Datenleck, Millionen

Datenleck: 153 Millionen Führerscheine im Darknet zum Verkauf

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Darknet-Marktplatz Nexus bot Millionen US- und Kanada-Dokumente an; das FBI prüft eine mögliche Verbindung zu IDScan.net.

Nexus verkauft 153 Millionen Ausweisscans im Darknet
Dunkler Serverraum mit leuchtenden Glasfaserkabeln als Symbol für ein massives Datenleck. Illustration mit AI erstellt.

Der Darknet-Dienst Nexus hat ab dem 31. August 2026 den Verkauf von mehr als 153 Millionen digitalen Scans von Führerscheinen aus den USA und Kanada gestartet. Wie aus Branchenberichten hervorgeht, stellt dieser Vorfall eine der umfangreichsten Veröffentlichungen sensibler Identitätsdaten der letzten Jahre dar. Das illegale Angebot beschränkt sich dabei nicht nur auf Fahrerlaubnisse, sondern umfasst ein weites Spektrum an behördlichen Dokumenten.

Zusätzlich zu den Führerscheindaten wurden über die Plattform 10 Millionen Ausweiskarten, 3 Millionen Reisedokumente sowie 579.000 Gesundheitskarten zum Kauf angeboten.

Analysen des Datenbestands verdeutlichen die Dynamik des Leaks: Demnach wachsen die verfügbaren Informationen täglich um etwa 400.000 neue Datensätze an. Die betroffenen Daten tauchten ursprünglich in einem russischen Cybercrime-Forum auf, was umgehend internationale Aufmerksamkeit erregte.

Ermittlungen gegen ID-Verifizierungsdienst

Im Zentrum der Untersuchungen zur Herkunft der Daten steht der US-amerikanische Identitäts-Verifizierungsdienst IDScan.net. Das FBI in New Orleans hat Ermittlungen aufgenommen, um zu prüfen, ob das Unternehmen der mutmaßliche Ursprung des massiven Datenabflusses ist.

IDScan.net nimmt eine zentrale Rolle im Markt für Identitätsprüfungen ein. Nach eigenen Angaben des Unternehmens werden monatlich rund 21 Millionen Ausweise an etwa 20.000 Standorten überprüft.

Die Ermittler gehen der Frage nach, wie die Scans aus den Systemen eines Dienstleisters, der eigentlich für die Sicherheit von Identitäten zuständig ist, in kriminelle Hände gelangen konnten. Ein solcher Leak bei einem spezialisierten Verifizierungsdienst gilt in der Branche als besonders kritisch, da die dort gespeicherten Daten oft in sehr hoher Qualität vorliegen, um automatische Prüfprozesse zu bestehen.

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Prominente Betroffene und Preisgestaltung

Die Reichweite des Vorfalls wird auch durch die Identität prominenter Opfer unterstrichen. Berichten zufolge listete der Dienst Nexus unter anderem den Führerschein-Scan des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth. Dieser spezifische Datensatz wurde auf der Plattform für einen Preis von 100 US-Dollar zum Kauf angeboten. Der Fall verdeutlicht, dass auch hochrangige Regierungsbeamte von derartigen Sicherheitslücken betroffen sein können.

Experten warnen eindringlich vor der Gefahr des Identitätsbetrugs durch die veröffentlichten Informationen. Da es sich um vollständige Scans offizieller Dokumente handelt, können diese für eine Vielzahl krimineller Aktivitäten genutzt werden. Dazu gehören unter anderem die Eröffnung von Bankkonten unter falschem Namen, der Abschluss von Verträgen oder die Umgehung von Sicherheitsprüfungen bei Online-Diensten.

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Aktueller Status der Plattform

Nachdem das Ausmaß des Datenlecks bekannt wurde, gab es Bewegungen auf der Anbieterseite. Der Dienst Nexus ist inzwischen offline geschaltet worden. Dennoch bleibt die Bedrohungslage für die betroffenen Millionen Bürger bestehen, da bereits verkaufte oder kopierte Datensätze weiterhin im Umlauf sein könnten.

Das FBI untersucht den Fall sowie die Hintergründe der Veröffentlichung auf dem russischen Cybercrime-Forum weiter, um die Verantwortlichen für den Diebstahl und den Vertrieb der sensiblen Dokumente zur Rechenschaft zu ziehen.

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