Datenleck, Milliarden

Datenleck: 24 Milliarden Zugangsdaten in ungeschützter Datenbank

18.06.2026 - 10:16:55 | boerse-global.de

Sicherheitsforscher entdecken riesigen Datenpool mit 24 Milliarden Zugangsdaten. Die offene Datenbank enthielt Klartext-Passwörter und E-Mail-Adressen.

24 Milliarden Zugangsdaten: Rekordfund in offener Datenbank
Datenleck - Eine Person mit Kapuzenpullover tippt auf einem Laptop, umgeben von digitalen Datenströmen und Symbolen für Cyberbedrohungen. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Elasticsearch-Cluster war Mitte Juni öffentlich zugänglich und umfasste ein Datenvolumen von 8,3 Terabyte.

Rekordfund bei Cloud-Datenbanken

In der Datenbank lagerten E-Mail-Adressen, Benutzernamen und Passwörter im Klartext sowie dazugehörige URLs. Die Informationen stammen aus mindestens 36 verschiedenen Quellen. Ein erheblicher Teil der Daten – etwa 1,7 Milliarden Einträge – ließ sich Telegram-Kanälen zuordnen, die für den Handel mit gestohlenen Informationen bekannt sind.

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Der Server enthielt unter anderem Daten aus dem Frühjahr 2026 und ist inzwischen nicht mehr erreichbar. Experten warnen: Diese Datenmenge erhöht das Risiko für automatisierte Credential-Stuffing-Angriffe massiv. Dabei versuchen Angreifer, mit bekannten Passwörtern Zugang zu verschiedenen Online-Diensten zu erhalten.

Malware-basierte Datendiebstähle nehmen zu

Parallel zu diesem Fund integrierte der Dienst Have I Been Pwned (HIBP) einen neuen Datensatz: 56,3 Millionen eindeutige E-Mail-Adressen und 124 Millionen Passwörter. Diese Daten stammen nicht aus einem einzelnen Unternehmenseinbruch, sondern aus sogenannten Stealer-Logs.

Die Logs werden von Schadsoftware generiert, die infizierte Computer ausspioniert und lokal gespeicherte Anmeldedaten extrahiert. Betroffen sind vor allem Windows-Systeme von Privatnutzern. Herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen gegen Unternehmens-Breaches helfen hier nicht – die Infektion erfolgt direkt am Endgerät.

Angriffe auf Industrie und Verteidigungssektor

Die Bedrohungslage betrifft auch hochsensible Bereiche. Der Pharmakonzern Novo Nordisk bestätigte einen IT-Sicherheitsvorfall. Die Gruppe FulcrumSec behauptet, rund 1,3 Terabyte an Daten entwendet zu haben – darunter Quellcode-Repositories, Medikamentenstrukturen und Informationen zu klinischen Studien. Das Unternehmen lehnte eine Lösegeldzahlung von 25 Millionen US-Dollar ab.

Eine Schwachstelle bei Fortinet-Firewalls betrifft weltweit rund 75.000 Geräte. Eine russischsprachige Gruppe unternahm über eine Milliarde Versuche, Zugangsdaten aus Konfigurationsdateien zu entwenden. Unter den potenziell betroffenen Organisationen finden sich Samsung, Siemens und Lockheed Martin sowie NATO-Auftragnehmer.

In den USA kompromittierte Infostealer-Malware verstärkt Militärbehörden und Rüstungsbetriebe wie Boeing. Durch den Diebstahl von Zugangsdaten erhalten Angreifer direkten Zugriff auf interne Plattformen wie Jira oder Bitbucket – das verlängert ihre Verweildauer in den Netzwerken.

Neue Methoden zur Umgehung von Sicherheitsvorkehrungen

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Das FBI warnte vor neuen Phishing-Diensten wie Kali365. Diese Plattformen ermöglichen Angreifern gegen eine monatliche Gebühr, die Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA) von Microsoft-365-Konten innerhalb von Sekunden zu umgehen. Dabei werden OAuth-Token gestohlen, die dauerhaften Zugriff auf Outlook, Teams und Cloud-Speicher erlauben.

Im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft beobachten Sicherheitsforscher zudem eine Zunahme betrügerischer Aktivitäten. Seit August 2025 identifizierten sie über 4.000 gefälschte Domains, die auf Ticketbetrug und den Diebstahl von Bankdaten abzielen.

Angesichts dieser Entwicklungen raten Sicherheitsexperten: Verwenden Sie individuelle Passwörter für jeden Dienst und aktivieren Sie die Mehrfaktor-Authentifizierung – auch wenn spezialisierte Angriffe diese zunehmend ins Visier nehmen.

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