DataOne-Skandal, Gasturbinen

DataOne-Skandal: 45 Gasturbinen ohne Genehmigung in New Jersey

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 07:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Baustopps und eine Klage setzen DataOne unter Druck. New Jersey verschärft zugleich Vorgaben für Rechenzentren und beendet Steuerhilfen.

DataOne in New Jersey: Streit um illegale Gasturbinen eskaliert
Eine weitläufige Baustelle für ein Rechenzentrum auf einem ehemaligen Golfplatz mit industriellen Gasturbinen unter bewölktem Himmel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) stößt in den USA und international auf zunehmenden Widerstand. Im Zentrum der aktuellen Auseinandersetzungen steht das Projekt DataOne im US-Bundesstaat New Jersey. In der Stadt Vineland wurden jüngst mehrere Baustopp-Anordnungen gegen den Betreiber erlassen, nachdem Vorwürfe über den illegalen Betrieb von Gasturbinen laut wurden.

Das geplante Rechenzentrum, das als eines der größten seiner Art in New Jersey gilt, umfasst eine Fläche von 2,6 Mio. Quadratfuß. Nach Erkenntnissen, die unter anderem durch Wärmebildaufnahmen von Drohnen gestützt werden, sollen 45 von insgesamt 62 installierten Gasturbinen ohne die erforderlichen Genehmigungen betrieben worden sein.

Das New Jersey Department of Environmental Protection (NJ DEP) bestätigte in diesem Zusammenhang, dass für die Anlage keine entsprechenden Zulassungen erteilt wurden oder sich derzeit in der Prüfung befinden.

Massive Kritik an Genehmigungsverfahren und Umweltschutz

Die Anlage befindet sich auf einem ehemaligen Golfplatz, rund 64 km von Philadelphia entfernt und in einer Distanz von nur 1,6 km zu örtlichen Schulen. Der ehemalige Leiter der US-Umweltschutzbehörde EPA, Bruce Buckheit, erklärte, dass der aktuelle Betrieb gegen geltendes Bundesrecht verstoße. Er forderte die Einstellung des Betriebs sowie die Verhängung von Bußgeldern.

Die technischen Daten der Anlage unterstreichen die Dimensionen des Konflikts: Das 350-MW-Rechenzentrum liefert Rechenleistung an Microsoft. Hintergrund ist ein Geschäftsbereich im Rahmen eines 17-Milliarden-Dollar-Deals zwischen Microsoft und dem Unternehmen Nebius.

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Anwohner wie Steve Brown und Michael Gentile haben eine Klage gegen den Betreiber eingereicht, die den Status einer Sammelklage anstrebt. Sie führen eine unerträgliche Lärmbelästigung an. Zudem warnen Gesundheitsexperten vor den Emissionen der Generatoren, die mit Atemwegserkrankungen und Herzinfarkten in Verbindung gebracht werden.

Politische Konsequenzen in New Jersey

Die Kontroversen um DataOne haben bereits zu gesetzgeberischen Konsequenzen auf bundesstaatlicher Ebene geführt. Gouverneurin Mikie Sherrill unterzeichnete eine Neuregelung, die Betreiber von Rechenzentren verpflichtet, alle sechs Monate detaillierte Berichte über ihren Wasser- und Energieverbrauch an die Aufsichtsbehörden zu übermitteln. Mit dem Gesetz wurde zudem ein 500-Millionen-Dollar-Steuergutschriftprogramm für solche Anlagen beendet.

Zusätzlich kündigte die Gouverneurin Leitlinien für Vereinbarungen über Gemeinschaftsleistungen an. In New Jersey haben bereits mehr als drei Dutzend Städte für Blockaden neuer Rechenzentren gestimmt, da Aktivisten ein generelles Moratorium für den Bau solcher Großanlagen fordern.

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Globaler Trend zum Widerstand gegen KI-Infrastruktur

Der Fall in Vineland ist Teil einer Serie von Protesten gegen die KI-Industrie. In Georgia demonstrierten Anwohner gegen das 20 Milliarden Dollar schwere „Project Camellia“ von OpenAI, wobei Bedenken hinsichtlich der Wasser- und Stromversorgung sowie mangelnder Transparenz geäußert wurden. In Virginia wurden in den Städten Chesapeake und Virginia Beach bereits Moratorien verhängt oder Genehmigungsverfahren drastisch verschärft.

Auch international formiert sich Widerstand. Im tasmanischen Bell Bay planen Anwohner eine Berufung vor dem zuständigen Tribunal TASCAT gegen ein 288-MW-Projekt von Firmus Technologies, für die Kosten zwischen 20.000 und 50.000 Dollar veranschlagt werden.

In Danville, Virginia, regt sich Opposition gegen einen Vorschlag von Stack Infrastructure für ein 100-Milliarden-Dollar-Projekt, das auf einer Fläche von 3.500 Acres entstehen soll. Behördenvertreter dort reagierten auf den Widerstand mit dem Vorwurf, die Opposition werde von ausländischen Akteuren beeinflusst.

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