Darmmikrobiom: Mayo-Studie findet 341 Bakterienarten bei fünf Krebsgruppen
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 02:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine im Fachjournal Cell veröffentlichte Untersuchung der Mayo Clinic zeigt detaillierte Zusammenhänge zwischen der Zusammensetzung des Darmmikrobioms und verschiedenen Krebsarten auf. Die Forscher analysierten Stuhlproben von 1.364 Krebspatienten an Standorten der Mayo Clinic in Arizona, Florida und Minnesota, die aus 40 US-Bundesstaaten stammten, sowie von 287 Personen ohne Krebsdiagnose.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass mikrobielle Muster nicht nur zwischen unterschiedlichen Tumorarten variieren, sondern sich auch bei früh auftretenden Diagnosen deutlich von später festgestellten Erkrankungen unterscheiden.
Mikrobielle Besonderheiten bei jüngeren Krebspatienten
Besondere Aufmerksamkeit widmet die wissenschaftliche Arbeit Personen im Alter von bis zu 50 Jahren. Bei Darmkrebspatienten dieser jüngeren Altersgruppe stellten die Autoren höhere Laktatwerte sowie ein vermehrtes Auftreten des Bakteriums Veillonella parvula fest. Bei früh auftretendem Brustkrebs in derselben Alterskohorte zeigten sich Veränderungen bei 64 Bakterienarten sowie niedrigere Werte an primären Gallensäuren.
Diese mikrobiellen Profile gewinnen vor dem Hintergrund epidemiologischer Entwicklungen an Relevanz: Nach Erhebungen der American Cancer Society steigt die Darmkrebs-Inzidenz bei den 20- bis 49-Jährigen um 3 Prozent pro Jahr. Bei Brustkrebs verzeichnet die Organisation bei Frauen unter 50 Jahren einen jährlichen Zuwachs von 1,4 Prozent.
Bakterielle Signaturen und prognostische Faktoren
Über Altersgrenzen hinweg brachten die Forscher insgesamt 341 Bakterienarten mit fünf verschiedenen Krebsgruppen in Verbindung. Dabei waren neuroendokrine Tumoren durch den Verlust gesundheitsassoziierter Darmbakterien gekennzeichnet.
Die Mayo-Clinic-Untersuchung im Fachjournal Cell hat 341 Bakterienarten mit fünf Krebsgruppen in Verbindung gebracht — und bei Darmkrebspatienten unter 50 Jahren ein eigenes mikrobielles Profil gefunden. Was das für Ihre eigene Darmgesundheit bedeutet, lässt sich in klare Schritte übersetzen. Kostenlosen Darmgesundheits-Leitfaden anfordern
Bei Leber- und intrahepatischen Gallengangskarzinomen wiesen die Proben vermehrt Enterococcus faecalis auf, während Speiseröhrenkrebs mit sechs Bakterienarten assoziiert war, darunter Vertreter der Gattung Streptococcus.
Darüber hinaus ergaben sich Hinweise auf Zusammenhänge zwischen bestimmten Mikroorganismen und den Überlebenschancen. Bei Patienten mit Leber- und Gallengangskrebs war das Vorhandensein von Bifidobacterium longum mit einem längeren Überleben assoziiert. Im Gegensatz dazu ging der Nachweis von Blautia A massiliensis mit einer kürzeren Überlebensdauer einher.
Zusammenhänge mit Nebenwirkungen von Behandlungen
Die Analyse erstreckte sich zudem auf Wechselwirkungen zwischen dem Mikrobiom und chemotherapeutischen Behandlungen. Bei Patienten, die das Chemotherapeutikum 5-FU erhielten und im weiteren Verlauf an Durchfall litten, identifizierten die Wissenschaftler eine geringere Anzahl bakterieller Abbaugene.
Die Darmkrebs-Inzidenz bei den 20- bis 49-Jährigen steigt nach Erhebungen der American Cancer Society um 3 Prozent pro Jahr. Wer die eigenen Verdauungs-Signale früh einordnen will, findet in diesem Leitfaden eine Checkliste für den nächsten Vorsorge-Termin und einen alltagstauglichen Ernährungsplan für eine vielfältige Darmflora. Checkliste Darmflora und Vorsorge sichern
Diese Gene stammten überwiegend von der Art Anaerostipes hadrus. Bei einer Behandlung mit dem Wirkstoff Carboplatin konnte ein solches Signal nicht festgestellt werden.
