Demenz-Prävention, Schritte

Demenz-Prävention: 3.000 bis 5.000 Schritte täglich verzögern Verfall

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 19:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Britische Studie zeigt: Geringeres Demenzrisiko bei Schnarchern ist genetisch bedingt. Schlafapnoe erhöht dagegen das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen.

Demenzrisiko: Warum Schnarcher nicht vor Alzheimer geschützt sind
Eine schlafende Person in einem modern eingerichteten Schlafzimmer bei sanftem Mondlicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Schnarcher erkranken seltener an Demenz – doch das ist ein Trugschluss. Eine britische Langzeitstudie mit über 450.000 Teilnehmern zeigt: Der vermeintliche Schutzmechanismus ist genetisch bedingt.

Studie entlarvt statistische Anomalie

Forschende werteten Daten der UK Biobank von 451.250 Personen über durchschnittlich 13,6 Jahre aus. Das Ergebnis: Schnarcher hatten ein um acht Prozent geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken. Dieser Effekt verlor allerdings nach zehn Jahren an Signifikanz.

Die Ursache liegt in der Genetik. Eine Veranlagung für Alzheimer geht häufig mit einem niedrigeren Body-Mass-Index einher – und schlanke Menschen schnarchen seltener. Das Ausbleiben von Schnarchen ist also ein indirekter Indikator für ein bestimmtes Risikoprofil, kein Schutzfaktor.

Gefährliche Verwechslung: Schlafapnoe als Risiko

Mediziner warnen vor der Verwechslung mit der obstruktiven Schlafapnoe (OSA). Eine Studie der Monash University mit 2.795 kognitiv gesunden Australiern zeigt: Patienten mit Schlafapnoe haben schlechtere Gedächtnisleistungen und höhere Demenzrisiko-Scores.

Forschende der Universität Miami bestätigen: Schlafapnoe reduziert das Volumen des Hippocampus und schädigt kleine Blutgefäße im Gehirn. Zusätzlich fanden Wissenschaftler der Universität Umeå heraus, dass Vibrationsschäden durch Schnarchen die Mitochondrien in der Muskulatur der oberen Atemwege angreifen – das kann die Entstehung einer Schlafapnoe fördern.

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Neue Therapien gegen Schlafapnoe

Beim 18. Sleep and Breathing-Symposium in Regensburg diskutierten Mediziner Anfang August über Behandlungsansätze. Ein Professor des Universitätsklinikums Regensburg setzt auf GLP-1-Rezeptoragonisten gegen Schlafapnoe bei übergewichtigen Patienten. Da Übergewicht und Bluthochdruck zentrale Risikofaktoren sind, gilt Gewichtsreduktion als wichtigster Präventionsschritt.

Die Lancet-Kommission schätzt, dass bis zu 45 Prozent aller Demenzfälle durch die Beeinflussung von 14 Risikofaktoren vermeidbar wären. In Deutschland leben derzeit etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz – rund 450.000 Neudiagnosen kommen jährlich hinzu.

Lebensstil als Schlüssel zur Prävention

Auch Blutdruck spielt eine Rolle: Eine Meta-Analyse mit 28.000 Patienten zeigt, dass eine Senkung um 10/4 mmHg das Demenzrisiko um über zehn Prozent reduziert. Zielwerte liegen unter 140/90 mmHg, idealerweise unter 120/70 mmHg.

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Harvard-Langzeitstudien belegen zudem: Bereits 3.000 bis 5.000 Schritte täglich verzögern den kognitiven Verfall um etwa drei Jahre. Mediziner Dietrich Grönemeyer empfiehlt in aktuellen Publikationen konsequente Schlafhygiene und Tageslicht zur Stabilisierung des Biorhythmus.

Bluttests zur Messung des p-Tau217-Werts ermöglichen zwar eine Alzheimer-Vorhersage, doch die Alzheimer Forschung Initiative rät vom generellen Screening gesunder Personen ab – solange keine kurativen Therapien existieren. Die Forschung konzentriert sich weiterhin auf modifizierbare Risikofaktoren im mittleren Lebensalter.

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