Darmmikrobiom: Pentadecansäure halbiert Gefäßplaques im Tierversuch
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 11:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Erforschung des Darmmikrobioms eröffnet neue Perspektiven auf die Entstehung und Beeinflussung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichte Studie der Sun Yat-sen-Universität in Zusammenarbeit mit dem Shenzhen Bay Laboratory untersuchte den Zusammenhang zwischen spezifischen Darmbakterien und atherosklerotischen Veränderungen der Blutgefäße. Im Fokus der wissenschaftlichen Analyse stehen das Bakterium Bacteroides uniformis sowie dessen Stoffwechselprodukt Pentadecansäure.
Bacteroides uniformis und die Regulierung der Blutfette
In ihren Erhebungen stellten die Forschungsteams fest, dass gesunde Probanden eine deutlich höhere Abundanz von Bacteroides uniformis im Darm aufwiesen. Um die physiologische Rolle dieses Bakteriums bei Gefäßveränderungen genauer zu prüfen, führten die Wissenschaftler Untersuchungen an Atherosklerose-Modellmäusen durch, die fettreich ernährt wurden.
Die Verabreichung von aktivem B. uniformis führte bei den Tieren zu messbaren Veränderungen der Blutwerte: Sowohl das Gesamtcholesterin als auch das LDL-Cholesterin im Plasma sanken signifikant. Begleitend dazu verzeichneten die Wissenschaftler eine Verringerung der Aortenplaquefläche, was auf ein verlangsamtes Fortschreiten der Gefäßablagerungen hinweist.
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Pentadecansäure halbiert Plaquelast im Tierversuch
Als zentrales Wirkmolekül hinter den beobachteten Effekten identifizierten die Teams der Sun Yat-sen-Universität und des Shenzhen Bay Laboratory die Pentadecansäure. In gezielten Tierversuchen verringerte die direkte Gabe dieser Fettsäure die atherosklerotische Plaquelast um etwa 50 Prozent.
Auf biochemischer Ebene setzt das Molekül an einem bekannten Mechanismus an: Die Pentadecansäure zielt auf das Schlüsselenzym der hepatischen Cholesterinsynthese in der Leber ab, welches auch der primäre Angriffspunkt von Statinen ist. Damit demonstrieren die Ergebnisse, wie mikrobiell bedingte Stoffwechselprodukte direkt in die körpereigene Cholesterinproduktion eingreifen können.
Alternative Pfade und epidemiologische Bedeutung
Die mikrobielle Beeinflussung von Gefäßveränderungen beschränkt sich nicht allein auf cholesterinsenkende Prozesse. Unter Verweis auf die Fachzeitschrift „Circulation Research“ berichten die Autoren über Versuche mit aktivem Akkermansia (AKK-Bakterien).
Deren Supplementierung verkleinerte die Aortenplaquefläche bei Atherosklerose-Modellmäusen ebenfalls, funktionierte jedoch unabhängig von einer Senkung des Gesamtcholesterins. Dies weist auf das Vorhandensein unterschiedlicher molekularer Schutzmechanismen im Darmmikrobiom hin.
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