Demenz, Achte

Demenz: Bei 80-Jährigen erkrankt bereits jeder Achte an Alzheimer

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 10:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Bayern könnte die Zahl der Demenzkranken bis 2040 auf rund 380.000 steigen. Hilfsangebote und neue Therapieansätze sollen Angehörige entlasten.

Demenz in Bayern: Zahl der Betroffenen steigt bis 2040 deutlich
Ein leerer Sessel in einem sonnendurchfluteten Wohnzimmer mit Blick auf eine bayerische Landschaft. Illustration mit AI erstellt.

Der demografische Wandel stellt das Gesundheitssystem vor wachsende Herausforderungen, insbesondere bei neurodegenerativen Erkrankungen. In Bayern leben nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention derzeit rund 270.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung, bezogen auf den Erfassungsstand des Vorjahres.

Bis zum Jahr 2030 wird ein Anstieg auf rund 300.000 Betroffene prognostiziert, bis 2040 könnte die Zahl auf rund 380.000 Demenzkranke anwachsen. Gesundheitsministerin Gerlach (CSU) warnte angesichts dieser Entwicklung vor den weitreichenden Folgen für die Gesellschaft und die Versorgungsstrukturen.

Bundesweite Dimension und Altersverteilung

Die bayerischen Prognosen spiegeln einen bundesweiten Trend wider. Nach Erhebungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland aktuell rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Die Zahl der Erkrankten wächst jährlich um bis zu 40.000 Personen an. Obwohl die Krankheit vorrangig ältere Bevölkerungsgruppen betrifft, sind bundesweit mehr als 100.000 Betroffene jünger als 65 Jahre.

Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung steigt mit zunehmendem Lebensalter signifikant: Nach Angaben der Organisation ist unter den 60-Jährigen etwa jeder Hundertste betroffen. Bei den 80-Jährigen leidet bereits jeder Achte an Demenz, während bei den über 90-Jährigen mehr als jeder Dritte erkrankt ist.

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Häusliche Pflege und Unterstützungsangebote

Ein zentraler Pfeiler der Versorgung bleibt das familiäre Umfeld. Wie Erhebungen der Stadt Bayreuth verdeutlichen, werden etwa vier von fünf pflegebedürftigen Menschen zu Hause betreut. Diese Aufgabe bringt erhebliche Belastungen mit sich: Mehr als ein Drittel der pflegenden Angehörigen fühlt sich laut der Kommune extrem belastet.

Um Pflegende zu unterstützen, setzt der Freistaat Bayern im Rahmen der 7. Bayerischen Demenzwoche vom 18. bis 27. September unter dem Motto „Festhalten, was verbindet“ auf Information und Schulung.

Als Kooperationspartner bietet die AOK Bayern gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Bayern den kostenfreien Kurs „Hilfe beim Helfen“ sowie einen kostenlosen Online-Pflegekurs für Angehörige an.

Auf kommunaler Ebene organisiert die Stadt Bayreuth in Kooperation mit dem BRK Kreisverband, der Fachstelle für pflegende Angehörige und der regionalen Alzheimer Gesellschaft Workshops am 31. Oktober sowie am 14. und 28. November. Die Kursgebühren tragen die Pflegekassen, lediglich für die Kursunterlagen fallen 25 Euro an.

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Prävention und therapeutische Konzepte

Neben der Betreuung rücken präventive Ansätze verstärkt in den Fokus. Die Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Ingolstadt, Anelise Golin Stampfer, verwies darauf, dass rund 40 Prozent der Demenzerkrankungen prinzipiell vermeidbar seien. Der Verein, der im Jahr 2001 gegründet wurde und sein 25-jähriges Bestehen mit einem Infotag am Samstag, 19. September, in der Kolpingakademie begeht, schulte im Jahr 2025 rund 700 Menschen in Fortbildungen.

Gleichzeitig werden Versorgungsmodelle für Erkrankte weiterentwickelt. Die Altenhilfe der Stadt Augsburg erweitert im Seniorenzentrum Servatius die beschützende Tagespflege um die wissenschaftlich evaluierte MAKS-Therapie. Das am Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg konzipierte Programm kombiniert Motorik, Alltagspraktik, Kognition und soziale Impulse in rund zweistündigen Einheiten in Kleingruppen, um kognitive Fähigkeiten im Alltag möglichst lange zu stabilisieren.

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