decoded.legal: Kanzlei ersetzt Nextcloud durch Syncthing und Radicale
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 15:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deNeil Brown, Betreiber der englischen Anwaltskanzlei decoded.legal mit Spezialisierung auf Internet-, Telekommunikations- und Technologierecht, hat ein aktuelles Update für das Jahr 2026 zum kanzleieigenen Einsatz freier Software vorgelegt.
Die Kanzlei arbeitet seit rund fünf Jahren auf Basis von Free Software. Frühere Berichte zu der technischen Infrastruktur waren bereits in den Jahren 2022 und 2024 erschienen, wie das Portal lavx.hu in einem Bericht vom 07.11.2026 meldete.
Abschied von Nextcloud und Umbau der Kommunikationsdienste
Als markanteste Anpassung im Rahmen der Aktualisierung 2026 gilt die Ablösung von Nextcloud. Die Dateisynchronisation übernimmt bei decoded.legal künftig das Werkzeug Syncthing, während Kalender- und Kontaktdaten über radicale synchronisiert werden. Veränderungen gab es zudem bei den Kommunikationskanälen: Der zuvor betriebene eigene Jitsi-Server wurde abgeschaltet. Stattdessen setzt die Kanzlei nun auf Signal.
Ebenfalls angepasst wurden Werkzeuge für Publikationen und Dokumente. Der Kanzlei-Blog wurde von Hugo auf das Tool BSSG umgestellt. Der Einsatz von CryptPad wurde hingegen vollständig eingestellt. Beim E-Mail-Verkehr stützt sich die Kanzlei weiterhin auf postfix und dovecot; eine spätere Migration zur Serversoftware Stalwart ist ins Auge gefasst, bislang allerdings ohne festen Termin.
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Arbeitsplatz-Ausstattung und mobile Systeme
Auf den Client-Systemen nutzt die Kanzlei Debian mit der Desktop-Umgebung GNOME auf einem ThinkPad X1 Yoga Gen 6. Bei diesem Notebook weisen die Thunderbolt- und USB-C-Anschlüsse Fehler bei der Datenübertragung auf, weshalb ein Ersatz des Geräts geplant ist. Als mobile Plattform dient GrapheneOS auf einem Pixel-Smartphone.
Die Software-Ausstattung auf den Arbeitsplätzen umfasst unter anderem Thunderbird und mutt für E-Mails, LibreOffice Writer für die Textverarbeitung sowie den Texteditor vim in Kombination mit pandoc und Typst. Präsentationen werden mit reveal.js erstellt. Die Passwortverwaltung und Verschlüsselung laufen über Bitwarden beziehungsweise vaultwarden, LUKS und Cryptomator. Als Webbrowser kommt Firefox zum Einsatz.
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Server-Infrastruktur und Diensteverwaltung
Bei der Server-Hardware greift decoded.legal mittlerweile auf Intel NUCs zurück, die frühere Raspberry-Pi-Systeme ablösen. Das Spektrum der selbst gehosteten Dienste bleibt umfangreich: Für Zeiterfassung, Kundenverwaltung und Rechnungsstellung sind Kimai v2, EspoCRM und InvoicePlane im Einsatz. Die Software-Entwicklung und Dokumentation erfolgen über Forgejo, mkdocs mit apache2 sowie DokuWiki.
Die Systemsicherheit und Überwachung werden über Wazuh, OpenVAS und Uptime Kuma abgewickelt, die Netzwerkverbindungen über WireGuard abgesichert. Zudem nutzt die Kanzlei Unbound und Pi-hole zur DNS-Verwaltung, restic und rsync für Backups sowie LiberaForms zur Formularerstellung.
Auf den Einsatz von KI-Werkzeugen verzichtet die Kanzlei nach wie vor vollständig. Das veröffentlichte Update enthält laut dem Bericht keine Daten zu Systemleistung, Betriebskosten oder formellen Sicherheitsaudits.
