Datenleck IDScan.net: 153 Millionen Führerscheine im Dark Web
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 23:00 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie US-Bundespolizei FBI hat am 1. September 2026 eine Untersuchung zu einem der mutmaßlich umfangreichsten Datendiebstähle im Bereich der Identitätsverifizierung eingeleitet.
Im Zentrum der Ermittlungen steht der Vorwurf, dass über 153 Millionen US-amerikanische und kanadische Führerscheine sowie Millionen weiterer sensibler Dokumente entwendet und auf einer russischen Cybercrime-Plattform zum Verkauf angeboten wurden. Als wahrscheinliche Quelle des Leaks gilt der Identitätsverifizierungsdienst IDScan.net.
Dimensionen des mutmaßlichen Datendiebstahls
Bereits am 31. August 2026 bot ein Dark-Web-Dienst namens Nexus einen Datensatz an, der exakt 153.347.439 Führerscheine aus den USA und Kanada umfassen soll. Neben diesen Lizenzen stehen laut Berichten vom 2. und 3. September 2026 über 10 Millionen Identitätskarten, mehr als 3 Millionen Reisedokumente sowie 579.000 Krankenversicherungskarten zum Verkauf.
Besonders kritisch bewerten Sicherheitsforscher den Umstand, dass die Daten auch Infrarot- und UV-Scans der Dokumente enthalten. Solche Scans werden üblicherweise eingesetzt, um die Echtheit von Ausweisen in automatisierten Verfahren zu prüfen.
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Ihr Abfluss könnte es Kriminellen ermöglichen, gängige Authentifizierungsverfahren zu umgehen. Inzwischen wurde gemeldet, dass die Plattform Nexus offline gegangen ist, während die Ermittlungen durch das FBI in New Orleans fortgesetzt werden.
Betroffene Prominenz und Sicherheitsrisiken
Das Ausmaß des Vorfalls wird durch die Prominenz einiger Betroffener verdeutlicht. Unter den kompromittierten Dokumenten soll sich auch der Führerschein des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth befinden. Auch der bekannte Sicherheitsforscher Brian Krebs bestätigte, dass er sein eigenes Dokument in dem geleakten Datensatz gefunden habe.
Bedrohungsforscher wie Zach Edwards ordnen den Vorfall als ein Ereignis von beispiellosem Umfang ein, das erhebliche Risiken für die nationale Sicherheit berge. Analysten warnen zudem vor den langfristigen Folgen für den Finanz- und Dienstleistungssektor.
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Die gestohlenen Daten könnten für Identitätssynthese-Betrug, Social Engineering und Angriffe auf Kontenwiederherstellungsprozesse genutzt werden. In diesem Zusammenhang wird betont, dass eine reine Dokumentenverifikation künftig nicht mehr ausreiche und durch verhaltensbasierte Daten sowie Geräte-Intelligenz ergänzt werden müsse.
Reaktionen der betroffenen Unternehmen und Expertenkritik
IDScan.net hat erklärt, dass das Unternehmen mit Hochdruck daran arbeite, das tatsächliche Ausmaß des mutmaßlichen Datenlecks zu verifizieren. Während das Unternehmen die Bestätigung der Sicherheitslücke noch prüft, wird der Vorfall in der Branche bereits als Beleg für die Risiken zentralisierter Datenspeicherung diskutiert.
Kritik an den bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen äußerte unter anderem Erik Voorhees. Er bemängelte die weitreichenden Anforderungen zur Identitätsfeststellung (Know Your Customer, KYC), die Unternehmen dazu verpflichten, große Mengen sensibler Nutzerdaten zu sammeln.
Solche Bestimmungen würden erst die Grundlage für Datensammlungen schaffen, die bei einem Angriff zum Ziel massiver Leaks werden können. Die Ermittlungen des FBI dauern an, um die genauen Hintergründe des Abflusses bei IDScan.net und die Verantwortlichkeiten hinter dem Dienst Nexus zu klären.
