DeepMind entwickelt KI, die Mausklicks nachahmt
24.05.2026 - 11:19:05 | boerse-global.deDie Technologie zeichnet Mausklicks und Workflows von Nutzern auf und trainiert KI darauf, Software autonom zu bedienen. Statt Programmierer jeden Schritt kodieren zu lassen, lernt die KI durch Beobachtung.
Das Ziel: Agenten, die eigenständig durch Menüs navigieren und Aufgaben in verschiedenen Programmen ausführen. In Fachkreisen wird das kontrovers diskutiert.
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Kritiker sehen Jobverlust durch Datensammeln
Kritiker bezeichnen Pointer Engineering als „Datensammelmaschine“. Sie befürchten, dass die Technologie menschliche Wissensarbeiter langfristig ersetzen könnte. Tätigkeiten, die bisher hohe kognitive Aufmerksamkeit erforderten, ließen sich vollständig automatisieren.
Das wäre ein Paradigmenwechsel: Die KI tritt nicht mehr nur als Inhalte-Generator auf, sondern als aktiver Akteur in Software-Ökosystemen.
Große Kluft zwischen Test und Einsatz
Die Realität in deutschen Unternehmen sieht anders aus. Eine Studie des IT-Dienstleisters Zoi befragte 500 IT-Verantwortliche. Ergebnis: 76 Prozent der Großunternehmen erproben KI-Agenten, aber nur 19 Prozent setzen sie in Kernprozessen ein.
Hauptgründe: Komplexe IT-Infrastruktur und fehlendes Fachwissen. Interessant: 79 Prozent der Befragten sehen KI derzeit nicht als unmittelbare Gefahr für Arbeitsplätze.
Adobe treibt derweil die KI-Integration voran. Über das KI-Modell Firefly wurden bereits mehr als 20 Milliarden Assets generiert – eine Milliarde pro Monat. Adobe plant agentische Tools in Photoshop, Premiere Pro und Acrobat. Über 75 Prozent der Photoshop-Nutzer greifen bereits auf diese Funktionen zu.
Produktivität wächst nur langsam
Die wirtschaftlichen Effekte sind bislang bescheiden. Daten von BofA Global Research zeigen: KI steigert die gesamtwirtschaftliche Produktivität nur um etwa 0,1 Prozent pro Jahr. Trotz der großen medialen Aufmerksamkeit.
Anders sieht es bei einzelnen Unternehmen aus. Epsilon, eine Tochter der Publicis Groupe, erzielt deutlich höhere Ergebnisse bei gleichbleibender Belegschaft von rund 3.000 Mitarbeitern in Bengaluru. Der Fokus verschob sich von Lohnkosten-Arbitrage hin zur wertschöpfenden KI-Nutzung.
Job van der Voort, CEO des Startups Remote, empfiehlt, von getippten Prompts auf Spracheingabe umzustellen. Seine Begründung: Voice-to-Text liefere automatisch mehr Kontext und Details, was die KI-Ergebnisse verbessere. Er selbst nutzt die Methode für ChatGPT und Claude Code, um während Meetings App-Prototypen zu erstellen.
Psychologie der Produktivität
Eine Studie der Universität Tokio untersuchte Prokrastination bei jungen Erwachsenen. Die Forscher fanden: Optimismus hinsichtlich zukünftiger Belastung wirkt stärker gegen Aufschieben als reine Selbstdisziplin. Wer glaubt, dass sein Stresslevel sinkt, schiebt Aufgaben seltener auf.
Das ergänzt Erkenntnisse der Universität Bochum. Sie bringen Prokrastination mit einer überdurchschnittlich großen Amygdala und schwächerer Verbindung zum Handlungssteuerungsareal im Gehirn in Verbindung.
Warum wir Aufgaben aufschieben, hat oft tiefere psychologische Ursachen, die über reine Disziplin hinausgehen. Dieser kostenlose Ratgeber stellt Ihnen vier bewährte Methoden vor, um die Aufschieberitis dauerhaft zu besiegen und produktiver zu arbeiten. 4 Strategien gegen Prokrastination jetzt gratis herunterladen
Klassische Methoden wie die Netzplantechnik erleben deshalb eine Renaissance. Die Norm DIN 69900 bietet den Rahmen. Methoden wie Critical Path Method (CPM) oder Metra-Potenzial-Verfahren (MPM) berechnen Pufferzeiten und kritische Pfade präzise. Sie dienen als Korrektiv in einer Arbeitswelt, die von hoher Geschwindigkeit und autonomen KI-Systemen geprägt ist.
Analyse: Die Hürden der Transformation
Die Entwicklung zeigt eine deutliche Schere zwischen Potenzial und Realität. Während DeepMind zeigt, wie tief die Automatisierung eingreifen kann, scheitern viele Rollouts an strukturellen Defiziten. Analysen von Experten für Projektmanagement-Offices (PMO) weisen darauf hin: KI-Projekte scheitern oft an unzureichenden Mandaten. Wenn das PMO nur als Compliance-Stelle fungiert, bleibt die Integration ineffektiv.
Der Mittelständler Dr. Wolff zeigt, wie es anders geht. Mit dem eigenen Tool „WolffGPT“ und Schulungen für fast 90 Prozent der PC-Arbeitsplatz-Mitarbeiter versucht das Unternehmen, den Fachkräftemangel abzufedern. KI agiert hier nicht als Substitut, sondern als unterstützende Komponente – begleitet durch gezieltes Change-Management.
Ausblick auf die autonome Arbeitswelt
Pointer Engineering markiert einen wichtigen Schritt. KI-Systemer warten nicht mehr auf Anweisungen, sondern lernen durch Beobachtung. Die kommenden Monate zeigen, ob die Technologie den Sprung aus der Forschung in die breite Anwendung schafft.
Entscheidend wird sein, ob Unternehmen die IT-Komplexität reduzieren und die digitale Kompetenz der Mitarbeiter stärken können. Rund 40 Prozent der deutschen Konzerne verlangen mittlerweile mindestens drei Tage Anwesenheit im Büro. Das deutet darauf hin: Trotz aller technologischen Fortschritte bleibt der physische Austausch ein essenzieller Faktor für Produktivität und Unternehmenskultur.
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