Demenz-Agitation: THC-CBD-Kombination zeigt 87-Prozent-Erfolgsrate
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Kombination aus THC und CBD kann schwere Unruhezustände bei fortgeschrittener Demenz deutlich reduzieren. Das zeigen neue Ergebnisse der klinischen Phase-2-Studie LiBBY, die auf der Konferenz der Alzheimer’s Association (AAIC) 2026 in London vorgestellt wurden.
Deutliche Verbesserung nach zwei Wochen
Die Studie untersuchte die Wirkung einer pharmazeutischen Formulierung mit 2 mg THC und 100 mg CBD pro Dosis. Rund 120 bis 150 Patienten mit fortgeschrittener Demenz nahmen teil – viele von ihnen kamen bereits für eine Hospizversorgung infrage. Nach der ersten Woche wurde die Dosis in der Verumgruppe auf 4 mg THC und 200 mg CBD zweimal täglich verdoppelt.
Das Ergebnis: Bereits nach zwei Wochen zeigte die Behandlungsgruppe eine um 6,27 Punkte stärkere Reduktion der Agitation als die Placebogruppe. Rund 84 Prozent der Patienten sprachen auf die Therapie an, in der Kontrollgruppe waren es nur 30,5 Prozent.
Während die Medizin nach neuen Wegen in der Therapie sucht, bleibt die frühzeitige Einschätzung erster Symptome für Betroffene und Angehörige entscheidend. Dieser kostenlose 2-Minuten-Selbsttest mit 7 Fragen hilft Ihnen dabei, Gewissheit über mögliche Anzeichen zu erlangen. Jetzt kostenlosen Demenz-Selbsttest starten
Nach zwölf Wochen vergrößerte sich der Abstand weiter. Die Reduktion lag nun 8,23 Punkte über dem Placebowert. Die Ansprechrate erreichte 87,2 Prozent – gegenüber 23,6 Prozent in der Vergleichsgruppe.
Risiken bleiben
Trotz der vielversprechenden Wirksamkeit gibt es Sicherheitsbedenken. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten in der Cannabinoid-Gruppe mit 23,3 Prozent deutlich häufiger auf als in der Placebogruppe (11,9 Prozent). Die Studienverantwortlichen betonten jedoch, dass diese nicht unmittelbar auf das Medikament zurückzuführen seien.
Die Auswertung zeigte zudem eine höhere Sterblichkeit in der THC-CBD-Gruppe. Dr. Jeff Keller von Pennington Biomedical bezeichnete die Studie als wegweisend, mahnte aber: „Weitere Forschung für Patienten in mittleren und späteren Alzheimer-Stadien ist dringend nötig."
Neben medikamentösen Ansätzen spielt die gezielte Prävention eine tragende Rolle, um die geistige Fitness bis ins hohe Alter aktiv zu unterstützen. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, mit welchen 11 Alltagsübungen Sie Ihr Gehirn fit halten und Demenz gezielt vorbeugen können. Kostenlosen Gehirntraining-Ratgeber herunterladen
Vorsicht bei freiverkäuflichen Produkten
Ein wichtiger Punkt: In der LiBBY-Studie kam ein pharmazeutisch aufbereitetes Produkt aus Kanada zum Einsatz – nicht vergleichbar mit kommerziellen Cannabisprodukten oder CBD-Ölen aus dem Handel. Die Forscher warnten eindringlich davor, die Ergebnisse auf freiverkäufliche Produkte zu übertragen. Diese entsprächen oft nicht den strengen Reinheits- und Dosierungsvorgaben.
Die Studie lief an elf Standorten in den USA und liefert eine Grundlage für die weitere Erforschung von Cannabinoiden als Alternative zu herkömmlichen Psychopharmaka. Deren Nebenwirkungsprofil gilt bei Demenzpatienten ebenfalls als problematisch. Allerdings haben die LiBBY-Ergebnisse das Peer-Review-Verfahren noch nicht vollständig durchlaufen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
