Demenz, Steiermark

Demenz in der Steiermark: 21.000 Betroffene, 35.000 bis 2050

03.06.2026 - 12:02:16 | boerse-global.de

Steigende Demenzzahlen und Pflegekosten bis 6.000 Euro monatlich fordern das System. Neue Betreuungsmodelle und Früherkennung sollen helfen.

Demenz in der Steiermark: 21.000 Betroffene, 35.000 bis 2050 - Bild: über boerse-global.de
Demenz in der Steiermark: 21.000 Betroffene, 35.000 bis 2050 - Bild: über boerse-global.de

Allein in der Steiermark leben aktuell rund 21.000 Betroffene. Bis 2050 könnten es über 35.000 sein. Das stellt das Gesundheitswesen vor massive Herausforderungen.

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Pflege kostet bis zu 6.000 Euro im Monat

Die finanzielle Belastung für Familien ist enorm. Ein vollstationärer Pflegeheimplatz kostet zwischen 5.500 und 6.000 Euro monatlich. Ambulante Pflegedienste schlagen mit 60 bis 70 Euro pro Stunde zu Buche – der Eigenanteil variiert stark.

Die 24-Stunden-Pflege kommt auf rund 3.500 Euro im Monat. Der Bund gibt jährlich 3,6 Milliarden Euro für Pflegegeld aus. Seit der Abschaffung des Pflegeregresses 2018 müssen Familien ihre Finanzen neu planen.

Therapiehund statt Tabletten

In Herringen eröffnete Anfang Juni eine Seniorenbetreuung mit besonderem Konzept: Ein ausgebildeter Therapiehund soll die emotionale Stabilität der Gäste fördern. Die Tagesbetreuung kostet 49 Euro pro Tag inklusive Verpflegung. Die Pflegekassen beteiligen sich anteilig.

Immer mehr Einrichtungen setzen auf Mischformen. Das Sozialzentrum Villa Martini in Mattersburg feierte im Juni 20-jähriges Bestehen – es kombiniert stationäre Pflege, Tagesbetreuung und betreutes Wohnen. Für den Herbst 2026 sind in Lörrach Senioren-Wohngemeinschaften geplant. Sie sollen günstiger sein als Heimplätze und Gemeinschaft bis zum Lebensende ermöglichen.

Bürokratie bremst den Ausbau

Trotz steigender Nachfrage kämpfen Betreiber mit Auflagen. In Brühl zeigte sich im Frühjahr 2026: Strenge Vorschriften gefährden den Fortbestand von Einrichtungen. Pro Gast sind 18 Quadratmeter Mindestfläche Pflicht, Flure müssen 50 Quadratmeter groß sein, Therapieräume sind vorgeschrieben. Die Immobiliensuche in Städten wird zum Hindernislauf.

Gleichzeitig investiert die Branche in Nachwuchs. In Niedersachsen öffnete im Juni ein Pflege-Campus mit Ausbildungsplätzen, Wohnungen für Azubis und Sportflächen. Solche Projekte sollen den Beruf attraktiver machen.

Früherkennung und Beratung als Schlüssel

In Graz setzt man auf Früherkennung: Wegweiser helfen Betroffenen und Familien, sich im Hilfesystem zurechtzufinden. Das Burgenland baut die wohnortnahe Beratung aus – 21 Berater in 28 Regionen führten 2025 über 12.000 Gespräche.

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Ein neues Modell: Anstellungsverhältnisse für pflegende Angehörige. Zum 1. Juni 2026 waren knapp 400 Personen so beschäftigt. Das stabilisiert die häusliche Pflege. Tage der offenen Tür in Pflegeheimen, etwa im Bezirk Ried Mitte Juni, sollen Hemmschwellen abbauen und Einblicke in den Alltag geben.

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