Demenz: 45% der Risiken durch Lebensstil beeinflussbar
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 16:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das System zeigt Angehörigen und Pflegekräften Alltagssituationen aus der Perspektive von Erkrankten. Ziel: mehr Verständnis für die oft verwirrende Wahrnehmung der Betroffenen.
Täglich betreut ein zwölfköpfiges Team dort 19 Gäste. Die VR-Brille ist Teil eines größeren Trends: Immer mehr Einrichtungen setzen auf digitale Hilfsmittel, um die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern.
Digitale Aktivierung per Touchdisplay
Die ASB-Tagespflege Eimsbüttel geht einen anderen Weg. Seit Anfang Juli 2024 steht dort ein höhenverstellbarer CareTable mit 43-Zoll-Touchdisplay. Das Gerät bietet Gedächtnisspiele, Musikprogramme und virtuelle Bilderreisen.
Die Anwendungen sollen kognitive Fähigkeiten aktivieren und soziale Interaktion fördern. Klassische Kneipp-Anwendungen wie Armbäder und Kniegüsse ergänzen das Angebot. Die Einrichtung bereitet derzeit die entsprechende Zertifizierung vor.
Kommunale Initiativen für mehr Teilhabe
Die Stadt Zirndorf stellt seit Juli kostenlose Demenzboxen in der Stadtbücherei bereit. Enthalten sind spezialisierte Bücher, Spiele, Puzzles und Massagebälle. Ausleihen sind für bis zu zwei Wochen möglich.
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Das Projekt ist Teil eines umfassenden Konzepts. Die Kommune strebt eine offizielle Auszeichnung für ihre Demenzfreundlichkeit an.
In Dresden plant der Verein SV Motor Mickten für August die Gründung einer Kegel-Sportgruppe für Menschen mit Demenz. Fachkräfte sollen Koordination und Mobilität in geschützter Atmosphäre fördern – vorausgesetzt, es finden sich genug Teilnehmer.
Warum Kultur gegen Vergesslichkeit hilft
Die Universität Krems legte im Juli Ergebnisse eines Pilotprojekts vor. 68 Personen über 60 Jahre nahmen an Museumsbesuchen mit „Slow Viewing“ teil. Dabei betrachten sie nur wenige Exponate, dafür intensiv.
Das Ergebnis: gesteigertes Wohlbefinden und weniger Einsamkeit. Die Forschung zeigt zudem: Bis zu 45 Prozent der Demenzrisiken sind durch Lebensstilfaktoren beeinflussbar.
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Die stille Last der Angehörigen
Deutschlandweit leben rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Die Zahl der betroffenen Angehörigen liegt viermal höher. Das wurde bei einer Informationsveranstaltung in Ratingen im Juli deutlich.
Pflegende Familienmitglieder haben eine um 50 Prozent höhere Krankschreibungsrate. Sie leiden zu 60 Prozent häufiger an Depressionen als der Durchschnitt. Solche Zahlen zeigen die Dringenschaft niedrigschwelliger Unterstützungsangebote.
Film und Trauerarbeit
Bereits Mitte Mai 2024 erschien die Produktion „Der verlorene Mann“. Der Film zeigt die Auswirkungen von Alzheimer auf eine Partnerschaft.
Und in Naumburg fand Anfang Juli ein Erinnerungscafé statt. Organisiert von der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz, bietet es Trauernden einen geschützten Raum. Hier tauschen sie sich über Erfahrungen mit der Erkrankung im familiären Umfeld aus.
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