Deepfake-Betrug, Fälle

Deepfake-Betrug: 19.400 Fälle in Australien durch KI-Videos

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 18:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Australische Behörde entfernt fast 20.000 Online-Betrugsfälle. Deepfake-Videos mit Prominenten führen zu Millionenverlusten bei Anlegern.

Australische Finanzaufsicht warnt vor KI-gestützten Investmentbetrugsmaschen
Eine Person sitzt in einem abgedunkelten Büro vor einem Laptop, auf dessen Bildschirm ein verzerrtes Gesicht zu sehen ist. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die australische Wertpapier- und Investitionsaufsichtsbehörde (ASIC) berichtet von einer signifikanten Zunahme hochentwickelter Betrugsfälle im Investmentbereich.

Im Zentrum dieser Entwicklung steht der Einsatz von Deepfake-Videotechnologie, mit der Kriminelle bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens imitieren, um potenzielle Anleger zu täuschen. Laut den Behörden führt die Nutzung künstlicher Intelligenz dazu, dass die betrügerischen Angebote immer überzeugender wirken.

Massive Zunahme der registrierten Betrugsfälle

Die ASIC hat in den vergangenen Monaten umfangreiche Maßnahmen gegen die digitale Kriminalität ergriffen. Insgesamt wurden 19.400 Online-Betrugsfälle durch die Behörde entfernt. Diese Zahl markiert eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum und entspricht fast einer Verdreifachung der Fälle.

Die Untersuchungen der Aufsichtsbehörde geben einen detaillierten Einblick in die Struktur der kriminellen Aktivitäten. Von den insgesamt 19.400 untersuchten Fällen entfielen 5.476 auf klassische Phishing-Links, die darauf abzielen, sensible Nutzerdaten zu entwenden.

Weitere 7.051 Fälle betrafen gefälschte Investmentplattformen, die seriöse Finanzdienstleister nachahmen. Zudem identifizierte die Behörde 3.106 Betrugsmaschen, die speziell im Bereich der Kryptowährungen angesiedelt waren.

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Manipulation durch Deepfakes bekannter Persönlichkeiten

Die Betrüger nutzen moderne KI-Software, um täuschend echte Video- und Audioinhalte zu erstellen. In diesen Deepfakes werden prominente Persönlichkeiten wie die Mediensprecher Deb Knight und Chris Kohler sowie der Ökonom Stephen Koukoulas missbraucht. Besonders häufig greifen die Hintermänner auf manipulierte Darstellungen des australischen Premierministers Albanese zurück.

Ein konkretes Beispiel für diese Masche ist ein gefälschtes Video des Premierministers, in dem unrealistische Renditeversprechen gemacht werden. Den Opfern wird suggeriert, dass eine einmalige Investition von 4.000 US-Dollar ausreichen würde, um ein monatliches Einkommen von 40.000 US-Dollar zu generieren.

Die stellvertretende ASIC-Vorsitzende Sarah Court erklärte hierzu, dass die technologische Weiterentwicklung durch künstliche Intelligenz die Glaubwürdigkeit dieser betrügerischen Inhalte massiv erhöhe.

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Hohe finanzielle Verluste für Privatanleger

Die Auswirkungen auf die betroffenen Anleger sind gravierend. Daten der Meldestelle Scamwatch belegen, dass Australier allein durch Betrugsfälle, bei denen Deepfakes von insgesamt zehn verschiedenen Persönlichkeiten eingesetzt wurden, Verluste in Höhe von 7,4 Mio. US-Dollar erlitten haben.

Die Einzelschicksale verdeutlichen die Tragweite der Kriminalität. Eine 74-jährige Pensionistin namens Toni verlor durch einen solchen Investmentbetrug Ersparnisse im Wert von 320.000 US-Dollar. Ein weiteres Opfer, die 56-jährige Kristy Holden, gab an, eine summe von 150.000 US-Dollar an die Betrüger verloren zu haben.

Angesichts der steigenden Fallzahlen und der technologischen Raffinesse mahnen die Behörden zur äußersten Vorsicht bei Investmentangeboten, die in sozialen Medien oder über manipulierte Videos verbreitet werden.

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