Demenz: 1,8 Millionen Betroffene – neue Wege der Unterstützung
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Demenz – und die Zahl steigt. Für Angehörige bedeutet das oft eine enorme Belastung. Doch es gibt Hilfe: digitale Seminare, Beratungsangebote und kulturelle Projekte zeigen neue Wege im Umgang mit der Krankheit.
Digitale Seminare: Hilfe für den Pflegealltag
Die Kathinka-Platzhoff-Stiftung bietet im August kostenfreie Online-Seminare für pflegende Angehörige an. Nach dem Auftakt „Demenz kompakt“ am 3. August folgt am Abend des 4. August ein Schwerpunkt zum Umgang mit schwierigen Verhaltensweisen. Die Formate vermitteln praktische Kommunikationsstrategien – von der Gestaltung von Gesprächen bis zur Deeskalation in Krisensituationen.
Wer langfristige Unterstützung sucht, findet sie im Demenzzentrum im neuen Rathaus in Remchingen. In Kooperation mit dem Pflegestützpunkt bietet die Einrichtung neutrale Beratung für den westlichen Enzkreis. Fachkraft Iris Paffrath, seit Mai 2020 in der Demenzberatung tätig, hilft bei der Organisation der Pflege und vermittelt passende Hilfsangebote.
Auch der Vogelsbergkreis setzt auf Begegnung: Ende September lädt der Pflegestützpunkt zu einer Veranstaltung nach Herbstein-Stockhausen. Im Mittelpunkt stehen fachlicher Austausch und Entlastung – durch Musik und soziale Interaktion.
Kunst und Natur: Neue Wege der Aktivierung
Im Kunstmuseum Reutlingen heißt es „Kunst kann einfach“. Unter der Leitung von Kerstin Rilling entstehen Führungen, die Kunstwerke als Gesprächsanlass nutzen. Die Betrachtung von Bildern aktiviert Erinnerungen und regt zum Austausch an – ein Ansatz, der zunehmend an Bedeutung gewinnt.
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Bis zum 30. August zeigt das Homberger Schloss Werke von Demenzerkrankten. Die Arbeiten entstanden unter der künstlerischen Leitung von Poopak Lemmer in einer Marburger Tagespflege. Sie belegen: Kreativer Ausdruck bleibt trotz kognitiver Einschränkungen möglich.
Einen ungewöhnlichen Impuls setzt die Lokale Allianz für Menschen mit Demenz in Koblenz. Mitte August organisiert sie eine Eselwanderung für Angehörige und Interessierte. Die Tiere wirken beruhigend und eröffnen neue Wege der Interaktion mit Betroffenen.
Forschung: Pilz als Hoffnungsträger?
Könnte ein Vitalpilz künftig die Behandlung von Demenz unterstützen? Humanstudien untersuchen derzeit das Potenzial der Löwenmähne (Hericium erinaceus). Erste placebokontrollierte Studien deuten auf positive Effekte bei leichter Alzheimer-Demenz hin.
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Fachleute mahnen jedoch zur Vorsicht: Die Ergebnisse sind vielversprechend, aber noch nicht ausreichend validiert. Weitere Forschung ist nötig, um Wirksamkeit und Einsatzmöglichkeiten zu klären. Das Klinikum Hanau erweitert derweil sein Informationsangebot zur Gesundheitsvorsorge – ein Zeichen für die wachsende Nachfrage nach spezialisierter Beratung.
