Darmflora-Therapie: Biomi bekämpft VRE und CPE ohne Antibiotika
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Zunahme von Antibiotikaresistenzen gilt als eine der größten globalen Herausforderungen für das moderne Gesundheitswesen. Da herkömmliche Wirkstoffe gegen bestimmte Erreger zunehmend wirkungslos bleiben, rücken alternative Behandlungsformen in den Fokus der medizinischen Forschung.
Ein vielversprechender Ansatz ist die gezielte Beeinflussung des menschlichen Mikrobioms, um pathogene Keime zu verdrängen. In diesem Kontext hat die klinische Erprobung des probiotischen Therapeutikums BM111 durch das Unternehmen Biomi eine neue Phase erreicht. Anfang September 2026 wurde die Behandlung des ersten Patienten im Rahmen einer klinischen Untersuchung aufgenommen.
Klinische Erprobung zur Dekolonisierung des Darms
Bei BM111 handelt es sich um ein neuartiges Präparat, das auf einer Kombination von vier spezifischen Bakterienstämmen basiert. Die Entwicklung zielt primär auf Patienten ab, die mit multiresistenten Bakterien besiedelt sind.
Im Zentrum der Forschung stehen dabei insbesondere Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) sowie Carbapenemase-bildende Enterobakterien (CPE). Diese Erreger sind in medizinischen Einrichtungen besonders gefürchtet, da sie schwere Infektionen auslösen können, die mit den derzeit verfügbaren Antibiotika nur schwer therapierbar sind.
Die klinische Studie ist darauf ausgelegt, wesentliche Aspekte der Therapie zu evaluieren. Im Vordergrund steht zunächst die Überprüfung der Sicherheit des Präparats bei der Anwendung am Menschen. Ein weiterer zentraler Bestandteil der Untersuchung ist die Wirksamkeit bei der sogenannten Dekolonisierung des Darms.
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Hierbei wird analysiert, inwieweit das probiotische Therapeutikum in der Lage ist, die resistenten Keime innerhalb der Darmflora zu reduzieren oder vollständig zu verdrängen. Eine erfolgreiche Dekolonisierung könnte das Risiko für invasive Infektionen senken und gleichzeitig die Weiterverbreitung dieser Keime in klinischen Umgebungen unterbinden.
Kooperation zwischen Biomi und Celltrion als strategische Basis
Die Entwicklung von BM111 ist in eine langfristige Forschungszusammenarbeit eingebettet. Biomi arbeitet hierfür eng mit dem Partnerunternehmen Celltrion zusammen. Diese gemeinsame Forschungstätigkeit besteht bereits seit dem Jahr 2024. Die Kooperation bündelt die Expertise beider Unternehmen im Bereich der Biotechnologie und der Mikrobiom-Forschung, um neue therapeutische Lösungen gegen multiresistente Erreger zur Marktreife zu führen.
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Branchenexperten betrachten den Einsatz von probiotischen Ansätzen als einen wichtigen Schritt weg von der reinen Bekämpfung durch Antibiotika hin zu einer Wiederherstellung des mikrobiellen Gleichgewichts. Im Gegensatz zu klassischen Antibiotika, die häufig auch nützliche Bakterien der Darmflora angreifen, setzt das Verfahren von Biomi darauf, das Mikrobiom gezielt zu stärken.
Die nun angelaufene klinische Evaluation wird zeigen, inwieweit dieser Ansatz als standardisiertes Verfahren zur Bekämpfung von VRE und CPE etabliert werden kann. Die Ergebnisse dieser Studie könnten maßgebliche Erkenntnisse für die künftige Behandlung von Patienten liefern, für die bisher kaum wirksame Therapieoptionen zur Dekolonisierung existierten.
