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DDG empfiehlt Frauen in der Lebensmitte einen umfassenden Stoffwechsel-Check

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien verbinden ballaststoffreiche Kost und regelmäßige Bewegung mit einem geringeren Typ-2-Diabetes-Risiko, auch bei genetischer Vorbelastung.
Frisches, gesundes Gemüse und Nüsse auf einem rustikalen Holztisch als Symbol für eine gesunde Ernährung. Illustration mit AI erstellt.

Bei einer Vorstufe des Typ-2-Diabetes können eine gezielte Gewichtsreduktion, regelmäßige körperliche Bewegung und eine angepasste Ernährung das Risiko für chronische metabolische Folgeerkrankungen deutlich reduzieren.

Wie die Ärzte Zeitung in einem Bericht Mitte Oktober 2026 hervorhob, sind Lebensstilinterventionen die einzige Maßnahme, die nachweislich auch das Risiko für das gleichzeitige Auftreten mehrerer chronischer Erkrankungen verringern kann. Fachgesellschaften und aktuelle Forschungsarbeiten verdeutlichen die Bedeutung früher Präventionsmaßnahmen im Alltag.

Risikofaktoren in Lebensphasen und gezielte Vorsorge

Einen besonderen Schwerpunkt bei der Früherkennung setzt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). Laut der Fachgesellschaft führen die Wechseljahre zwar nicht unmittelbar zu Typ-2-Diabetes, sie erhöhen jedoch das Erkrankungsrisiko durch Begleiterscheinungen wie eine Zunahme des Bauchfetts, ein Nachlassen der Insulinempfindlichkeit sowie einen Anstieg des Blutdrucks.

Als besonders gefährdet gelten Frauen, die zuvor an einem Schwangerschaftsdiabetes litten, eine frühe Menopause durchlaufen, Übergewicht aufweisen oder eine familiäre Vorbelastung mitbringen.

Die DDG rät Frauen in der Lebensmitte daher zu einem umfassenden Stoffwechsel-Check, der die Untersuchung von Blutzucker-, Blutfett- und Leberwerten sowie die Erfassung von Blutdruck, Körpergewicht und Taillenumfang umfasst.

Zur Vorbeugung empfiehlt die Fachgesellschaft zwei- bis dreimal wöchentliches Krafttraining in Kombination mit Ausdauersport, eine Ernährung mit reichlich Gemüse, Ballaststoffen und pflanzlichen Fetten, die Reduktion von Zucker und Fertigprodukten sowie ausreichend Schlaf und gezieltes Stressmanagement.

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Auch die Leberfunktion spielt eine zentrale Rolle: Ein Gastroenterologe wies Mitte Oktober darauf hin, dass eine Fettleber, von der in Deutschland Millionen Menschen oft unbemerkt betroffen sind, durch strukturierte Maßnahmen innerhalb kurzer Zeit umgekehrt werden kann.

Ballaststoffquellen und Ernährungsmuster

Für eine präventive Ernährung formulieren internationale und nationale Organisationen klare Vorgaben. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät Erwachsenen zu mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag.

Passend zum Welternährungstag am 16. Oktober empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Menschen über zehn Jahren täglich mindestens 400 Gramm beziehungsweise fünf Portionen Obst und Gemüse sowie den vermehrten Verzehr von Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und Samen.

Erwachsene sollten laut WHO die tägliche Salzaufnahme auf unter 5 Gramm begrenzen und freie Zucker auf weniger als 10 Prozent – idealerweise unter 5 Prozent – der Gesamtenergiezufuhr drosseln, was bei einem Richtwert von 2.000 Kilokalorien höchstens 50 beziehungsweise optimalerweise 25 Gramm Zucker entspricht. Landesrat Hubert Messner hob in diesem Zusammenhang hervor, dass ausgewogene und bewusste Entscheidungen im Alltag entscheidend seien.

Dass die Art der Nährstoffe maßgeblich ist, belegt eine in der Fachzeitschrift Diabetes Care publizierte Untersuchung mit fast 200.000 Teilnehmenden über einen Beobachtungszeitraum von 34 Jahren.

