Darmkrebs-Bluttest, Sensitivität

Darmkrebs-Bluttest: Sensitivität für Vorstufen steigt auf 18,2 Prozent

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die aktualisierte SimpleScreen-CRC-Version erkennt präkanzeröse Läsionen häufiger; ihre regulatorische Zulassung ist noch offen.
Ein modernes medizinisches Labor mit Reagenzgläsern und einer Zentrifuge in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Früherkennung von Darmkrebs mittels blutbasierter Screening-Verfahren verzeichnet methodische Weiterentwicklungen. Das US-Diagnostikunternehmen Freenome (Nasdaq: FRNM) hat neue Validierungsdaten für eine aktualisierte Version seines SimpleScreen-CRC-Bluttests vorgelegt, die auf dem Jahrestreffen des American College of Gastroenterology (ACG) 2026 in Nashville vorgestellt werden.

Das Konferenzprogramm sieht den Vortrag im Rahmen der Plenary Session 4B für den 14.10.2026 zwischen 9:10 und 9:20 Uhr vor. Die Auswertungen liefern Einblicke in die diagnostische Genauigkeit der veränderten Testversion bei der Identifikation von kolorektalen Karzinomen und deren Vorstufen.

Verbesserte Sensitivität bei präkanzerösen Läsionen

Ein zentraler Aspekt der Leistungsdaten betrifft das Erkennen von Krebsstadien und Vorläuferläsionen. Für das kolorektale Karzinom (CRC) weist die Validierungsstudie eine Gesamtsensitivität von 80,4 Prozent bei einer Spezifität von 90 Prozent aus. Diese Kennzahlen wurden nach den Vorgaben des US-Census hinsichtlich Alter und Geschlecht adjustiert.

In der Vorsorgemedizin gilt die Detektion fortgeschrittener präkanzeröser Läsionen (APL) als entscheidender Faktor, da deren Entfernung die Krebsentstehung unterbinden kann.

In der aktuellen Validierungsstudie erzielte die weiterentwickelte Version des Tests bei APL eine Sensitivität von 18,2 Prozent. Dies bedeutet eine Steigerung gegenüber der ursprünglichen PREEMPT-CRC-Studie, in der die Sensitivität für diese Gewebeveränderungen bei 13,7 Prozent gelegen hatte.

Anzeige

Die Früherkennung von Darmkrebs bewegt sich: Ein blutbasierter Screening-Test zeigt in neuen Validierungsdaten eine höhere Sensitivität für Vorstufen — doch was heißt das konkret für Sie? Unser kostenloser Guide ordnet die Zahlen ein und hilft Ihnen, Ihre persönlichen Screening-Optionen ab 45 zu verstehen. Kostenlosen Früherkennungs-Guide anfordern

Noch deutlicher fiel der Zuwachs bei Läsionen mit hochgradiger Dysplasie aus. Für diese Untergruppe beziffern die neuen Daten die Sensitivität auf 41,9 Prozent. Im Rahmen der früheren PREEMPT-CRC-Studie war für denselben Befund eine Sensitivität von 30,5 Prozent erfasst worden.

Markteinführung der Erstgeneration und offener Zulassungsstatus

Die Vorstellung der aktualisierten Daten schließt an eine Reihe regulatorischer und kommerzieller Schritte des Unternehmens an. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte die erste Generation des SimpleScreen-CRC im Juli 2026 zugelassen. Daraufhin erfolgte Ende September 2026 der kommerzielle Start dieser Erstgeneration auf dem US-Markt über den Partner Abbott Cancer Diagnostics.

Anzeige

Viele schieben die Darmspiegelung aus Unbehagen auf — und verlieren wertvolle Jahre, in denen Vorstufen noch entfernt werden könnten. Blutbasierte Tests sind eine Alternative, aber nicht für jeden gleich aussagekräftig. Unser Guide zeigt Ihnen sachlich, welche Option wann zu Ihnen passt. Screening-Optionen jetzt vergleichen

Hinsichtlich der überarbeiteten Version mit den verbesserten Sensitivitätswerten bleibt der regulatorische Zulassungsstatus vorerst unklar. Zudem liegen bislang weder von Freenome noch von Abbott Cancer Diagnostics Verkaufs- oder Umsatzzahlen vor, die Aufschluss über die bisherige Marktakzeptanz der ersten Testgeneration geben könnten.

Wie schnell die aktualisierte Testvariante den Schritt in die klinische Routine vollziehen kann, hängt damit von den künftigen Zulassungsschritten ab.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70294616 |