DECAF-Studie, Kaffeetrinker

DECAF-Studie: Kaffeetrinker hatten nach Kardioversion 39 Prozent weniger Rückfälle

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 08:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vier oder mehr Tassen täglich gingen in einer Studie mit geringerem Typ-2-Diabetes-Risiko einher; ein ursächlicher Effekt ist nicht belegt.

Kaffee und Gesundheit: Studien zeigen Nutzen und Dosierungsgrenzen
Nahaufnahme von gerösteten Kaffeebohnen auf einem rustikalen Holztisch bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Neuere wissenschaftliche Erhebungen und Fachbeiträge widmen sich verstärkt den physiologischen Effekten des Kaffeekonsums. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Auswirkungen auf Stoffwechselprozesse, die mitochondriale Funktion sowie präventive Potenziale im Hinblick auf Typ-2-Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Datenlage zeigt ein differenziertes Bild zwischen Schutzwirkungen und Dosierungsgrenzen.

Beobachtungen zu Typ-2-Diabetes und chronischen Krankheiten

Wesentliche Daten zur langfristigen Wirkung lieferte eine deutsche Langzeitstudie des German Institute of Human Nutrition, die 42.314 gesunde Erwachsene über einen Zeitraum von rund zehn Jahren beobachtete. Bei den erfassten chronischen Erkrankungen zeigte sich dabei kein signifikanter Unterschied zwischen Kaffeetrinkern und Nicht-Trinkern.

Sowohl in der Gruppe der Nicht-Trinker (871 von 8.689 Personen) als auch bei Konsumenten von mindestens vier Tassen täglich (1.124 von 12.137 Personen) lag der Anteil bei rund zehn Prozent. Studienleiterin Anna Floegel erklärte hierzu, dass gesunde Erwachsene mit Kaffeekonsum kein höheres Risiko für schwere chronische Leiden aufwiesen.

Hinsichtlich des Typ-2-Diabetes ergab die Erhebung eine Inzidenz von 3,2 Prozent bei einem Konsum von vier oder mehr Tassen pro Tag gegenüber 3,6 Prozent bei Personen ohne Kaffeekonsum. Nach einer statistischen Adjustierung für Faktoren wie Körpergewicht und Rauchgewohnheiten ergab sich ein um 23 Prozent geringeres Risiko für die Gruppe mit höherem Konsum. Ein kausaler Zusammenhang ist dadurch allerdings nicht belegt.

Ernährungswissenschaftliche Berichte verweisen zudem auf positive Begleiterscheinungen von bis zu vier Tassen täglich. Dazu zählen die Entfettung und Regeneration von Leberzellen, Schutzwirkungen für das Herz-Kreislauf-System sowie eine Stärkung der Darmflora durch enthaltene Polyphenole. Bei einem Konsum von mehr als vier Tassen täglich ließen sich solche positiven Effekte nicht mehr nachweisen.

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Herzrhythmus, Gefäße und zelluläre Prozesse

Über Beobachtungsdaten hinaus lieferte die sogenannte DECAF-Studie Erkenntnisse bei herzkranken Patienten. In der Untersuchung mit 200 Vorhofflimmern-Patienten nach einer Kardioversion wiesen Kaffeetrinker ein um 39 Prozent geringeres Rezidivrisiko auf als die koffeinfreie Vergleichsgruppe.

Um die Stichprobe für einen sechsmonatigen Koffeinverzicht zusammenzustellen, mussten vorab 1.800 Patienten gescreent werden. Während Beobachtungsstudien generell keinen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und dem Auftreten von Vorhofflimmern zeigten, ergaben sich bei entkoffeiniertem Kaffee nicht dieselben vorteilhaften Beobachtungen wie bei herkömmlichem Kaffee.

Neben Koffein spielen sekundäre Pflanzenstoffe eine Rolle im Zellstoffwechsel. So wirkt Kaffeesäure als Fänger freier Radikale gegen oxidativen Stress, der DNA, Proteine und Lipide schädigen kann, und mildert chronische Entzündungen. Untersuchungen betrachten in diesem Kontext auch präventive Potenziale bezüglich Leberzellkarzinomen.

Gleichzeitig verknüpft die Forschung Stoffwechselfragen zunehmend mit der Funktion der Mitochondrien. Während Peptide wie das mitochondrial codierte MOTS-c durch körperliche Aktivität stimuliert werden, zeigten tierexperimentelle Arbeiten von Sarah J. Lessard am Fralin Biomedical Research Institute der Virginia Tech, wie Blutzuckerwerte die Mitochondrien beeinflussen: Bei hohem Glukosespiegel blieb der trainingsbedingte Anstieg des Sauerstoffverbrauchs aus, während eine Normalisierung der Stoffwechsellage größere und zahlreichere Mitochondrien in den Muskelzellen begünstigte.

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Dosierungsempfehlungen und Verträglichkeit

Für die sichere Einordnung des Konsums bieten Richtwerte der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Orientierung. Demnach gelten für gesunde Erwachsene Einzeldosen von bis zu 200 Milligramm sowie eine Tagesmenge von bis zu 400 Milligramm Koffein als unbedenklich. Zum Vergleich enthält eine Tasse Filterkaffee (200 Milliliter) rund 90 Milligramm und ein Espresso (60 Milliliter) etwa 80 Milligramm Koffein.

Zur Verträglichkeit merkte der Ernährungsmediziner Matthias Riedl an, dass Kaffee auf nüchternen Magen für die Mehrheit der Menschen unproblematisch sei, da die Magenschleimhaut über Schutzmechanismen verfüge. Vorsicht sei jedoch für drei Gruppen geboten: Personen mit einer genetisch empfindlichen Magenschleimhaut, Raucher sowie ältere Menschen.

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