DASH-Ernährung, Standardabweichung

DASH-Ernährung: Eine Standardabweichung senkt DunedinPACE um 0,10

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

DZNE-Daten verknüpfen zehn Ernährungsindizes mit epigenetischen Alterungsmarkern; weitere Studien untersuchen Biomarker und Ernährungsqualität.

Gesunde Ernährung steht mit langsamerem biologischem Altern in Verbindung
Eine Schale mit frischem Gemüse auf einer Küchenarbeitsplatte bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Gesunde Ernährungsmuster können den Prozess des biologischen Alterns messbar entschleunigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), die im Fachjournal Nature Communications erschienen ist.

Das Forschungsteam analysierte Daten von rund 7.500 Erwachsenen aus Deutschland und stellte fest, dass zehn etablierte Ernährungsindizes mit langsamer tickenden epigenetischen Uhren in Verbindung stehen.

Epigenetische Uhren und molekulare Pfade

Für die DZNE-Untersuchung wurden Daten von 6.470 Teilnehmenden der Rheinland-Studie mit einem Durchschnittsalter von etwa 56 Jahren (Altersspanne 30 bis 95 Jahre) sowie von 1.034 Personen aus der EPIC-Potsdam-Kohorte ausgewertet.

Die Forschenden um Studienleiterin Monique Breteler und Erstautorin Juliana Tavares analysierten rund 850.000 DNA-Methylierungsstellen und zogen drei etablierte epigenetische Messinstrumente heran: GrimAge, PhenoAge und DunedinPACE.

Untersucht wurden zehn bekannte Ernährungsmaße, darunter die Mittelmeerdiät, DASH, MIND, der AHEI-2010, die nordische Ernährung, der EAT-Lancet-Score, drei pflanzenbasierte Indizes sowie der Dietary Inflammatory Index. Alle zehn Maße wiesen eine signifikante Verbindung mit der Alterungsrate nach DunedinPACE auf.

Die DASH-Diät und das nordische Muster zeigten diesen Zusammenhang über alle drei Uhren hinweg. Ein Anstieg um eine Standardabweichung beim DASH-Score ging mit einer Reduktion um 0,10 Standardabweichungen bei DunedinPACE einher, beim nordischen Index lag die Reduktion bei 0,07 Standardabweichungen. Für den EAT-Lancet-Score ergab sich hingegen keine Assoziation mit GrimAge oder PhenoAge.

Anzeige

Wer sich für den Einfluss der Ernährung auf den Alterungsprozess interessiert, sollte auch seine persönlichen Blutwerte im Blick behalten. Dieser kostenlose Report erklärt, welche Werte für Ihre Gesundheit wirklich entscheidend sind und wie Sie diese richtig interpretieren. Laborwerte-Selbstcheck jetzt kostenlos herunterladen

Da es sich um eine Assoziationsstudie handelt, stuften die Autorinnen die beobachteten Effekte als moderat ein. Zudem teilten die verschiedenen Ernährungsindizes mehr als 70 Prozent ihrer molekularen Signalpfade. Breteler betonte in diesem Zusammenhang, dass es wahrscheinlich nicht die eine einzige korrekte Ernährungsform gebe.

Bemerkenswert war zudem das Profil der Teilnehmenden: Lediglich 18 Personen befanden sich im gesündesten Quartil aller zehn Scores gleichzeitig, 77 erreichten diesen Rang bei mindestens neun Maßen, während 1.212 Teilnehmende im obersten Quartil mindestens eines Musters lagen.

Biomarker und rechnergestützte Diätmuster

Ergänzende Befunde liefert eine Studie des Karolinska Institutet an 1.769 Personen ab 60 Jahren in Stockholm. Dort untersuchten Wissenschaftler drei Ernährungsmuster im Hinblick auf 54 Blut-Biomarker für Stoffwechsel, Entzündungen sowie Gefäß- und Hirngesundheit.

Bei allen drei Qualitätsmaßen traten zwei Marker einheitlich auf: Der Folatspiegel fiel bei gesünderer Ernährung höher aus, während der Biomarker Growth Differentiation Factor-15 niedrigere Werte verzeichnete. Ein entzündungsbezogenes Maß stand zudem mit sechs Markern in Beziehung, die unter anderem Blutzucker, Appetit sowie Leber- und Immunfunktionen abbilden.

Anzeige

Was haben Gelenkschmerzen, Blutzuckerspitzen und die in den Studien untersuchten Entzündungsprozesse gemeinsam? Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie stille Entzündungen durch gezielte Ernährung lindern und Ihre Vitalität steigern können. Gratis-Ratgeber: Entzündungshemmende Ernährung sichern

Ein groß angelegter datenbasierter Ansatz wurde mit dem MYTH-Diet-Score vorgestellt. Auf Basis von 191.689 Personen aus der UK Biobank ermittelte ein maschinelles Lernmodell 18 Lebensmittel, die mit altersbedingter Mortalität assoziiert sind.

Im Vergleich der Quartile wies die Gruppe mit der höchsten Ernährungsqualität eine Hazard Ratio von 0,79 in der britischen Kohorte auf. Höhere Werte korrelierten zudem mit langsameren Protein-Alterungsuhren in Organen wie Lunge, Leber und Arterien sowie einem geringeren Risiko für 15 Alterskrankheiten.

Systemische Reaktionen und Nährstoffzufuhr

Forschungsarbeiten des Pennington Biomedical Research Center beleuchten ergänzend die Rolle von Makronährstoffen. Bei Tieren löst eine Proteinrestriktion Reaktionen aus, die über das Gehirn und das Hormon FGF21 koordiniert werden und Merkmale des Alterns beeinflussen.

Während diese Mechanismen in Tiermodellen gut dokumentiert sind, fehlen entsprechende Humanstudien zur Lebensspanne. Ein Review über rund 350 Studien verdeutlicht, dass eine ausreichende Proteinzufuhr im höheren Alter in Kombination mit Training das Risiko von Sarkopenie mindert, während der Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch gesundheitliche Nachteile mit sich bringt.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70238666 |