Ein hoher Konsum von Getreidefasern senkte das Typ-2-Diabetes-Risiko im Vergleich zur niedrigsten Aufnahme um 23 Prozent, wobei jede zusätzlichen 5 Gramm pro Tag das Risiko um 16 Prozent reduzierten. Ganze Früchte verringerten das Risiko um 18 Prozent beziehungsweise um 14 Prozent je 5 Gramm Mehrverzehr, wohingegen Fruchtsäfte diesen Effekt nicht zeigten.

Bei stärkereichen Gemüsesorten wie Kartoffeln, Süßkartoffeln, Yamswurzeln, Mais und Taro ging die höchste Aufnahme dagegen mit einem um 11 Prozent erhöhten Risiko einher. Als Orientierungswert empfahl eine chinesische Leitlinie aus dem Jahr 2022 täglich 25 bis 36 Gramm Ballaststoffe, darunter 10 bis 20 Gramm lösliche Fasern.

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Einfluss von hochverarbeiteter Nahrung und Bewegung

Große Kohortenanalysen weisen darauf hin, dass ein gesundes Ernährungsmuster langfristige Vorteile bietet. Laut der Global Burden of Disease Study sind weltweit jährlich rund 11 Millionen Todesfälle auf Fehlernährung zurückzuführen.

Eine im Fachjournal Nature Medicine veröffentlichte Langzeitstudie mit über 100.000 Erwachsenen zeigte, dass eine konsequente mediterrane, pflanzenbasierte oder an der MIND-Diät orientierte Kost zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr unabhängig von genetischen Faktoren zu signifikant mehr krankheitsfreien Lebensjahren führte.

Forschende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen um Juliana F. Tavares und Dan Liu wiesen zudem in Nature Communications anhand von Daten aus der Rheinland-Studie mit 6.470 Teilnehmenden und einer Kontrollgruppe aus der EPIC-Potsdam-Studie nach, dass mediterrane, nordische, pflanzenbasierte und DASH-orientierte Ernährungsweisen mit einem langsameren biologischen Altern einhergehen.

Gleichzeitig geraten hochverarbeitete Lebensmittel zunehmend in den Fokus. Etwa die Hälfte des Angebots in deutschen Supermärkten fällt in diese Kategorie.

Eine experimentelle Studie in Nature Metabolism an 57 gesunden Erwachsenen zeigte, dass eine hochverarbeitete Mahlzeit von 300 Kilokalorien trotz vergleichbaren Nährstoffprofils zu einer stärkeren Insulinausschüttung und einer verminderten Kohlenhydratoxidation führte als frisch zubereitete Kost.

Fachleute betonen auf Basis der vier Gruppen umfassenden NOVA-Klassifikation jedoch, dass ein hoher Verarbeitungsgrad nicht pauschal ungesund sei, sondern Inhaltsstoffe und Nährstoffprofile differenziert betrachtet werden müssten; in Beobachtungsstudien zeigten vor allem verarbeitetes Fleisch und gezuckerte Softdrinks klare Risikosteigerungen.

Dass Lebensstilinterventionen selbst bei ungünstigen Voraussetzungen greifen, verdeutlichte eine auf dem EASD-Kongress in Mailand vorgestellte Untersuchung der City University of Hong Kong auf Basis von 57.000 Datensätzen der UK-Biobank. Ein Anstieg hochverarbeiteter Nahrung um jeweils 10 Prozent steigerte das Typ-2-Diabetes-Risiko um 7 Prozent.

Bei Personen mit hoher genetischer Vorbelastung reduzierte ein geringer Konsum das Risiko um 35 Prozent, während 150 Minuten moderate bis intensive Bewegung pro Woche einen Rückgang um 33 Prozent bewirkten. Die Kombination aus beiden Faktoren senkte das Risiko bei hoher Veranlagung um 49 Prozent, bei mittlerer um 70 Prozent und bei niedriger um 59 Prozent.

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