Datenplattform für KI: 40.000 Unfallvideos für autonomes Fahren
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die südkoreanischen Unternehmen Socar und Apex Mobility haben ein neues Geschäftsfeld zur Kommerzialisierung von Daten für das autonome Fahren erschlossen. Grundlage der Kooperation sind Fahr- und Unfalldaten aus einem Zeitraum von 15 Jahren, die nun für die Entwicklung von Selbstfahr-Technologien aufbereitet und angeboten werden.
Präsentation auf Branchenmesse in Seoul
Die Partner stellen ihre gemeinsame Lösung auf der 2026 Autonomous Driving Mobility Industry Expo in Seoul vor, die vom 25. bis 27. August stattfindet. Das Vorhaben wird als die größte Datenplattform für autonomes Fahren in Südkorea positioniert. Hinter Apex Mobility steht ein im Mai gegründetes Joint Venture mit dem Unternehmen Krafton, das mit einem Kapital von 150 Milliarden Won, umgerechnet etwa 108,6 Millionen US-Douglas, ausgestattet wurde.
Umfangreiche Datenbasis aus dem Realbetrieb
Die Datengrundlage für das neue Geschäftsmodell stammt primär aus dem laufenden Betrieb von Socar. Das Unternehmen betreibt eine Flotte von 25.000 Fahrzeugen, die zusammen täglich eine Strecke von 1,1 Millionen Kilometern zurücklegen.
Besonders wertvoll für die Entwicklung autonomer Systeme sind die jährlich verarbeiteten 40.000 Unfallvideos sowie rund 220.000 Datensätze zu sogenannten Edge-Cases. Dabei handelt es sich um seltene oder besonders komplexe Verkehrssituationen, die für das Training von Algorithmen unerlässlich sind.
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Um die Datenerfassung weiter zu präzisieren, haben Socar und Apex Mobility einen Prototyp auf Basis des Ioniq 5 entwickelt. Dieses Fahrzeug ist speziell für die Datensammlung konzipiert und verfügt über eine Ausstattung mit Lidar-Sensoren sowie sieben Kameras.
Strategische Ausrichtung und Partnerschaften
Socar-CEO Park Jae-wook verwies auf die hohe Qualität der vorliegenden Informationen und kündigte an, künftig verstärkt Partnerschaften mit Automobilherstellern anzustreben. Die Vermarktung der Datensätze soll dabei hochgradig spezialisiert erfolgen.
Kunden können die Daten nach spezifischen Kriterien wie Regionen oder bestimmten Fahrzeugtypen erwerben, um ihre jeweiligen Systeme zielgerichtet zu optimieren. Durch diesen modularen Ansatz wollen die Unternehmen den spezifischen Anforderungen verschiedener Entwickler von Mobilitätslösungen gerecht werden.
