Dataiku, Agent

Dataiku Agent Management: Eigenständiges Produkt startet im Oktober 2026

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 23:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Dataiku ergänzt Cobuild um KI-Werkzeuge und plant ein plattformübergreifendes Agentenmanagement; eine Studie zeigt erhebliche Kontrolllücken.

Dataiku erweitert Cobuild und kündigt Agent Management für Oktober an
Ein minimalistischer, moderner Kontrollraum mit Blick auf eine weitläufige Industrieanlage in der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der Softwareanbieter Dataiku hat seine Plattform Cobuild ausgebaut, um Unternehmen die Erstellung und Wiederverwendung von KI-Assets sowie die Überwachung von Software-Agenten über eine zentrale Oberfläche zu ermöglichen. Mit den Neuerungen reagiert das Unternehmen auf wachsende Herausforderungen bei der Kontrolle und wirtschaftlichen Bewertung autonom agierender Systeme in Unternehmen.

Zu den neu vorgestellten Bausteinen gehört Cobuild Insights, eine Funktion, die Antworten in natürlicher Sprache auf Grundlage verifizierter und gesteuerter Unternehmensdaten liefert. Für Entwickler führt das Unternehmen Dataiku Headless ein.

Diese Schnittstelle erlaubt die Nutzung der Plattform über Programmierassistenten wie Claude Code, OpenAI Codex und Cursor und ermöglicht zudem die Migration bereits bestehender Arbeitsabläufe. Ergänzt wird die Umgebung durch einen universellen KI-Katalog, der geprüfte Datensätze, Modelle, Agenten und semantische Datenmodelle mitsamt lückenloser Datenherkunft erfasst.

Eigenständiges Modul für Agent Management angekündigt

Parallel zum Ausbau von Cobuild kündigte Dataiku das Modul Agent Management als eigenständiges, plattformunabhängiges Produkt an, dessen allgemeine Verfügbarkeit für Oktober 2026 vorgesehen ist. Die zugrunde liegenden Funktionen wurden bereits im März 2026 erstmals vorgestellt.

Das System soll Software-Agenten über Plattformgrenzen hinweg erfassen, überwachen, potenzielle Risiken identifizieren und den erzielten Geschäftswert beziehungsweise den Return on Investment im Vergleich zu früheren menschlichen Arbeitsabläufen bewerten.

Technisch unterstützt Agent Management eine breite Palette von Umgebungen, darunter AWS Bedrock, Databricks Agents, Google Vertex, Microsoft Copilot Studio und Azure Foundry, Salesforce Agentforce, Snowflake Cortex, Dataiku selbst sowie über OpenTelemetry angebundene Eigenentwicklungen.

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Für den Einsatz von Hochrisiko-Agenten führt die Software Prüfprotokolle und dokumentiert Zertifizierungsstatus, Risikofaktoren sowie regelmäßige Wiederholungstests. Preislich setzt Dataiku auf ein Modell aus einer jährlichen Einrichtungsgebühr und einer nutzungsabhängigen Überwachungsgebühr je Agent.

Mangelnde Kontrolle und Budgetrisiken in Unternehmen

Die Notwendigkeit zentraler Kontrollmechanismen unterstreicht eine von Dataiku beauftragte Studie des Meinungsforschungsinstituts The Harris Poll, für die im Juli 2026 insgesamt 685 CIOs in acht Ländern befragt wurden. Laut den Ergebnissen hatten 81 Prozent der IT-Verantwortlichen keine vollständige Übersicht über Agenten, die außerhalb genehmigter Systeme betrieben wurden.

Zudem erklärten 84 Prozent weltweit, dass Beschäftigte Agenten und Anwendungen schneller erstellten, als die IT-Abteilung entsprechende Steuerungsmechanismen etablieren könne; in Großbritannien teilten 87 Prozent der Führungskräfte diese Einschätzung.

Mehr als zwei Drittel der britischen Unternehmen benötigten zudem über 24 Stunden, um einen fehlerhaften Agenten einzudämmen. Dort meldeten 53 Prozent der befragten CIOs bereits einen außer Kontrolle geratenen Agenten mit spürbaren Auswirkungen auf die Verantwortlichen oder die Kundschaft – weltweit lag dieser Wert bei 31 Prozent.

Ebenfalls 53 Prozent der britischen Führungskräfte berichteten von Richtlinienverstößen durch Agenten mit direkten Kundenauswirkungen, während lediglich 49 Prozent einen nachvollziehbaren Prüfpfad für KI-Entscheidungen vorlegen konnten.

Gleichzeitig wächst der Druck auf die Verantwortlichen: 72 Prozent der CIOs weltweit konnten Geschäftsergebnisse von Agenten nicht durchgehend messen, in einer parallelen Abfrage gaben dies 75 Prozent an. Im laufenden Jahr hatten 47 Prozent der befragten IT-Chefs bereits mehr als 20 Agenten wieder abgeschaltet.

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Bei einer Verfehlung der gesetzten KI-Ziele bis Ende 2026 rechneten 81 Prozent weltweit mit Budgetkürzungen oder einem Einfrieren der Mittel. In Großbritannien befürchteten 91 Prozent der CIOs, ihre Position bis Ende 2027 zu verlieren, sollten messbare Erfolge ausbleiben.

Auf der Kundenkonferenz Dataiku Succeed in New York präsentierten unterdessen Anwender wie Perdue Farms, Air Canada, Trane Technologies, Regeneron, Sonos, GE Aerospace und Aviva konkrete Projekte. So bündelte der Finanzdienstleister Aviva über 20.000 Dokumente aus mehr als 3.000 internen Audits in einem zentralen KI-Chatbot.

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