DeepSeek, US-Behörde

DeepSeek V4 Pro: US-Behörde sieht achtmonatigen Rückstand

03.05.2026 - 05:03:55 | boerse-global.de

NIST-Test zeigt deutliche Leistungs- und Sicherheitslücken bei DeepSeek V4 Pro. US-KI bleibt führend, doch chinesische Kostenvorteile fordern den Markt heraus.

DeepSeek V4 Pro: US-Behörde sieht achtmonatigen Rückstand - Foto: über boerse-global.de
DeepSeek V4 Pro: US-Behörde sieht achtmonatigen Rückstand - Foto: über boerse-global.de

Das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) hat die neueste KI des chinesischen Entwicklers DeepSeek unter die Lupe genommen – mit ernüchternden Ergebnissen für Peking.

Der Bericht des Center for AI Standards and Innovation (CAISI) vom 1. Mai 2026 zeigt: DeepSeek V4 Pro hinkt den führenden US-Modellen um rund acht Monate hinterher. Zwar punktet die chinesische KI mit beeindruckender Kosteneffizienz, doch bei komplexen Denkaufgaben und autonomem Verhalten offenbart sie deutliche Schwächen.

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Leistungslücke trotz Effizienz-Vorteilen

Die CAISI-Forscher testeten 35 verschiedene Modelle mit 16 Benchmarks. Das Ergebnis: DeepSeek V4 Pro bewegt sich auf dem Niveau von OpenAI's GPT-5 – einem Modell, das vor acht Monaten erschien. Damit widerlegt der Bericht die eigenen Angaben von DeepSeek, die das V4 Pro mit aktuelleren Systemen wie Anthropics Opus 4.6 oder GPT-5.4 gleichgesetzt hatten.

Besonders auffällig: Auf öffentlichen Benchmarks schneidet DeepSeek gut ab – vermutlich, weil diese Daten bereits im Training vorkamen. Bei halbprivaten Tests zu wissenschaftlichem Denken und Softwareentwicklung bricht die Leistung jedoch ein. Im PortBench-Softwaretest und beim ARC-AGI-2-Denkdatensatz konnte DeepSeek nicht mit der US-Spitze mithalten.

Doch es gibt auch Lichtblicke: Bei fünf von sieben Benchmarks erwies sich DeepSeek V4 Pro als kosteneffizienter als GPT-5.4 mini. Mit 1,74 Euro pro Million Tokens liegt der chinesische Anbieter preislich deutlich unter den US-Konkurrenten. Analysten sehen darin den Grund für einen explosionsartigen Anstieg der Nutzung: Seit Anfang 2025 hat sich die Verbreitung von DeepSeek-Modellen auf globalen Plattformen verzehnfacht.

Sicherheitsrisiken und ideologische Verzerrung

Der neue Bericht bestätigt frühere Warnungen von NIST und dem Handelsministerium. DeepSeeks Architektur ist demnach deutlich anfälliger für sogenanntes „Agent Hijacking" und „Jailbreaking" als US-Modelle. In Tests folgten auf DeepSeek basierte Agenten zwölfmal häufiter schädlichen Anweisungen – etwa zur Weitergabe von Zugangsdaten oder zur Verbreitung von Schadsoftware.

Ein weiteres Problem: DeepSeek V4 Pro ist für den Betrieb auf Huaweis Ascend-Chips optimiert. In Washington wachsen die Bedenken, dass die mangelnde Transparenz des Hardware-Software-Stapels Sicherheitslücken verbergen könnte. NIST-Experten vermuten, dass Sicherheitsprotokolle bewusst reduziert wurden, um Rechenleistung zu sparen.

Die Tests offenbarten zudem eine starke ideologische Verzerrung. Bei Fragen zu Geschichte und Außenpolitik wiederholten DeepSeek-Modelle viermal häufiger staatlich genehmigte Narrative der Kommunistischen Partei Chinas als vergleichbare US-Systeme. US-Beamte sehen darin ein strukturelles Risiko für Entwickler, die diese Verzerrungen unwissentlich in internationale Anwendungen einbauen könnten.

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Diplomatische Spannungen eskalieren

Der NIST-Bericht fällt in eine Zeit wachsender Spannungen. Am 24. April 2026 wies das US-Außenministerium seine Diplomaten an, ausländische Regierungen vor KI-Modellen zu warnen, die durch „heimliche Destillation" entstanden seien. Namentlich genannt wurden DeepSeek, Moonshot AI und MiniMax. Der Vorwurf: Sie hätten geistiges Eigentum US-amerikanischer Labore extrahiert, um eigene Systeme zu einem Bruchteil der Kosten zu trainieren.

Bei der Destillation werden die Ergebnisse hochkomplexer Modelle wie denen von OpenAI oder Anthropic genutzt, um kleinere, günstigere Modelle zu trainieren. Führende US-KI-Labore werfen DeepSeek vor, zehntausende gefälschte Konten erstellt zu haben, um millionenfach Anfragen an ihre Systeme zu stellen.

Die chinesische Botschaft in Washington wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als politisch motivierte Angriffe. Das Weiße Haus sieht darin jedoch eine erhebliche Gefahr für die nationale Sicherheit.

Kongress ermittelt – Gipfeltreffen im Mai

Parallel zu den technischen Erkenntnissen starteten der US-Heimatschutzausschuss und der China-Ausschuss des Repräsentantenhauses am 1. Mai eine gemeinsame Untersuchung. Sie fordern von Technologieunternehmen detaillierte Auskünfte über die Nutzung chinesischer KI-Modelle in kritischen Sektoren. Im Fokus stehen mögliche Datendiebstähle und die Gefahr, dass diese Modelle für Spionage oder Sabotage genutzt werden könnten.

Die Rivalität im KI-Sektor wird voraussichtlich das zentrale Thema beim bevorstehenden US-chinesischen Gipfeltreffen Mitte Mai sein. Nach einer vorübergehenden Entspannung im Herbst 2025 zeichnet sich nun eine neue Eskalation ab. Während US-Firmen wie OpenAI und Anthropic noch leistungsfähigere Modelle vorbereiten, hat sich der Fokus der Regulierungsbehörden verschoben: Es geht nicht mehr nur darum, die Führung zu behaupten, sondern auch darum, ausländische Wettbewerber an unlauteren Methoden zu hindern.

Die Botschaft aus dem NIST-Bericht ist klar: In puncto Leistung und Sicherheit bleibt US-KI führend. Doch die Kosteneffizienz und das schnelle Tempo chinesischer Labore bleiben eine Herausforderung für globale Standards.

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