Deepfake-Betrug, Millionen

Deepfake-Betrug: 21,5 Millionen Fake-Anzeigen für Wundermittel

17.06.2026 - 23:26:48 | boerse-global.de

KI-generierte Fake-Werbung mit Prominenten flutet soziale Netzwerke und bringt Verbraucher in Gefahr.

Deepfake-Werbung: Prominente als Lockvögel für dubiose Heilmittel
Deepfake-Betrug - Verzerrtes und verpixeltes Gesicht auf einem Bildschirm, überlagert von Betrugsanzeigen für Wundermittel, mit Finanzdaten im Hintergrund. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders ältere Menschen geraten ins Visier von Betrügern, die KI-generierte Videos von Ärzten und TV-Stars für dubiose Heilmittel nutzen. Das Gesundheitsrisiko ist enorm.

23 Millionen Mal ausgespielt: Die Facebook-Masche

Das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) deckte zwischen Januar und Juli 2025 allein auf Facebook 4.632 betrügerische Anzeigen auf. Diese wurden über 21,5 Millionen Mal ausgespielt. Zielgruppe: Menschen ab 45 Jahren, teils fokussiert auf die Generation 55 Plus.

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Die Täter nutzen KI-generierte Videos von Eckart von Hirschhausen oder Christian Drosten. Sie bewerben angebliche Heilmittel, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht belegt ist. Die Preise: 200 bis 300 Euro pro Packung. Laboruntersuchungen zeigten gravierende Mängel – in einem Fall überstieg die angegebene Wirkstoffmenge sogar das Gesamtgewicht der Kapseln.

CEO-Fraud 2.0: Wenn der Chef nicht mehr echt ist

Die Technologie entwickelt sich rasant. Sicherheitsexperten von Secuinfra warnen vor einer neuen Qualität des Betrugs. Beim sogenannten „CEO-Fraud 2.0" setzen Kriminelle KI-generierte Stimmen und Videos ein, um Entscheidungsträger zu täuschen. Eine Bitdefender-Studie aus 2025 belegt: Betrugsfälle über soziale Medien machen bereits sieben Prozent aller Delikte aus.

Die Masche läuft immer ähnlich: Kriminelle schalten bezahlte Anzeigen, locken Nutzer auf gefälschte Online-Shops und entwenden Kreditkartendaten.

Lebensgefahr durch falsche Heilversprechen

Die Deutsche Herzstiftung warnte Mitte Juni 2026 vor akuter Lebensgefahr. Patienten setzen aufgrund von Werbeversprechen ihre ärztlich verordneten Medikamente ab. Die Deepfake-Videos suggerieren eine sofortige Heilung durch „Wundermittel". Besonders anfällig: Menschen mit chronischen Leiden wie ME/CFS oder Long-Covid, denen seriöse Therapieansätze fehlen.

EU verschärft Regeln – Milliardenstrafen drohen

Das EU-Parlament stimmte Mitte Juni 2026 für ein Verbot von KI-Anwendungen zur Erstellung sexualisierter Deepfakes. Die Regelungen treten am 2. Dezember 2026 in Kraft. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Zudem wird eine Kennzeichnungspflicht durch Wasserzeichen für KI-Inhalte verpflichtend.

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Auch die Schweiz reagiert. Der Nationalrat nahm am 16. Juni 2026 eine Motion an. Justizminister Beat Jans betonte: Bisherige Strafbestimmungen greifen oft erst, wenn der Schaden bereits eingetreten ist. Präventive Maßnahmen gegen die Technologieanbieter seien nötig.

So schützen Sie sich vor Deepfake-Betrug

Die Verbraucherzentrale NRW rät zu kritischer Prüfung von Social-Media-Accounts. Achten Sie auf Verifizierungsmerkmale wie den „blauen Haken". Seien Sie misstrauisch bei unrealistischen Gewinn- oder Heilungsversprechen.

In Unternehmen empfehlen Sicherheitsberater das Vier-Augen-Prinzip. Bei verdächtigen Anrufen oder Videokonferenzen: Rückruf über bekannte, verifizierte Telefonnummern. Die für den 23. Juni 2026 angekündigte ARD-Dokumentation über globale Deepfake-Netzwerke verspricht weitere Aufklärung über Datenhandel und Callcenter-Strukturen.

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