Darmbakterien-Marker: KI unterscheidet Demenz-Risiko mit 79 Prozent
10.06.2026 - 12:36:50 | boerse-global.de
Das belegt eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), der University of Wisconsin-Madison und des Unternehmens neotiv.
Die Ergebnisse erschienen heute in der Fachzeitschrift npj digital medicine. 202 Probanden zwischen 52 und 85 Jahren nutzten über sieben bis zwölf Monate alle zwei Wochen eine spezielle App für Gedächtnisaufgaben. 50 von ihnen hatten bereits eine leichte kognitive Beeinträchtigung (MCI).
Die kurzfristigen digitalen Ergebnisse deckten sich mit klinischen Langzeitdaten aus acht Jahren. Das Verfahren könnte klinische Studien beschleunigen und eine engmaschige Überwachung von Patienten ermöglichen.
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Darmbakterien verraten frühe Warnsignale
Auch biochemische Marker rücken in den Fokus. Eine Studie der University of East Anglia untersuchte Blutproben von 150 Erwachsenen über 50 Jahren. Die Ergebnisse wurden am 8. Juni im Journal Gut Microbes veröffentlicht.
Die Forscher identifizierten Stoffwechselprodukte von Darmbakterien im Blut, die als frühe Indikatoren für kognitiven Abbau dienen. Ein KI-Modell unterschied mit 79-prozentiger Genauigkeit zwischen gesunden Personen und Menschen mit leichten Beeinträchtigungen.
Neue Bildgebung verspricht präzisere Diagnosen
Das Universitätsklinikum Würzburg stellte einen neuen PET-Tracer namens [18F]Fluproxadine vor. Die First-in-Human-Studie aus dem Jahr 2026 zeigt eine hochauflösende Darstellung des sympathischen Nervensystems.
Mediziner sehen darin Potenzial für präzisere Diagnosen bei Parkinson oder Alzheimer.
Geschlechtsspezifische Risiken und Prävention
Die NAKO-Gesundheitsstudie der Universität Leipzig wertete Daten von 150.000 Teilnehmern aus. Die Ergebnisse wurden am 8. Juni in Alzheimer's & Dementia veröffentlicht.
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Bei jüngeren Menschen dominieren Rauchen, Bewegungsmangel und Depressionen das Risikoprofil. Im höheren Alter wiegen kardiovaskuläre Probleme schwerer. Eine Analyse der UC San Diego zeigt zudem: Frauen werden stärker von Bluthochdruck und erhöhtem BMI beeinträchtigt.
Registerstudien vom Juni 2026 deuten auf medikamentöse Einflüsse hin. Bei Diabetikern korrelierte die Einnahme von GLP-1-Rezeptor-Agonisten mit geringerem Risiko für kognitiven Abbau. Forscher führen das auf reduzierte Entzündungsmarker zurück.
Eine Kohortenstudie mit über 130.000 Teilnehmern fand zudem einen statistischen Zusammenhang zwischen moderatem Kaffee- und Teekonsum und reduziertem Demenzrisiko. Kausale Rückschlüsse lassen die Beobachtungsdaten jedoch noch nicht zu.
