Darmflora: Propionsäure steigert MS-Abwehrzellen um 30 Prozent
06.06.2026 - 11:41:45 | boerse-global.de
Aktuelle Studien aus dem Jahr 2026 belegen den massiven Einfluss der Darmflora auf Multiple Sklerose und Krebserkrankungen.
Propionsäure stärkt MS-Abwehr
Eine neue Untersuchung zeigt: Die Supplementierung mit Propionsäure kann die Anzahl der MS-Abwehrzellen um rund 30 Prozent steigern. Parallel dazu rücken Bifidobakterien in den Fokus – sie regulieren offenbar das Immunsystem.
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Fachgesellschaften wie die DGE empfehlen daher mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich. Das fördert eine stabile Darmflora und könnte MS-Patienten helfen.
Doch nicht nur Bakterien spielen eine Rolle. Eine Harvard-Studie mit über zehn Millionen US-Soldaten identifizierte das Epstein-Barr-Virus als wahrscheinliche Voraussetzung für MS-Ausbrüche. Forscher der Charité und des Helmholtz-Zentrums fordern nun eine Klärung der Mechanismen. Impfstoffe gegen EBV gelten als vielversprechende Prävention.
Darmflora beeinflusst Krebstherapien
Rund 70 Prozent aller Immunzellen sitzen im Verdauungstrakt. Kein Wunder also, dass die Darmflora das Ansprechen auf Immuntherapien massiv beeinflusst.
Bereits 2021 belegte eine Studie des MD Anderson Cancer Center: Ballaststoffreiche Ernährung verbessert die Therapieergebnisse bei Melanom-Patienten. Aktuell testen Forscher das Probiotikum CBM588 (Clostridium butyricum) in klinischen Studien – es könnte Krebstherapien verstärken.
Doch nicht alle Mikroorganismen sind hilfreich. Die Medizinische Universität Graz fand bestimmte Archaeen (Methanobrevibacter smithii) häufiger bei Darmkrebs-Patienten. Gleichzeitig arbeiten Forscher der Universität Zürich an fermentiertem Teff-Getreide, um die mikrobielle Vielfalt schon bei Kindern zu fördern.
Lebensstil senkt Sterberisiko um ein Drittel
Das Deutsche Krebsforschungszentrum untersuchte über 6.000 Teilnehmer. Ergebnis: Ein gesunder Lebensstil – Nichtrauchen, Normalgewicht, 150 Minuten Bewegung pro Woche – senkt das Sterberisiko um etwa ein Drittel. Wer auf Tabak verzichtet, halbiert sein Risiko sogar.
Die Ernährung spielt ebenfalls eine Schlüsselrolle. Eine im Juni 2026 veröffentlichte UMH-Studie zeigt: Pflanzenbetonte Kost senkt das Magenkrebsrisiko um 34 Prozent. Hochverarbeitete Lebensmittel erhöhen es dagegen um 27 Prozent.
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Weitere Überraschung: Bereits ein Glas Milch täglich kann das Darmkrebsrisiko um 17 Prozent senken. Alkohol und rotes Fleisch wirken dagegen risikosteigernd.
Früherkennung ab 45 Jahren
Die American Cancer Society hat im Mai 2026 ihre Screening-Richtlinien angepasst: Darmkrebs-Vorsorge beginnt nun ab 45 Jahren. Simulationen des DKFZ zeigen, dass regelmäßige Stuhltests die Sterblichkeit um über 80 Prozent senken könnten – vorausgesetzt, positive Ergebnisse werden durch eine Koloskopie abgeklärt.
Diabetes-Medikamente gegen Krebs?
Der ASCO-Kongress 2026 lieferte eine überraschende Wendung: GLP-1-Rezeptoragonisten – bekannt als Abnehmspritzen – könnten das Metastasierungsrisiko bei Lungen-, Brust- und Darmkrebs um 38 bis 50 Prozent senken. Die Cleveland Clinic präsentierte die Daten.
Und auch Kreatin zeigt Potenzial. Eine UCLA-Studie vom Juni 2026 belegt: Die Substanz steigert die Aktivierung dendritischer Zellen und könnte Krebsimpfstoffe wirksamer machen.
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