Darmkrebs-Früherkennung, FIT-Tests

Darmkrebs-Früherkennung: FIT-Tests senken Risiko über 80%

01.06.2026 - 18:39:54 | boerse-global.de

Sachverständigenrat fordert Lenkungsabgaben auf Tabak und Zucker. Neue Studien belegen Schutzwirkung pflanzlicher Kost gegen Demenz.

Darmkrebs-Früherkennung: FIT-Tests senken Risiko über 80% - Bild: über boerse-global.de
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Der Sachverständigenrat Wirtschaft hat in seinem Frühjahrsgutachten 2025 drastische Maßnahmen gefordert: Lenkungssteuern auf Tabak, Alkohol und stark zuckerhaltige Lebensmittel sowie strengere Werbebeschränkungen. Die Experten sind überzeugt: Reine Aufklärungskampagnen reichen nicht. Nötig sind finanzielle Anreize für gesündere Ernährung – weit über die bisher geplanten Abgaben auf Zuckergetränke hinaus.

Pflanzliche Kost senkt Demenz- und Bluthochdruckrisiko

Die Wissenschaft liefert zunehmend Belege für die Schutzwirkung pflanzlicher Ernährung. Eine im Mai 2026 im Fachjournal Neurology veröffentlichte Studie mit 92.000 Datensätzen zeigt: Eine pflanzenbetonte Kost senkt das Demenzrisiko um sieben Prozent.

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Noch deutlicher fällt der Effekt bei Bluthochdruck aus. Laut einer Untersuchung in BMJ Nutrition Prevention & Health können täglich 170 Gramm Hülsenfrüchte und 60 bis 80 Gramm Soja das Risiko um bis zu 30 Prozent senken. Die Kehrseite: Konservierungsstoffe wie Nitrite und Sorbate erhöhen laut einer französischen Studie mit 112.000 Teilnehmern das Risiko um 29 Prozent.

Doch nicht alle pflanzlichen Produkte sind unbedenklich. Eine Untersuchung von Foodwatch Anfang des Jahres ergab: 43 von 64 getesteten Produkten bei Rewe, Lidl, Aldi und Edeka enthielten nicht zugelassene Pestizide.

Das Mikrobiom als Schlüssel zur Gesundheit

Die Bedeutung der Darmflora für die Gesundheit untermauert ein bemerkenswerter Fall: Eine 117-jährige Frau wies trotz ihres hohen Alters niedrige Entzündungswerte und ein günstiges Blutbild auf. Forscher fanden in ihrem Darm hohe Konzentrationen von Bifidobakterien – zurückgeführt auf den täglichen Verzehr von Joghurt in den letzten zwei Jahrzehnten.

Auch fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut gewinnen in der klinischen Praxis an Bedeutung. Sie fördern die bakterielle Vielfalt und senken Entzündungsmarker. Eine Studie der University of Nottingham zeigte zudem: Täglich 20 Gramm Inulin können Knieschmerzen bei Arthrose lindern.

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Für die Mundgesundheit empfehlen Experten aus Thüringen und mehreren anderen Bundesländern in aktualisierten Leitlinien vom Juni 2026 eine kauintensive Ernährung und Intervallfasten – zur Bekämpfung von Parodontitis.

Neue Medikamente gegen Hepatitis B, Fettleibigkeit und Diabetes

Die Pharmaforschung hat 2026 bedeutende Fortschritte erzielt:

  • Hepatitis B: Eine Kombinationstherapie mit dem Antisense-Oligonukleotid Bepirovirsen erzielte in Phase-3-Studien des New England Journal of Medicine bei rund 20 Prozent der Patienten ohne Leberzirrhose eine funktionelle Heilung. Ein Durchbruch für die weltweit rund 240 Millionen chronisch Infizierten.
  • Adipositas und Diabetes: Der duale GLP-1/GCG-Rezeptor-Agonist Mazdutid (Entwickler: Innovent Biologics und Eli Lilly) zeigte in klinischen Studien signifikante Reduktionen von HbA1c und Körpergewicht.
  • Risiken der GLP-1-Präparate: Eine Warnung im NEJM vom April 2026: Die beliebten Medikamente wie Ozempic und Wegovy könnten bei über 420.000 Menschen Essstörungen auslösen oder verschlimmern. Fachgesellschaften empfehlen daher ein psychologisches Screening vor der Verordnung.

Früherkennung rettet Leben – und schützt vor Fehlinformationen

Die Wirksamkeit der Früherkennung belegt eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) vom Mai 2026: Regelmäßige Stuhltests (FIT) sind bei konsequenter Anwendung fast so effektiv wie Darmspiegelungen. Während Koloskopien alle zehn Jahre empfohlen werden, kann der FIT alle zwei Jahre durchgeführt werden – und das Darmkrebsrisiko um über 80 Prozent senken.

Im Kampf gegen Ernährungsmythen haben Wissenschaftler im Juni 2026 klargestellt: Rapsöl ist unbedenklich. Moderne Sorten enthalten kaum Erucasäure und haben ein günstiges Fettsäureprofil. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigen: Raffiniertes Rapsöl ist zum Braten geeignet und krebserregend – anders als in sozialen Medien behauptet.

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