DDR5-9600, Rambus

DDR5-9600: Rambus stellt Speicher für KI-PCs vor

27.05.2026 - 11:19:12 | boerse-global.de

Rambus stellt neuen DDR5-Chipsatz für KI-PCs vor, der Geschwindigkeiten bis 9600 MT/s ermöglicht und Signalverluste minimiert.

DDR5-9600: Rambus stellt Speicher für KI-PCs vor - Foto: über boerse-global.de
DDR5-9600: Rambus stellt Speicher für KI-PCs vor - Foto: über boerse-global.de

Der Speicherhersteller Rambus hat einen neuen Chipsatz vorgestellt, der speziell auf die hohen Bandbreitenanforderungen von KI-PCs zugeschnitten ist. Die DDR5-9600-Komponenten sollen ab sofort die nächste Generation lokaler KI-Verarbeitung ermöglichen.

Die am Dienstag und Mittwoch dieser Woche vorgestellte Lösung umfasst ein komplettes Modul-Set für CUDIMM, CSODIMM und CQDIMM-Speicherriegel. Rambus adressiert damit einen zentralen Engpass in der Hochleistungs-Computing-Welt: die Signalintegrität bei extremen Taktfrequenzen. Während aktuelle DDR5-Module meist bei 6400 MT/s ihre Grenze finden, zielt der neue Chipsatz auf Geschwindigkeiten zwischen 8000 und 9600 MT/s ab.

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Drei Komponenten für die KI-Revolution

Das Herzstück des neuen Systems bildet der Gen2 Client Clock Driver (CKD02). Er sorgt dafür, dass selbst bei hohen Taktfrequenzen keine Signalverluste auftreten – ein Problem, das mit steigender Speichergeschwindigkeit zunimmt. Ergänzt wird der Treiber durch den PMIC5120-Spannungsregler und einen SPD-Hub zur Systemidentifikation.

„Die Entwicklung hin zu sogenannten ‚agentic AI‘-Workloads – also automatisierten Systemen, die eigenständig mehrstufige Aufgaben lösen – erfordert eine völlig neue Speicherarchitektur", erklärte Rambus. Die Chipsätze sind speziell für den Einsatz in KI-optimierten Laptops und Workstations konzipiert.

Marktanalyst Jeff Janukowicz von IDC betonte, dass die Evolution von KI-PCs Speicherlösungen verlange, die sowohl Geschwindigkeit als auch Zuverlässigkeit für komplexe Software-Agenten böten. Rambus liefere mit dem integrierten Ansatz eine schlüsselfertige Lösung für Modulhersteller.

Branche im Wettlauf um Höchstleistungen

Die Ankündigung fällt in eine Zeit rasanter Fortschritte im Speichermarkt. Erst Anfang Mai hatten professionelle Overclocker mit G.SKILL Trident Z5-Modulen einen Weltrekord von 13.322 MHz aufgestellt – ein Beleg für das enorme Potenzial der DDR5-Technologie. Rambus zielt mit seinem Chipsatz allerdings nicht auf Nischenrekorde, sondern auf breite kommerzielle Nutzung.

Parallel dazu treibt Powerchip Semiconductor Manufacturing Corporation (PSMC) eine alternative Lösung voran. Auf der Computex 2026 präsentierte das Unternehmen seinen 3D AI Foundry-Service, der DRAM-Schichten direkt auf Logikprozessoren stapelt. Diese „Wafer-on-Wafer"-Technologie soll die Energieeffizienz um 40 Prozent steigern und die Datenübertragungsrate verdreifachen.

ASUS setzt auf hybride KI-Infrastruktur

Auch die Systemintegratoren ziehen nach. ASUS kündigte am Montag eine hybride Agentic-AI-Architektur an, die in die Produktlinien ExpertBook, ExpertCenter und NUC Einzug hält. Die Technologie nutzt Speichererweiterungslösungen von Phison und intelligentes Routing, um KI-Workloads zu managen. ASUS zufolge lassen sich damit die Inferenzkosten für große Sprachmodelle mit 26 bis 35 Milliarden Parametern um bis zu 70 Prozent senken.

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Engpässe trotz technischer Sprünge

Trotz aller Fortschritte bleibt der globale Speichermarkt angespannt. Micron Technology warnte in einer Mitteilung vom Montag, dass Engpässe bei High Bandwidth Memory (HBM), DRAM und NAND voraussichtlich das gesamte Jahr über anhalten werden. Um gegenzusteuern, hat Micron die Produktion in seiner Fab 6 in Virginia hochgefahren – dort werden nun LPDDR4- und DDR4-Chips im 1?-nm-Verfahren gefertigt, vorrangig für die Automobil-, Industrie- und Verteidigungsbranche.

Die Marktforscher von TrendForce erwarten, dass DDR4 auch 2026 knapp bleibt, da die Hersteller ihre Kapazitäten zunehmend auf die margenstärkeren DDR5- und HBM-Produkte konzentrieren. Der Anteil von DDR4 an der gesamten DRAM-Produktion soll bei Micron bis Jahresende auf nur noch sieben Prozent sinken.

Ausblick: HBM4-Produktion läuft an

Derweil beschleunigt sich der Übergang zu Spezialspeicher für KI. Die Produktion von HBM4 skaliert Berichten zufolge doppelt so schnell wie die der Vorgängergeneration HBM3. Branchenkenner rechnen bereits mit dem Produktionsstart von HBM4E im Jahr 2027 – ein weiterer Sprung in der Bandbreite für KI-Training und Inferenz.

Für den deutschen Markt bedeutet dies: Die nächste Generation von KI-fähigen PCs und Workstations könnte bereits in den kommenden Monaten verfügbar sein. Ob die Hersteller die Nachfrage bedienen können, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell die Produktion der 9600-MT/s-Module hochgefahren wird.

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