Data, London

Data for London Library: Stadt bündelt rund 20.000 Datensätze

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Innovationsmodell bündelt Londons digitale Infrastruktur, Behördenkooperation, KI und Vertrauen; autonome Fahrzeuge sollen 2026 und 2027 erprobt werden.

London ordnet Digitalstrategie mit vier Ebenen und neuen Tests neu
Moderne Stadtarchitektur aus Glas und Stahl in London bei Dämmerung als Symbol für digitale Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Die britische Hauptstadt richtet ihre Digitalpolitik strategisch neu aus. Londons Chief Digital Officer Theo Blackwell hat ein vierstufiges Modell für städtische Innovationen vorgestellt, das als fester Bestandteil des Londoner Wachstumsplans fungiert.

Wie das Fachportal thinkdigitalpartners.com am 29. September 2026 berichtete, gliedert sich dieser sogenannte Innovationsstapel in vier zentrale Ebenen: Infrastruktur, Kollaboration, Künstliche Intelligenz sowie Vertrauen.

Die Initiative zielt darauf ab, digitale Dienste der Stadtverwaltung zu harmonisieren, technologische Ressourcen effizienter zu bündeln und zukunftsfähige Anwendungen im öffentlichen Raum zu verankern.

Massiver Ausbau der Netze und städtischen Datenbestände

Die Grundlage der städtischen Digitalstrategie bildet eine stark ausgebaute technologische Basis. Die Abdeckung mit Gigabit-fähigen Anschlüssen in der britischen Metropole stieg von 4 Prozent im Jahr 2017 auf mittlerweile 92 Prozent im Jahr 2026. Ergänzt wird diese Netzinfrastruktur durch eine wachsende Rechenkapazität vor Ort: Das Stadtgebiet zählt inzwischen 99 Standorte für Rechenzentren.

Auf der Datenebene setzt die Verwaltung auf eine zentrale Aggregation urbaner Informationen. Die digitale Datenbibliothek der Stadt, bekannt als Data for London Library, umfasst bereits rund 20.000 städtische Datensätze. Dieser Datenpool dient als Fundament für datengestützte Entscheidungen und soll die Entwicklung neuer digitaler Anwendungen erleichtern.

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Zusammenarbeit der Stadtbezirke und Weiterentwicklung von LOTI

Ein wesentlicher Hebel für Effizienzsteigerungen liegt in der überbezirklichen Zusammenarbeit. Die einzelnen Londoner Stadtbezirke wenden pro Jahr jeweils zwischen 7 und 20 Millionen Pfund für standardisierte Basistechnologien auf. Um Doppelstrukturen zu vermeiden und gemeinsame Standards zu schaffen, fungiert das London Office of Technology and Innovation als zentrale Plattform.

Seit seiner Gründung im Jahr 2019 hat das Netzwerk mehr als 60 gemeinsame Projekte umgesetzt. Zudem koordiniert die Organisation ein spezialisiertes KI-Netzwerk, in dem 200 Verwaltungsmitarbeiter und Beamte organisiert sind.

Mit der nächsten Entwicklungsphase, die unter der Bezeichnung LOTI 3.0 firmiert, erhält die Initiative nun eigene Kapazitäten für Forschung und Entwicklung, um neue Technologien schneller in der kommunalen Praxis erproben zu können.

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Zentrale Technologiefunktion und autonome Mobilität

Über die Bezirksebene hinaus erfährt auch die übergeordnete Verwaltungsgemeinschaft eine organisatorische Neuausrichtung. Die Greater London Authority Group etabliert eine zentrale Funktion für Künstliche Intelligenz, Digitales, Daten und Technologie. Diese Stelle soll bereichsübergreifende Initiativen koordinieren und den technologischen Standard der städtischen Behörden sichern.

Im operativen Betrieb greifen öffentliche Institutionen bereits auf moderne Sensorsysteme und autonome Fahrzeuge zurück. So setzen die Verkehrsbehörde Transport for London, die Londoner Feuerwehr sowie die Metropolitan Police zunehmend Drohnen für ihre jeweiligen Aufgaben ein.

Zudem bereitet die Stadt konkrete Testphasen für fahrerlose Mobilität vor: Kommerzielle Pilotprojekte mit selbstfahrenden Fahrzeugen sind für die Jahre 2026 und 2027 geplant. Damit verknüpft London die administrative Modernisierung unmittelbar mit der Erprobung neuer Transportsysteme.

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