Darmkrebs bei jungen Erwachsenen: Fälle steigen jährlich um 3,9%
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 16:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ab 2027 sollen Spirituosen wie Wodka, Gin und Whisky sowie Likörweine und Alkopops 20 Prozent teurer werden. Finanzminister Klingbeil begründet den Schritt mit gesundheitspolitischen Zielen. Die jährlichen Mehreinnahmen werden auf rund 455 Millionen Euro geschätzt. Bier und Wein bleiben von der Erhöhung ausgenommen.
Parallel dazu prüft Gesundheitsminister Karl Lauterbach die Abschaffung des begleiteten Trinkens. Bislang dürfen 14-Jährige in Begleitung ihrer Eltern Bier oder Wein konsumieren. Eine Expertenkommission soll bis November 2026 eine Empfehlung vorlegen. Dabei zeigen die Zahlen einen klaren Trend: Der Anteil der 12- bis 15-Jährigen mit Alkoholerfahrung hat sich von 2001 bis 2021 halbiert.
Neue Studien belegen Entzündungsrisiken
Forscher aus Berlin und Würzburg veröffentlichten Ergebnisse im Fachblatt „Cardiovascular Research“. Sie zeigen: Eine eingeschränkte Nierenfunktion kann die Wirkung von Oxalsäure verstärken. Das wiederum löst Entzündungsreaktionen aus, die das Herz schädigen.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) beobachtet einen alarmierenden Trend: Bei 20- bis 39-Jährigen steigt die Darmkrebsinzidenz seit 2003. Besonders betroffen sind junge Erwachsene: Bei den 20- bis 29-Jährigen wachsen die Fallzahlen jährlich um 3,3 Prozent bei Männern und 3,9 Prozent bei Frauen. Die Washington University liefert eine mögliche Erklärung: Die Generation der 1990 bis 1999 Geborenen altert biologisch schneller als die Jahrgänge von 1965 bis 1969.
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Biermarkt schrumpft – alkoholfreie Alternativen boomen
Die deutsche Brauwirtschaft steckt in der Krise. In den ersten fünf Monaten 2026 sank der Bierabsatz um 3,9 Prozent – ein Minus von 1,25 Millionen Hektolitern. Seit Mai 2019 verlor die Branche insgesamt 550 Millionen Liter, ein Rückgang von 18 Prozent.
Warsteiner reagiert mit einem Kapazitätsabbau um ein Drittel und schließt den Standort Herford. Veltins konnte den Ausstoß im ersten Halbjahr 2026 zwar um 1,3 Prozent auf 1,8 Millionen Hektoliter steigern – das liegt aber an Spezialsorten und der Übernahme von Karamalz. Die Kernmarke verlor 4,3 Prozent. Ein Lichtblick: Alkoholfreie Fassbrausen legten bei einzelnen Herstellern um fünf Prozent zu.
Die Clubcommission kritisiert die Steuerpläne scharf. Die zusätzliche Belastung treffe vor allem Gastronomie- und Kulturbetriebe. Branchenvertreter fordern Ausnahmen für Veranstaltungen.
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Gesellschaftlicher Zwiespalt beim Alkoholkonsum
Die gesundheitspolitischen Maßnahmen stoßen auf eine ambivalente öffentliche Haltung. Der „ZDF-Fernsehgarten“ führte zur Jubiläumssaison 2026 ein Alkoholverbot ein. Ganz anders bei „Immer wieder sonntags“: Moderator Stefan Mross verteidigt den Ausschank und bezeichnet sein Format als modernen Frühschoppen.
Die Debatte zeigt: Alkohol bleibt ein gesellschaftlicher Zankapfel. Während die Politik mit Steuern und Verboten steuert, halten viele an traditionellen Konsumgewohnheiten fest. Die Frage ist: Lässt sich Gesundheit per Gesetz verordnen?
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