Demenz-Früherkennung, Risikosignale

Demenz-Früherkennung: 40% der über 60-Jährigen zeigen Risikosignale

29.05.2026 - 03:30:07 | boerse-global.de

Studie entdeckt HPAM-Zellen im Gehirn von Alzheimer-Patienten. Versorgungsforschung zeigt zudem Defizite bei Opioidtherapien auf.

Demenz-Früherkennung: 40% der über 60-Jährigen zeigen Risikosignale - Foto: über boerse-global.de
Demenz-Früherkennung: 40% der über 60-Jährigen zeigen Risikosignale - Foto: über boerse-global.de

000 Menschen in Deutschland die Diagnose Alzheimer oder eine andere Demenz. Insgesamt leben hierzulande etwa 1,8 Millionen Betroffene. Ende Mai 2026 rücken sowohl neue wissenschaftliche Erkenntnisse als auch die Qualität der medizinischen Versorgung in den Fokus.

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Versorgungsforschung deckt Lücken auf

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat am 27. Mai neue Projektergebnisse vorgelegt. Das Projekt „Op-US“ wertete Daten von rund 113.000 DAK-Versicherten aus. Zusätzlich befragten die Forscher 661 Patienten und 422 Leistungserbringer. Ergebnis: Bei etwa 25 Prozent der Patienten mit Langzeit-Opioidtherapie fehlte eine leitliniengerechte Diagnose. Daraus leiteten die Experten 28 Maßnahmen ab und leiteten sie an die Deutsche Schmerzgesellschaft weiter.

Das Projekt „PopGroup“ entwickelte einen Klassifikator namens „PopGrouper“. Basis waren Daten von 8,8 Millionen Barmer-Versicherten. Das System soll regionale Versorgungsbedarfe ermitteln. Für Kniegelenkersatz zeigte das Projekt „Value-basedTKR“: Eine digitale Entscheidungshilfe verbessert die Qualität der Therapieentscheidungen.

Neue Immunzellen im Gehirn entdeckt

Ein Forschungsteam der Oregon Health and Science University um Paula Sanchez-Molina veröffentlichte im Mai in Nature Neuroscience eine Entdeckung: Alzheimer-Patienten besitzen eine neue Immunzellgruppe im Gehirn. Die sogenannten HPAM-Zellen (human plaque-associated microglia) sammeln sich an Amyloid-beta-Plaques an. Mit der Methode CODEX-CNS untersuchten die Forscher, wie diese Zellen Plaque beseitigen. Ob sich die Erkenntnisse therapeutisch nutzen lassen, ist noch offen.

Die Universität Leipzig veröffentlichte am 28. Mai eine Studie mit rund 19.000 Teilnehmern über 60 Jahren. Rund 40 Prozent erfüllten Kriterien für subjektive Gedächtnisveränderungen mit erhöhtem Alzheimer-Risiko (SCD Plus). Die Forscher sehen einen starken Zusammenhang mit Depressionen, Bluthochdruck, Diabetes und Herzkrankheiten.

Omega-3: Vorsicht bei Nahrungsergänzung?

Chinesische Forscher berichteten im Mai im Journal of Prevention of Alzheimer’s Disease über eine Studie mit 800 Personen zwischen 55 und 90 Jahren. Die Daten deuten darauf hin: Fünf Jahre Omega-3-Einnahme könnte mit einem beschleunigten Rückgang des Glukose-Stoffwechsels im Gehirn und kognitiven Einbußen verbunden sein. Die Forscher betonen jedoch: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, ein Kausalzusammenhang ist nicht belegt.

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KI-Pflaster erkennt Belastung mit 97 Prozent

Forscher der Northwestern University entwickelten ein Hautpflaster, das Vitaldaten wie Herzfrequenz und Schweißzusammensetzung erfasst. Die KI-gestützte Auswertung erreicht Sensitivitäten von bis zu 97 Prozent bei der Belastungserkennung. Die Lancet-Kommission wies zudem darauf hin: Durch Adressierung von 14 beeinflussbaren Risikofaktoren ließe sich potenziell jede zweite Demenzerkrankung vermeiden.

Jüngere Betroffene brauchen spezielle Hilfe

Rund 100.000 Menschen unter 65 Jahren leben in Deutschland mit einer Demenzdiagnose. Die Hans-und-Ilse-Breuer-Stiftung veröffentlichte am 28. Mai einen Ratgeber für diese Gruppe. Das Projekt „MyCareNet“ – seit April 2021 aktiv und nun von der Stiftung getragen – unterstützt speziell jüngere Betroffene.

Politischer Streit um Sparpläne

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach kündigte Änderungsanträge an. Sie will Budgeteinschnitte bei Ärzten verhindern, die nach ihrer Ansicht die Präventionsarbeit gefährden. Hintergrund: Bundesministerin Nina Warken plant für 2025 Einsparungen von 16,3 Milliarden Euro. Die geplante Pflegereform sieht eine Beitragserhöhung um 0,5 Prozentpunkte vor. Für die zweite Jahreshälfte 2026 werden Ergebnisse der STAREE-Studie erwartet. Sie soll klären, ob Statine das Demenzrisiko beeinflussen.

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