Demenz-Prävention: Bis zu 45% aller Fälle lassen sich vermeiden
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 01:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die gute Nachricht: Bis zu 45 Prozent aller Fälle ließen sich durch gezielte Prävention verhindern oder verzögern. Das zeigen aktuelle Studien aus dem Sommer 2026.
Bewegung und Kultur schützen das Gehirn
Die LatAm-FINGERS-Studie sorgte Mitte Juli für Aufsehen. Über zwei Jahre begleiteten Wissenschaftler 1.065 Personen zwischen 60 und 77 Jahren mit erhöhtem Demenzrisiko. Die Interventionsgruppe kombinierte körperliche Übungen wie Schwimmen oder Gewichtetraining mit kognitiven Herausforderungen und sozialen Aktivitäten.
Besonders effektiv: die Verbindung von Bewegung und Kultur durch Tanzkurse oder gemeinsames Kochen. Das Ergebnis, veröffentlicht im Fachblatt The Lancet: Die globale kognitive Fitness verbesserte sich um 55 Prozent stärker als in der Kontrollgruppe. Die Forscher betonen: Der geistige Abbau wurde nicht nur gebremst – die Leistungsfähigkeit stieg aktiv.
Was die WHO empfiehlt
Die Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte Mitte Juli 2026 aktualisierte Leitlinien. Neben regelmäßiger Bewegung und sozialer Interaktion nennt sie eine gesunde Ernährung als Schutzfaktor. Konkrete Maßnahmen:
- Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht
- Einsatz von Hörgeräten bei Hörverlust
- Reduzierung der Luftverschmutzung
Von Vitaminsupplementen ohne medizinische Indikation rät die WHO mangels Belegen ab.
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Die MIND-Diät senkt das Alzheimer-Risiko
Eine 15-jährige Langzeitstudie der Universität Ljubljana mit rund 1.800 Teilnehmern über 60 untermauert die Bedeutung der Ernährung. Wer die MIND-Diät strikt einhält – eine Kombination aus mediterraner Kost und hirngesunden Lebensmitteln – senkt sein Alzheimer-Risiko um bis zu 35 Prozent. Eine antientzündliche Ernährung reduziert das Risiko um 21 bis 29 Prozent.
Forscher der Semmelweis Universität fanden zudem heraus: Polyphenole aus Beeren, Kakao oder Kurkuma unterstützen die Hirnalterung. Die antioxidativen und antientzündlichen Wirkungen hängen jedoch stark vom individuellen Darm-Mikrobiom ab.
Bluttest erkennt Alzheimer frühzeitig
Seit Juli 2026 ist in der EU ein neuer Bluttest auf das Protein pTau217 verfügbar. Mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent und Kosten zwischen 100 und 150 Euro ermöglicht er eine frühzeitige Risikoeinschätzung.
Auch Diabetes-Medikamente zeigen überraschende Wirkung. Eine Studie im JAMA Network Open mit über 112.000 Teilnehmern ergab: SGLT2-Inhibitoren senkten das Alzheimer-Risiko um bis zu 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um bis zu 33 Prozent. Die Alzheimer’s Association startete daraufhin im Juli 2026 das 100-Millionen-Dollar-Projekt PROTECT-Cog. Es testet die Kombination aus Lebensstilprogramm und GLP-1-Medikamenten.
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Hirnforschung zum Anfassen
Das öffentliche Interesse wächst. Mitte Juli startete in Köln die Veranstaltungsreihe „Noten und Neuronen“, die Hirnforschung mit Musik verbindet. 2.000 Besucher erlebten Live-Experimente und mobile Hirnscanner. Die Tournee führt bis Dezember 2026 durch Berlin, Bonn, Dortmund und München.
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