Demenz-Prävention, Gürtelrose-Impfstoff

Demenz-Prävention: Gürtelrose-Impfstoff senkt Risiko um 24%

21.06.2026 - 04:50:45 | boerse-global.de

Studien belegen: Gürtelrose-Impfung und Diabetes-Wirkstoffe senken Demenzrisiko deutlich. Neuer Bluttest ermöglicht frühere Alzheimer-Diagnose.

Demenz-Prävention: Impfstoff und Diabetes-Medikamente zeigen Wirkung
Demenz-Prävention - Nahaufnahme der Hände eines Wissenschaftlers, der in einem Labor eine Impfstoffflasche und Spritze handhabt. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich zwei aktuelle Studien zeigen: Bestehende Medikamente haben überraschend positive Effekte auf die Gehirngesundheit. Die Forschungsergebnisse sind vielversprechend – aber noch nicht endgültig.

Shingrix senkt Demenzrisiko um 24 Prozent

Eine im Juni 2026 im Fachjournal „Annals of Internal Medicine“ veröffentlichte Studie der Brown University liefert starke Hinweise: Der Gürtelrose-Impfstoff Shingrix kann das Demenzrisiko deutlich senken. Die Beobachtungsstudie wertete Daten von über 500.000 Menschen ab 66 Jahren aus.

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Das Ergebnis: Geimpfte erkrankten mit 18,8 Prozent seltener an Demenz als Ungeimpfte mit 24,6 Prozent. Das entspricht einer relativen Risikoreduktion von 24 Prozent. Der schützende Effekt trat etwa ein Jahr nach der Impfung ein. Interessant: Frauen profitierten stärker als Männer.

Die Autoren warnen jedoch: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Einen direkten Beweis für die schützende Wirkung liefert sie nicht. Der Hersteller GlaxoSmithKline finanzierte die Untersuchung mit.

Diabetes-Medikamente als Alzheimer-Bremse

Auch Wirkstoffe aus der Diabetes-Therapie zeigen überraschendes Potenzial. Eine Langzeitstudie der National Institutes of Health (NIH) im Fachjournal „JAMA“ untersuchte Daten von 2014 bis 2023.

Die Ergebnisse sind beeindruckend: SGLT2-Inhibitoren senkten das Alzheimer-Risiko bei Diabetikern um 43 Prozent. Bei GLP-1-Agonisten betrug die Reduktion immerhin 33 Prozent. Eine frühzeitige Behandlung von Prädiabetes reduzierte zudem die kardiovaskuläre Sterblichkeit um 58 Prozent. In der Schweiz wurde kürzlich eine Fixkombination aus Empagliflozin und Metformin für Patienten ab zehn Jahren zugelassen.

Bluttest erkennt Alzheimer früher

Präventive Maßnahmen nützen nur, wenn die Krankheit früh erkannt wird. Hier gibt es Neuigkeiten: Ein neuer Bluttest zur Erkennung der Alzheimer-Pathologie erhielt Mitte Mai 2026 die CE-Kennzeichnung. Das in Zusammenarbeit mit Eli Lilly entwickelte Verfahren weist das phosphorylierte Tau-Protein 217 (pTau217) nach.

Der große Vorteil: Der Test ist minimalinvasiv. Bisher waren aufwändige Liquor-Untersuchungen oder teure PET-Scans nötig. Der Bluttest könnte die Diagnose deutlich vereinfachen und beschleunigen.

Zellforschung liefert neue Erklärungen

Neben der Diagnostik machen Forscher auch Fortschritte beim Verständnis der Krankheitsentstehung:

  • Zellalterung als Risikofaktor: Forscher der Universität Málaga identifizierten im Juni 2026 gealterte Astrozyten als mögliche Treiber der Erkrankung. Eine extreme Alterung dieser Gehirnzellen könne das Alzheimer-Risiko verdreifachen, so eine Analyse in „Nature Medicine“.
  • Enzym stoppt Proteinbildung: Wissenschaftler der University of New Mexico fanden heraus, dass das Enzym OTULIN die Bildung des Tau-Proteins reguliert. Wird es deaktiviert, stoppt die Proteinbildung – bestehende Ablagerungen bauen sich ab.
  • Kupfer hilft beim Abtransport: Eine Untersuchung der Monash University zeigte: Eine spezifische Kupferverbindung verbesserte den Abtransport von Amyloid-beta im Tiermodell um 42 Prozent.

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Kochen senkt Risiko – und andere Alltagstipps

Nicht nur Medikamente, auch der Lebensstil spielt eine entscheidende Rolle. Eine japanische Studie mit rund 11.000 Senioren ergab: Regelmäßiges Kochen – mindestens einmal pro Woche – senkt das Demenzrisiko bei Männern um 23 Prozent, bei Frauen um 27 Prozent.

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) schätzt: Rund 36 Prozent aller Demenzfälle wären durch beeinflussbare Risikofaktoren vermeidbar. Experten betonen zudem die Bedeutung der Mundgesundheit und warnen vor zu niedrigem Blutdruck im Alter.

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