Demenz, KI-System

Demenz: KI-System DementAI erkennt Alzheimer zwei Jahre früher

09.06.2026 - 22:07:15 | boerse-global.de

Studie zeigt frühe Risikofaktoren für Demenz. KI-System DementAI erkennt Alzheimer bis zu zwei Jahre früher. Kommunen setzen auf soziale Angebote.

KI und Gemeinschaft: Neue Strategien gegen Demenz in Deutschland
Demenz - Eine Gruppe älterer Menschen und Forscher diskutiert Gesundheitsdaten auf einem Tablet in einem modernen Workshop-Raum. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Weltweit sollen es bis 2030 bereits 78 Millionen Betroffene sein. Wissenschaftler und Kommunen setzen deshalb auf zwei Strategien: technologische Früherkennung und niederschwellige Hilfsangebote.

Früherkennung per KI: DementAI erkennt Alzheimer zwei Jahre früher

Die Weichen für gesundes Altern werden früh gestellt. Das zeigt eine Studie der Universität Leipzig im Rahmen der NAKO Gesundheitsstudie mit rund 150.000 Teilnehmenden zwischen 20 und 75 Jahren.

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Die Forscher untersuchten den LIBRA-Demenzrisiko-Index. Ergebnis: Schon bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 39 Jahren ist ein Zusammenhang zwischen dem Index und der geistigen Leistungsfähigkeit messbar. Bei Jüngeren erhöhen Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen das Risiko. Bei Älteren treten Bluthochdruck und Herzerkrankungen in den Vordergrund.

Parallel dazu gewinnen digitale Diagnose-Tools an Bedeutung. Das KI-System DementAI – ausgezeichnet bei einem internationalen Hackathon 2025 – analysiert Krankenakten, Gehirnscans und ärztliche Notizen. Ziel: Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung bis zu zwei Jahre früher erkennen als mit herkömmlichen Methoden.

Wenn die Kurse schon vorher ausgebucht sind

Der Bedarf an Unterstützung ist enorm. Das Evangelische Krankenhaus (EVK) in Bergisch Gladbach veranstaltet im Juni Informationswochen mit Fachvorträgen für Angehörige, einer Musterwohnung der AOK und einem Tanznachmittag. Die Kurse für Angehörige waren bereits im Vorfeld komplett ausgebucht.

Auch die Caritas-Sozialstation Emsdetten bietet strukturierte Schulungen an. Die mehrwöchigen Kurse fanden bereits Anfang des Jahres statt. In der Schweiz entwickelt die Universität Genf mit dem Projekt ADVANCE spezielle Kurse zur Stressbewältigung und geistigen Aktivierung für Menschen ab 65 Jahren. Ende Juni startet eine neue Kursreihe in Zürich.

Gegen Einsamkeit: Plauderspaziergänge und Erzählcafés

Viele Kommunen organisieren im Juni Aktionswochen gegen Einsamkeit. In Speyer und Sonneberg stehen Plauderspaziergänge, interkulturelle Begegnungstage und Erzählcafés auf dem Programm. Gemeinsame Wanderungen und Bastelaktionen sollen soziale Kontakte fördern.

Doch soziale Teilhabe allein reicht nicht. Auch die Sicherheit im digitalen Raum rückt in den Fokus. Die Polizei bietet in Zusammenarbeit mit Seniorentreffs – etwa in Mannheim – gezielte Präventionsveranstaltungen an. Im Juli geht es um sichere Internetnutzung, im September um Sicherungstechnik und Einbruchsschutz. Bei Digitaltagen Ende Juni in Speyer stehen digitale Vorsorge und der digitale Nachlass auf der Agenda.

„Das beste Alter ist jetzt!“

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Den fachlichen Diskurs bereichern spezifische Fachtage. Die Hochschule Furtwangen veranstaltet im Juni in Bad Dürrheim eine Tagung unter dem Titel „Das beste Alter ist jetzt!“ – im Rahmen des Forschungsprojekts KImAge. Solche Foren dienen dem Austausch über moderne Konzepte der Lebensgestaltung im Alter.

Parallel dazu stellen Informationsveranstaltungen in Berlin-Steglitz praktische Fragen zu Wohnen, Pflege und Gesundheit in den Mittelpunkt.

Die Bandbreite der Ansätze – von hochtechnologischer KI-Analyse bis zur kommunalen Quartiersarbeit – zeigt: Die alternde Gesellschaft braucht eine multidisziplinäre Strategie. Technik und menschliche Nähe schließen sich dabei nicht aus – sie ergänzen sich.

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