Deepfake-Betrug, Anstieg

Deepfake-Betrug: +1.300% Anstieg schockt Behörden

01.07.2026 - 23:42:01 | boerse-global.de

BSI-Report belegt 1.300 Prozent mehr Deepfake-Fälle. CEO-Fraud verursacht Milliardenschäden. Neue Angriffsvektoren auf KI-Systeme und physische Drohnenrisiken bedrohen Unternehmen.

Sicherheitsreport 2026: Deepfake-Boom und neue Drohnengefahren
Deepfake-Betrug - Eine Drohne fliegt über eine Stadt bei Dämmerung, ihr Kameraobjektiv leuchtet rot. Im Vordergrund ein Computerbildschirm mit Warnmeldungen. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Behördenwarnungen belegen einen massiven Anstieg bei Deepfake-Betrugsfällen und neuen Drohnen-Gefahren.

Deepfake-Fälle steigen um 1.300 Prozent

Der Cybersicherheitsmonitor des BSI für 2026 zeigt alarmierende Zahlen. Die Deepfake-Betrugsfälle schossen um 1.300 Prozent nach oben. Statistisch ist inzwischen jeder zehnte Bundesbürger von Online-Kriminalität betroffen.

Besonders teuer wird der sogenannte CEO-Fraud. Dabei manipulieren Kriminelle Identitäten von Führungskräften. Die Schäden beliefen sich 2025 auf geschätzte 2,8 Milliarden Euro.

Parallel dazu beobachten Experten eine neue Phishing-Welle. Betrüger versenden gefälschte Zahlungsaufforderungen im Namen von PayPal, Volksbanken oder dem ÖAMTC. Per E-Mail, SMS oder WhatsApp versuchen sie, Kontodaten abzugreifen. Die Fristen sind extrem kurz gesetzt, um Druck aufzubauen.

Die Schweiz reagiert: Ab Juli gilt eine Kennzeichnungspflicht für Spoofing-Anrufe. So sollen manipulierte Rufnummern erkennbar werden.

Angriffe auf KI-Systeme: Agentjacking und BioShocking

Sicherheitsforscher warnen vor spezialisierten Angriffen auf künstliche Intelligenz. Beim „Agentjacking“ zielen Hacker auf KI-Coding-Assistenten ab. Über manipulierte Fehlerberichte in Tracking-Tools übernehmen sie die Kontrolle.

Das Sicherheitsunternehmen Tenet Security testete KI-Assistenten. Ergebnis: 85 Prozent sind anfällig für diese Manipulationen. Die Systeme können nicht zuverlässig zwischen sicherem Text und ausführbarem Code unterscheiden.

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Noch perfider ist der „BioShocking“-Angriff. Forscher von LayerX zeigten, wie KI-Browser durch einfache Logikrätsel Sicherheitsbarrieren umgehen. Dabei leiten sie Nutzerdaten aus. Wirksame Patches gibt es bisher nur für wenige Systeme.

Die Dringlichkeit ist enorm: Bereits 84 Prozent der deutschen Unternehmen haben KI-Agenten integriert.

Drohnengefahr: Reisewarnungen für Russland

Neben digitalen Bedrohungen rücken physische Risiken durch Drohnen in den Fokus. Das Auswärtige Amt weitete seine Warnungen für Russland aus. Grund ist eine erhebliche Drohnengefahr im gesamten Staatsgebiet.

Ukrainische Drohnenangriffe erreichen inzwischen Moskau und St. Petersburg. Die Folge: Flughafensperrungen und Treibstoff-Engpässe.

Auch Westeuropa ist betroffen. Über Schweizer Militäranlagen wurden Drohnenformationen unbekannter Herkunft gesichtet. Armeechef Benedikt Roos zeigte sich alarmiert. Die Politik prüft verstärkte Abwehrmaßnahmen und Flugverbotszonen.

Lockheed Martin reagiert: Der Rüstungskonzern integriert Cyber-RF-Technologie von Sentrycs in seine Sanctum-Plattform. Das System soll Drohnen über Funkfrequenzen effektiver abfangen.

Betrugssyndikate: „Digital Arrest“ und Support-Betrug

In Indien zerschlug die Polizei in Delhi einen Betrugsring. Die Täter nutzten die Methode des „Digital Arrest“. In WhatsApp-Videoanrufen gaben sie sich als Beamte aus und erpressten hohe Geldbeträge. Ein Opfer verlor rund 8.000 Euro.

Allein im Juni registrierte Indien 300 Fälle von Identitätsdiebstahl über WhatsApp – innerhalb von nur 20 Tagen.

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Auch Japan verzeichnet besorgniserregende Trends. Phishing-Angriffe nahmen im ersten Quartal 2026 um 100 Prozent zu. Der Betrug durch vermeintlichen technischen Support stieg um 145 Prozent. SMS-basierte Betrugsversuche mit Umfragen und Lotterien verzeichnen sogar Zuwachsraten im vierstelligen Prozentbereich.

Microsoft hat reagiert: Der Browser Edge bekommt neue Sicherheitsfunktionen auf Basis von Computer-Vision. Sie sollen Schadsoftware und Scareware in Echtzeit erkennen. Experten raten zudem, nicht-menschliche Identitäten in Unternehmensnetzwerken strikter zu überwachen. Sie dienen zunehmend als Einfallstor für Malware-freie Angriffe.

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