DDR5-Preisexplosion, Hersteller

DDR5-Preisexplosion: Hersteller fahren DDR4-Produktion wieder hoch

07.06.2026 - 09:41:12 | boerse-global.de

Steigende DDR5-Preise zwingen Mainboard-Hersteller zur Rückkehr zu DDR4. KI-Rechenzentren treiben die Speicherkosten in die Höhe.

DDR5-Preisexplosion: Hersteller reaktivieren DDR4-Produktion
DDR5-Preisexplosion - Close-up of DDR4 RAM sticks, a CPU, and a motherboard, representing rising PC hardware prices and the return of older components. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich mehrere große Hersteller haben auf der Computex 2026 angekündigt, die Produktion von DDR4-Komponenten und passenden Mainboards wieder hochzufahren. Grund ist eine beispiellose Preisexplosion bei modernen Speicherchips, die viele Verbraucher schlicht überfordert.

Rückkehr zur alten Technik

Mindestens zwei namhafte Mainboard-Hersteller planen, ihre DDR4-Plattformen bis weit ins Jahr 2027 hinein zu produzieren. Dafür werden derzeit Fertigungsstraßen umgerüstet, um den älteren Speicherstandard zu bedienen. Der Grund: DDR5-Riegel sind für viele Kunden schlicht unbezahlbar geworden.

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Die Marktentwicklung spricht eine deutliche Sprache. Ein Paar DDR5-Speichermodule kostet inzwischen über 400 Euro – ein Anstieg von rund 100 Euro zu Jahresbeginn. Aber auch DDR4 ist nicht mehr günstig: Die Preise stiegen von etwa 50 auf knapp 200 Euro pro Kit. Immerhin: Wer auf DDR4 setzt, spart noch immer rund die Hälfte.

Allerdings gibt es technische Einschränkungen. Da die begehrten Samsung-B-die-Chips nicht mehr produziert werden, sind neue DDR4-Kits auf Taktfrequenzen von etwa DDR4-3600 begrenzt. Für die meisten Anwender dürfte das jedoch völlig ausreichen.

Die Nachfrage nach alter Technik ist regional unterschiedlich. Während einige europäische Händler einen Trend zu neuen Plattformen beobachten, bleibt DDR4 in preissensiblen Märkten unverzichtbar.

Alte Chips neu aufgelegt

Auch die Chip-Giganten reagieren. AMD bringt den Ryzen 7 5800X3D für die betagte AM4-Plattform zurück – zum Preis von 349 Euro. Der Prozessor soll ab dem 25. Juni wieder im Handel sein. Kein Wunder: Die Modelle Ryzen 5 5500 und Ryzen 7 5800XT gehören weiterhin zu den Bestsellern.

Nvidia hat Berichten zufolge die Produktion der RTX 3060 mit 12 Gigabyte wieder aufgenommen, um den Mittelklasse-Markt zu bedienen. Intel wiederum hält am LGA-1700-Sockel fest, der sowohl DDR4 als auch DDR5 unterstützt.

Doch die Produktion hochzufahren, dauert. Insider rechnen nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2026 mit einer spürbaren Entspannung. Ausreichende Lagerbestände dürften sich erst 2027 einstellen.

KI frisst Speicherkapazitäten

Die Ursache der Misere liegt in einem unerwarteten Bereich: Künstliche Intelligenz. Ein Bündnis aus Telekommunikations-, Auto-, Medizin- und Einzelhandelsverbänden warnte kürzlich in einem Brief an die US-Regierung, dass KI-Rechenzentren einen unverhältnismäßig großen Anteil der Speicherchip-Kapazitäten verschlingen.

Die Zahlen sind alarmierend. Laut Marktforschern von TrendForce stiegen die Vertragspreise für konventionelle DRAM-Chips im ersten Quartal 2026 um 93 bis 98 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Besonders gefräßig: High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Server benötigt etwa dreimal so viel Wafer-Kapazität wie Standard-DDR5. Schon jetzt entfallen rund 30 Prozent der DRAM-Produktion auf HBM – bis 2027 sollen es 40 Prozent sein.

Selbst Apple-Chef Tim Cook klagte zuletzt über deutlich gestiegene Speicherkosten, die das Unternehmen noch bis in den Sommer belasten werden.

Ausblick: Besserung erst 2028?

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SK Hynix will gegensteuern: Der koreanische Hersteller plant, seine DRAM-Wafer-Produktion bis 2030 auf eine Million Einheiten pro Monat zu verdoppeln. Ein Teil dieser Expansion entfällt auf das Werk M15X in Cheongju, das in der zweiten Jahreshälfte 2026 monatlich 40.000 Wafer produzieren soll. AMD wiederum hat sich Lieferzusagen bis 2027 gesichert.

Trotz der Preis-Turbulenzen bringt die Branche neue Hardware auf den Markt. Valve hat eine neue Steam Machine und ein VR-Headset für den Sommer 2026 angekündigt – Preise nannte das Unternehmen allerdings nicht.

Der Gesamtmarkt bleibt verhalten. IDC rechnet damit, dass die PC-Verkäufe 2026 um 20 Prozent einbrechen könnten. Mehrere Branchenquellen gehen davon aus, dass die Engpässe bei DRAM und NAND-Flash die Preise mindestens bis 2028 hochhalten werden.

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