Demenz-Prävention: 45% aller Fälle durch Lebensstil vermeidbar
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 00:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die WHO hat ihre Leitlinien zur Prävention Mitte Juli 2026 aktualisiert. Weltweit sind rund 57 Millionen Menschen betroffen, die jährlichen Kosten belaufen sich auf etwa 1134 Milliarden Euro.
Neue Schwerpunkte in der Prävention
Neben den bekannten Empfehlungen wie Bewegung, Rauchverzicht und ausgewogener Ernährung setzen die Fachleute nun verstärkt auf soziale Aktivitäten und geistige Stimulation. Lesen oder Spiele trainieren das Gehirn. Auch die Versorgung von Hörverlust durch Hörgeräte wird als wichtige Maßnahme genannt. Überraschend: Die WHO rät von unkontrollierter Einnahme von Vitaminpräparaten ab – sie sollten nur bei nachgewiesenem Mangel eingenommen werden.
Minimaltraining mit maximaler Wirkung
Muss es immer das volle Programm sein? Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) zeigt: Bereits 40 bis 60 Minuten Krafttraining pro Woche reichen aus, um die WHO-Vorgaben zu erfüllen. Die Empfehlung lautet: alle großen Muskelgruppen an mindestens zwei Tagen trainieren. Aktuell setzen das nur 10 bis 30 Prozent der Erwachsenen um.
Die University of Pittsburgh untersuchte in einer randomisierten Studie den Effekt von Ausdauersport auf Stress. 130 Teilnehmer zwischen 26 und 58 Jahren trainierten 150 Minuten pro Woche über zwölf Monate. Ergebnis: Der Cortisolspiegel im Haar sank signifikant. In der Kontrollgruppe stieg er leicht an.
Eine groß angelegte Analyse des British Journal of Sports Medicine mit 147.000 Personen untermauert die Befunde: Die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining senkte das Sterberisiko durch neurologische Erkrankungen um 27 Prozent.
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Das Gehirn profitiert mit
Die Neurowissenschaftlerin Barbara Studer betont: Neugier hält das Gehirn jung. Wer Alltagsaufgaben mit einer neugierigen Grundhaltung angeht, aktiviert mehr Hirnbereiche und lernt nachhaltiger.
Eine Beobachtungsstudie des Albert Einstein College zeigt einen weiteren spannenden Zusammenhang: Über 80-Jährige, die besonders schnell gehen, haben ein um 50 Prozent geringeres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen. Dr. Joe Verghese erklärt: Der Hippocampus bleibt bei diesen Personen besser erhalten.
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Schokolade vor dem Training?
Ein ungewöhnlicher Effekt: Die Universität Malaya dokumentierte in der Fachzeitschrift „Frontiers in Physiology“, dass bereits das Riechen an dunkler Schokolade (90 Prozent Kakao) vor dem Training die Wiederholungszahl bei Kraftübungen steigern kann. Die Forscher führen das auf eine psychobiologische Dämpfung des Appetits und eine veränderte Motivationslage zurück.
Supplemente mit Vorsicht genießen
Kreatin gilt als wirksam für kurzzeitige, intensive Belastungen und Kraftaufbau. Für eine direkte Steigerung der Hirnleistung fehlen jedoch wissenschaftliche Belege. Der Körper produziert selbst etwa zwei Gramm pro Tag. Eine zusätzliche Zufuhr unterstützt lediglich die physische Leistungsfähigkeit bei entsprechendem Training.
Für die Vitalität im Alter empfehlen Experten weiterhin eine Ernährung reich an Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien. Vitamine wie D und B12 sind wichtig – aber nur nach gezielter Diagnostik, betont die WHO.
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