Darmkrebs: Joghurt-Konsum senkt Risiko um 50 Prozent
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 20:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine taiwanesische Studie mit über 9.400 US-Amerikanern ab 50 Jahren zeigt: Wer regelmäßig Joghurt, Probiotika und Präbiotika zu sich nimmt, erkrankt nur halb so häufig an Darmkrebs. Die Rate sank von 2,1 Prozent bei Nicht-Konsumenten auf 1,2 Prozent in der Vergleichsgruppe. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachjournal Nutrition & Diabetes.
Eine weitere Studie aus März 2026 in ScienceDirect bestätigt den Trend: Joghurt-Konsum senkt das Tumorrisiko um 20 bis 40 Prozent – besonders effektiv bei Tumoren im oberen Dickdarmbereich.
Joghurt verlangsamt das biologische Altern
Doch die Wirkung von Joghurt geht über die Krebsprävention hinaus. Forscher der Universität Tokio untersuchten 48 übergewichtige Männer über zwölf Wochen. Das Programm: täglich 100 Gramm Naturjoghurt, Ernährungsumstellung und Bewegung. Ergebnis: Das biologische Alter sank um durchschnittlich 2,2 Prozent – gemessen am DunedinPACE-Marker. Auch ein DNA-Marker für die Nierenfunktion verbesserte sich.
Die Forscher schränken ein: Der Effekt lässt sich nicht allein auf den Joghurt zurückführen, da mehrere Maßnahmen kombiniert wurden.
Proteinhype: Skyr-Absatz steigt um 43 Prozent
Der Trend zu gesunder Ernährung treibt auch die Umsätze. Laut Marktforscher NIQ wuchsen proteinreiche Flüssigmahlzeiten zwischen 2022 und 2024 zweistellig. Besonders Skyr legte zu: Von Februar 2025 bis Februar 2026 stieg der Absatz um 43 Prozent.
Die Schrozberger Milchbauern berichten von einer Verdopplung ihrer Protein-Produktverkäufe binnen zwei Jahren. Lidl und Kaufland reagieren mit breiteren Sortimenten. Branchenkenner warnen jedoch: Zu viel Protein kann auch schaden.
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Freizeitkrankheit: Warum wir im Urlaub krank werden
Ein anderes Phänomen betrifft die Erschöpfung: die sogenannte Freizeitkrankheit (Leisure Sickness). Eine Umfrage unter rund 2.000 deutschen Arbeitnehmern zeigt: 72 Prozent kennen das Problem. Müdigkeit, Erschöpfung und Schlafstörungen treten genau dann auf, wenn der Urlaub beginnt. Jeder Fünfte ist häufig oder immer betroffen.
Der Grund: Ein plötzlicher Abfall der Stresshormone Adrenalin und Cortisol. Besonders junge Menschen leiden: 42,6 Prozent der unter 25-Jährigen fühlen sich verpflichtet, auch in der Freizeit erreichbar zu sein. Zum Vergleich: 2002 waren nur 3 bis 4 Prozent der Arbeitnehmer betroffen.
Chronische Erschöpfung: Versorgungslücke in Bremen
Parallel dazu kritisieren Betroffene von ME/CFS und Long-Covid die mangelnde Versorgung. In Bremen wurde 2024 ein spezialisiertes Behandlernetzwerk eingestellt. Patienten müssen nun weite Wege nach Hannover oder Göttingen auf sich nehmen.
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Darmforschung: Mini-Organe im Labor
Neue Technologien ermöglichen tiefere Einblicke in entzündliche Prozesse im Darm – oft Auslöser für systemische Erschöpfung. Das Wyss Institute in Harvard entwickelte einen „Colon Chip“ aus Zellen von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Ergebnis: Bestimmte Fibroblasten fördern direkt Entzündungen und schwächen die Darmbarriere.
Forscher der Universität Graz um Andreas Koeberle identifizierten zudem Vitamin-E-Metabolite mit entzündungshemmender Wirkung. Im Labor reduzierten sie entzündliche Immunzellen. Diese Erkenntnisse könnten künftig Therapien für Erkrankungen ermöglichen, bei denen Darmgesundheit und chronische Entzündungen das Wohlbefinden beeinträchtigen.
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