DDR4-Speicher: Preise steigen um 4,17% auf 25 US-Dollar
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 17:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Marktforscher TrendForce meldete Ende August 2026 einen weiteren kräftigen Preissprung bei DDR4-Speicherchips: Der Vertragspreis für DDR4 8Gb DRAM stieg im August um 4,17 Prozent auf 25 US-Dollar. Damit liegt der Preis mittlerweile beim 8,6-Fachen des Niveaus von Juni 2016 – ein Anstieg, der die anhaltende Verknappung auf dem globalen Speichermarkt eindrücklich belegt.
Anhaltender Preisaufwärtstrend
Nach Angaben von TrendForce zogen die DDR4-Preise bereits von April 2025 bis Februar 2026 elf Monate in Folge an. Seit April 2026 befinden sie sich erneut im fünften Monat eines ununterbrochenen Anstiegs.
Der Durchschnittspreis für DDR4 8Gb kletterte im August auf 25 US-Dollar, nachdem er im Juli noch bei 24 US-Dollar gelegen hatte – ein Plus von 4,2 Prozent im Monatsvergleich.
Die Marktforscher haben ihre Prognose für die PC-DRAM-Vertragspreise im dritten Quartal spürbar nach oben korrigiert: Statt der zuvor erwarteten 15 bis 20 Prozent rechnet TrendForce nun mit einem Anstieg von 18 bis 23 Prozent im Quartalsvergleich.
Einzelne Lieferanten hätten ihre Preise im August sogar um 23 bis 28 Prozent erhöht. Bereits im zweiten Quartal hatte der DRAM-Markt insgesamt einen Preisanstieg von 45 bis 50 Prozent verzeichnet, wobei sich das Wachstum bei SLC-Speicher im August auf 16 bis 28 Prozent verlangsamte, nach 34 bis 51 Prozent im Juli.
Auch bei Server-Modulen weitete sich der Preisaufschlag von DDR5 gegenüber DDR4 laut TrendForce auf 16 Prozent aus. Für Server-DRAM insgesamt erwartet TrendForce im dritten Quartal 2026 einen Anstieg der Vertragspreise um 13 bis 18 Prozent im Quartalsvergleich.
Hersteller reagieren mit Lagerbildung und Kapazitätsverschiebungen
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PC-Hersteller haben laut Marktbeobachtern bereits reagiert und Lagerbestände für mehr als zehn Wochen gehortet, um sich gegen weitere Preissprünge abzusichern. Ein Analyst geht davon aus, dass die Preise bis zum vierten Quartal weiter steigen werden, allerdings nur noch mit einstelligen Zuwachsraten.
Auf der Angebotsseite prüft Samsung offenbar, Foundry-Produktionslinien am Standort Pyeongtaek auf Speicherfertigung umzustellen, um die Nachfrage besser bedienen zu können.
SK Hynix wiederum erwägt den Bau eines Werks in Japan. Beide Konzerne haben ihre Kapazitäten zudem stark auf den KI-Speichermarkt ausgerichtet: Samsung hat rund 70 Prozent seiner Produktionskapazität bis 2031 über Langzeitvereinbarungen mit NVIDIA, Microsoft und Google gebunden.
Samsungs HBM3E-Speicher wird bereits in großem Volumen an NVIDIA geliefert, der HBM4-Lieferanteil des Konzerns stieg im zweiten Quartal auf rund 35 Prozent, nachdem er im ersten Quartal noch bei rund 5 Prozent gelegen hatte. SK Hynix hält beim HBM-Bit-Anteil einen Marktanteil von rund 62 Prozent.
Auswirkungen auf Endkunden und Ausblick
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NVIDIA warnte vor „extremen“ Speicherkosten, rechnet aber dennoch mit einem Umsatzwachstum von 70 Prozent im Geschäftsjahr 2028 – begrenzt allerdings durch das verfügbare Angebot. Der Vorsitzende von SK Hynix prognostizierte, dass die Speicherknappheit bis 2030 anhalten könnte. Der Marktforscher Omdia geht zudem davon aus, dass Produkte im unteren Preissegment durch die gestiegenen Speicherkosten unrentabel werden könnten.
Die Auswirkungen zeigen sich bereits bei Endgeräten: Samsung erhöhte die Preise für Telefone und Tablets um bis zu 115 US-Dollar. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Speicherknappheit mindestens zwei weitere Jahre andauern wird. Die Investmentbank Goldman Sachs hält trotz der angespannten Marktlage an ihrer Kaufempfehlung für Samsung Electronics und SK Hynix fest.
