Demenz: Gürtelrose-Impfstoff senkt Risiko um 24 Prozent
19.06.2026 - 11:25:28 | boerse-global.de
Die Förderung der geistigen Fitness im Alter wird damit zur gesellschaftlichen Daueraufgabe.
Kommunen, Wohlfahrtsverbände und Forschungseinrichtungen haben ein breites Spektrum an Ansätzen entwickelt: Gedächtnistraining, körperliche Aktivität, medizinische Prävention. Die Kombination verschiedener Faktoren scheint besonders wirksam zu sein.
Bewegung und Köpfchen: Die perfekte Kombination
Anzeige: Die aktuelle Studie zeigt: Der Gürtelrose-Impfstoff Shingrix senkt das Demenzrisiko um 24 Prozent. Doch das ist nur ein Baustein. Unser kostenloser Report gibt Ihnen eine Checkliste mit allen wirksamen Präventionsmaßnahmen – von Impfungen über Gedächtnistraining bis zu sozialen Aktivitäten. Jetzt Report anfordern
Fachleute setzen zunehmend auf Aktivitäten, die Körper und Geist gleichzeitig fordern. Orientierungslauf etwa vereint Ausdauer mit komplexer Routenplanung unter Zeitdruck. Das EU-Projekt COMPASS digitalisiert diese Trendsportart nun gezielt.
Auch lokale Initiativen machen mit. In Dresden sind Ende Juni 2026 Angebote wie Bewegung nach Musik und Gedächtnistraining bei Spaziergängen geplant. Bochum bietet „Impulsspaziergänge“ mit mentalen Anreizen. Eine Wanderausstellung gastiert im Juli 2026 im oberösterreichischen Mondsee – mit Qigong, Yoga, Gedächtnisübungen und einem „DigiCafé“ zur digitalen Kompetenz.
Social Media schadet dem Gedächtnis
Die Wissenschaft liefert klare Warnsignale. Eine Studie der Camilo-José-Cela-Universität Madrid und der Universität Bergen untersuchte 943 Personen zwischen 18 und 35 Jahren. Ergebnis: Wer täglich mehr als fünf Stunden in sozialen Medien verbringt, berichtet deutlich häufiger von Gedächtnislücken als Nutzer mit unter einer Stunde.
Positiv sieht es bei der medizinischen Prävention aus. Eine im Fachmagazin „Annals of Internal Medicine“ veröffentlichte Studie zeigt: Der Gürtelrose-Impfstoff Shingrix senkt das Demenzrisiko um 24 Prozent. Der Effekt tritt etwa ein Jahr nach der Impfung ein – besonders stark bei Frauen. Die Untersuchung basiert auf Daten von über 500.000 Personen aus den Jahren 2017 bis 2022 und wurde vom Hersteller GlaxoSmithKline finanziert.
Einsamkeit als Risikofaktor
Einsamkeit gilt in der Altersforschung als Treiber für kognitiven Abbau. Programme wie „Gemeinsam aktiv im Leben“ in Langenfeld oder die „Aktionswoche gegen Einsamkeit“ in Schwerte setzen auf niederschwellige soziale Angebote. In „Köpfchen Klubs“ oder Erzählcafés wird der Geist durch Austausch angeregt.
In Rostock zeigt die Singegruppe „Vergissmeinnicht“, wie Musik wirkt. Menschen mit und ohne Alzheimer-Diagnose singen gemeinsam – ein geschützter Raum für soziale Teilhabe. Experten beobachten, dass Musik emotionale Areale im Gehirn anspricht, die lange von degenerativen Prozessen verschont bleiben.
Anzeige: Einsamkeit gilt als Treiber für kognitiven Abbau. Gleichzeitig zeigt die Forschung: Soziale Aktivitäten und gezieltes Gedächtnistraining können das Risiko senken. Unser Report fasst die besten Übungen und Kontaktmöglichkeiten für Senioren zusammen – inklusive der neuen Erkenntnisse zur Gürtelrose-Impfung. Präventions-Report jetzt sichern
Bildertest hilft Pflegekräften
Auch in der direkten Arbeit mit Erkrankten entstehen neue Werkzeuge. Dr. Doris Maria Wartmann entwickelte an der PH Karlsruhe einen standardisierten Bildertest. Er soll Pflegekräfte und Angehörige unterstützen, Demenzkranke zum autobiografischen Erzählen anzuregen. In ersten Testreihen mit 20 Probanden zeigte die Methode positive Effekte auf die Kommunikation und reduzierte Stress bei den Betreuungspersonen.
Die Relevanz des Themas zeigt sich in großflächigen Kampagnen. Der Kreis Steinfurt und der Landkreis Limburg-Weilburg planen für September 2026 umfangreiche Demenzwochen. Unter dem Motto „Demenz: dabei und mittendrin“ erwarten die Besucher Fachvorträge, Demenzparcours und Workshops – zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und mit praktischen Hilfsmitteln für den Alltag.
