Datenleck bei Gangnam Unni: 220.000 Nutzer betroffen, medizinische Fotos gestohlen
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 23:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die südkoreanische Schönheits- und Medizinplattform Gangnam Unni, die von dem Unternehmen Healing Paper betrieben wird, hat einen massiven Sicherheitsvorfall gemeldet.
Wie das Unternehmen bestätigte, kam es zu einem unbefugten Zugriff auf Nutzerdaten, von dem insgesamt 219.665 Personen betroffen sind. Der Vorfall gewinnt durch die Art der entwendeten Informationen, die auch medizinische Details und Behandlungsfotos umfassen, an besonderer Brisanz.
API-Schnittstelle als Einfallstor für Angreifer
Nach vorliegenden Berichten wurde das Datenleck durch eine Schwachstelle in einer API-Schnittstelle ermöglicht. Ein erster unbefugter Zugriff auf das System wurde am 4. September 2026 registriert.
Nur einen Tag später, am 5. September, folgte ein zweiter Versuch, in die Systeme der Plattform einzudringen. Der Betreiber reagierte auf den Vorfall mit der Einreichung einer Strafanzeige bei der Polizei, um die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen einzuleiten.
Immer mehr Unternehmen werden Opfer von Cyberangriffen – diese Checkliste hilft Ihnen, es zu verhindern. Experten erklären im kostenlosen E-Book, wie Sie sich proaktiv absichern, bevor es zu spät ist. Proaktiven Schutz vor Cyberangriffen jetzt entdecken
Das Ausmaß des Lecks ist international, da Gangnam Unni über Südkorea hinaus Nutzer in mehreren asiatischen Märkten bedient. Von den insgesamt 219.665 betroffenen Datensätzen entfallen rund 160.000 auf Nutzer aus Südkorea. Zudem sind etwa 48.000 japanische Staatsbürger betroffen.
Weitere betroffene Nutzergruppen verteilen sich auf Taiwan mit 4.218 Personen, Thailand mit 1.591, China mit 481 sowie 5.308 Nutzer aus anderen Regionen.
Sensible medizinische Daten und Fotos entwendet
Die Schwere des Vorfalls ergibt sich insbesondere aus der Sensibilität der betroffenen Datenkategorien. Nach Angaben des Unternehmens umfassen die abgeflossenen Informationen nicht nur Stammdaten wie Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Geburtsdaten, sondern auch geschlechtsspezifische Angaben und Zahlungsinformationen.
Besonders kritisch wird bewertet, dass auch Beratungsdetails, Namen von Kliniken und behandelnden Ärzten sowie tatsächliche Behandlungsfotos Teil des Datenlecks sind. Solche Informationen unterliegen im Bereich der medizinischen Dienstleistungen einem besonders hohen Schutzbedürfnis. CEO Hong Seung-il hat sich öffentlich für den Vorfall entschuldigt und die Verantwortung für die Sicherheitslücke übernommen.
Wer sich mit dem Schutz sensibler Daten befasst, muss auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und neue Bedrohungsszenarien kennen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Risiken Unternehmer jetzt kennen müssen. Kostenlosen Report zu neuen Cyberrisiken anfordern
Behörden prüfen formelle Untersuchung und mögliche Sanktionen
Der Vorfall wurde bereits der südkoreanischen Datenschutzbehörde Personal Information Protection Commission (PIPC) gemeldet. Die Behörde erwägt derzeit die Einleitung einer formellen Untersuchung gegen Healing Paper. Parallel dazu laufen die polizeilichen Ermittlungen, die vom Plattformbetreiber aktiv beantragt wurden.
Die zeitliche Einordnung des Vorfalls ist für das Unternehmen zudem regulatorisch relevant. Am 11. September 2026 tritt in Südkorea ein neues Datenschutzgesetz in Kraft. Dieses sieht deutlich verschärfte Sanktionen für Unternehmen vor, die den Schutz von Nutzerdaten vernachlässigen.
Nach der neuen Rechtslage können Geldbußen in Höhe von bis zu 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängt werden. Ob und inwieweit diese neuen Regelungen auf den aktuellen Fall von Gangnam Unni angewendet werden können, hängt vom Abschluss der behördlichen Prüfungen ab.
