Datenumzug, Android

Datenumzug auf Android: Apps mit mehr als 12 Milliarden Downloads betroffen

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 13:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Updates für sieben Android-Transfer-Apps sind verfügbar; zuvor konnten Angreifer in WLAN-Reichweite Nutzerdaten abfangen oder verändern.
Innenraum eines menschenleeren Elektronikfachgeschäfts mit leeren Präsentationstischen und indirekter Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsforscher der Technischen Universität Graz und des Zentrums für sichere Informationstechnologie Austria (A-SIT) haben gravierende Sicherheitslücken in Datenmigrations-Apps von sieben großen Android-Herstellern identifiziert.

Die Schwachstellen betreffen die Anwendungen Google Android Switch, Samsung Smart Switch, Vivo EasyShare, Xiaomi Mi Mover, Oppo Clone Phone, Huawei Phone Clone sowie Honor Device Clone. Beim Wechsel auf ein neues Smartphone können diese Sicherheitslücken dazu führen, dass vertrauliche Nutzerdaten offengelegt oder manipuliert werden.

Geringer Aufwand für Angreifer im Nahbereich

Nach Angaben der Forscher können Angreifer mit einfacher Hacking-Ausrüstung im Wert von unter 100 Euro Angriffe durchführen, sofern sie sich in WLAN-Reichweite der beteiligten Smartphones befinden. In Innenräumen reiche dafür ein Abstand von rund 20 bis 45 Metern aus.

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Über diese Distanz ließen sich sensible Daten wie SMS-Nachrichten, Kontakte, Fotos, Gesundheitsdaten sowie Passwörter für Apps und WLAN-Netzwerke abfangen und verändern. In einzelnen Fällen war es den Sicherheitsforschern zudem möglich, über manipulierte Anwendungspakete Schadsoftware auf die Geräte einzuschleusen.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden auf der Fachtagung ESORICS 2026 vorgestellt. Die betroffenen Programme sind auf beinahe jedem Smartphone mit Android-Betriebssystem vorinstalliert und verzeichnen zusammen über 12 Milliarden Downloads.

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Durch diese weite Verbreitung stuften die Forscher das Risikopotenzial als erheblich ein. Als besonders gefährdet gelten Mobilfunkgeschäfte und Elektronikmärkte, in denen Kundinnen und Kunden regelmäßig Datenumzüge vor Ort durchführen lassen.

Hersteller stellen Updates bereit

Die Gerätehersteller wurden vorab über die Schwachstellen informiert und bestätigten die Schwere der gemeldeten Sicherheitslücken, unter anderem durch die Einstufung in fünf Sicherheitswarnungen der höchsten Stufe. Die Unternehmen haben daraufhin Patches und Updates für die betroffenen Datenübertragungsprogramme veröffentlicht.

Um sich vor Angriffen zu schützen, raten die Sicherheitsexperten dazu, vor einem Datentransfer zwingend zu überprüfen, ob auf beiden beteiligten Smartphones die aktuellste Anwendungsversion installiert ist. Nutzer sollten vor dem Start eines Umzugs im Play Store nach Aktualisierungen suchen und gegebenenfalls auch verfügbare Betriebssystem-Updates auf beiden Geräten einspielen.

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