Datenleck IDScan.net: 153 Millionen Führerscheine im Dark Web
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 19:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das FBI-Feldbüro in New Orleans hat Ermittlungen gegen den Identitätsprüfungsanbieter IDScan.net aufgenommen. Hintergrund ist eine schwerwiegende Datenpanne, in deren Folge 153 Millionen US-amerikanische und kanadische Führerscheine im russischen Cybercrime-Forum Exploit sowie über den Dark-Web-Dienst Nexus veröffentlicht wurden.
Umfangreicher Datensatz im Dark Web aufgetaucht
Der über den Dienst Nexus zugängliche Datensatz umfasst neben den 153 Millionen Führerscheinen weitere sensible Dokumente. Berichten zufolge wurden dort 10 Millionen Identitätskarten, 3 Millionen Reisedokumente sowie 579.000 medizinische Karten zum Verkauf angeboten.
Zudem seien 429.000 sogenannte Common Access Cards (CACs) Teil des Leaks, die üblicherweise zur Identifizierung von Militärangehörigen und Regierungsmitarbeitern in den USA genutzt werden.
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Wie die Veröffentlichungen zeigen, befand sich unter den angebotenen Daten auch der Führerschein des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth, der für einen Preis von 100 US-Dollar gelistet worden sei. Die Dynamik des Vorfalls verdeutlichte sich zudem durch einen rapiden Zuwachs an Informationen: Innerhalb eines Zeitraums von nur 24 Stunden seien dem Dienst Nexus 400.000 neue Datensätze hinzugefügt worden.
Hinweise auf betroffene Unternehmen und Zeitstempel
Erste Analysen der Datensätze lassen Rückschlüsse auf den Ursprung der Informationen zu. In den Daten enthaltene Zeitstempel verweisen auf Mietvorgänge beim Autovermieter Hertz.
Die Technologie von IDScan.net wird für die automatisierte Identitätsprüfung eingesetzt und kommt bei verschiedenen namhaften Unternehmen zur Anwendung. Neben Hertz zählen unter anderem die Einzelhandelskette Target und der Logistikkonzern FedEx zu den Nutzern der Systeme.
Nach eigenen Angaben verarbeitet IDScan.net monatlich etwa 21 Millionen Verifizierungen. Das Unternehmen hat inzwischen bestätigt, dass eine interne Untersuchung des Vorfalls eingeleitet wurde, um das Ausmaß und die genaue Ursache der Datenpanne zu klären.
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Ermittlungen und aktuelle Erreichbarkeit
Während das FBI den Fall prüft, gibt es erste Veränderungen im Umfeld der Cyberkriminalität. Der Dark-Web-Dienst Nexus, über den die Dokumente vertrieben wurden, ist nach der Veröffentlichung erster Berichte über den Vorfall offline gegangen.
Die Ermittlungsbehörden in New Orleans koordinieren derzeit die weiteren Schritte, um die Hintergründe der massiven Veröffentlichung nordamerikanischer Identitätsdokumente aufzudecken. Eine offizielle Stellungnahme zu möglichen Tatverdächtigen oder dem genauen Einbruchsweg in die Systeme von IDScan.net liegt bislang nicht vor.
