fälle (2060). Parallel verschlechtert sich das Verhältnis von Erkrankten zu Erwerbsfähigen von 1:38 auf 1:19. Die gute Nachricht: Experten zufolge wäre etwa die Hälfte der Neuerkrankungen durch gezielte Prävention vermeidbar. Hauptrisikofaktoren sind Bluthochdruck, Diabetes, soziale Isolation und Bewegungsmangel.
Kommunen machen sich fit für die Zukunft
Zahlreiche Städte reagieren bereits. Zirndorf hat Ende Juni Demenzboxen für die Stadtbücherei angeschafft. Spiele, Puzzles und Massagebälle fördern kognitive und sensorische Fähigkeiten. Die Stadt will bis Jahresende als demenzfreundliche Kommune ausgezeichnet werden.
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Neu-Ulm startet im Juli ein langfristiges Projekt mit Informationsveranstaltungen und kulturellen Beiträgen. Ziel: Berührungsängste abbauen und Wissen vermitteln. In Wiesbaden eröffnete am 2. Juli ein drittes Quartiershaus im Stadtteil Klarenthal Nord. Es bündelt Beratung, Pflege und nachbarschaftliche Hilfe – und ermöglicht so ein selbstständiges Leben im Alter.
Musik als Therapie: Forscher testen neue Wege
Neben sozialen Initiativen rücken spezialisierte Betreuungskonzepte in den Fokus. Gesundheitsdienstleister wie Senevita setzen verstärkt auf Aktivierung und Biografie-Arbeit. Die Universität Jena erforscht einen besonderen Ansatz: individualisierte Musik für Demenzkranke.
Auf einer Fachtagung am 24. Juni in Weimar präsentierten die Forscher Ergebnisse einer speziell entwickelten Musik-App. Sie dient als nicht-medikamentöse Unterstützung im Pflegealltag. Musik schafft emotionale Zugänge und steigert die Lebensqualität der Betroffenen.
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Angehörige nicht vergessen
Die Unterstützung pflegender Angehöriger bleibt ein zentraler Pfeiler. Im Landkreis Augsburg sind für Juli und August zahlreiche Gesprächskreise geplant – in Diedorf, Gersthofen und Königsbrunn sowie online. Ab September kommt ein weiterer Kreis in Schwabmünchen dazu.
Die Lokale Allianz für Menschen mit Demenz im Burgenlandkreis bietet monatliche Erinnerungscafés an – auch für trauernde Angehörige. In Brinkum und Syke gibt es seit 25 Jahren Gruppen, die Bewegung und Gedächtnistraining kombinieren.
Die Kombination aus Prävention, wissenschaftlich fundierten Therapien und kommunaler Vernetzung bildet die Grundlage für die Bewältigung der kommenden Herausforderungen. Bis 2060 müssen wir die Versorgung massiv ausbauen – und das am besten schon heute.
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