Dänemark, Office-Pilot

Dänemark stoppt Office-Pilot: 38 Mitarbeiter melden Probleme im Arbeitsalltag

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 19:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Formatierungsfehler und Hürden bei Arbeitsabläufen belasteten den Pilotversuch; ein genereller Abschied von Microsoft ist laut Ministerium nicht beschlossen.
Ein minimalistisch eingerichtetes, helles Büro in einem dänischen Regierungsgebäude mit Blick auf die Stadt. Illustration mit AI erstellt.

In Dänemark hat das Digitalisierungsministerium, das mittlerweile als Forschungs-, Bildungs- und Digitalisierungsministerium firmiert, ein Pilotprojekt zur Erprobung von Collabora Office als Ersatz für Microsoft Office eingestellt.

Im Rahmen des Tests setzten 38 Mitarbeiter die quelloffene Bürosoftware anstelle von Programmen wie Word, PowerPoint und Excel ein, integriert in das Behördensystem F2 des Anbieters cBrain. Hintergrund der Entscheidung waren erhebliche Reibungen bei der Usability sowie innerhalb der alltäglichen Arbeitsabläufe.

Technische Hürden und Formatierungsprobleme im behördlichen Test

Die an dem Testlauf beteiligten Mitarbeiter meldeten eine Reihe praktischer Schwierigkeiten im Arbeitsalltag. Dazu gehörten fehlerhafte Word-Stile, veränderte Absatz- und Textformatierungen sowie unerwartete Zeilenumbrüche und stellenweise zufällig fett gedruckter Text. Zudem fehlte in behördlichen Vorlagen zu Beginn die standardmäßig genutzte Schriftart Georgia.

Auch die gewohnte Funktion zur Nachverfolgung von Änderungen stand den Testern nicht in der vertrauten Form zur Verfügung. Bei manchen Dokumenten aus dem Finanzministerium kam es zu leeren Seiten, und vereinzelt traten Druckprobleme auf.

Anzeige

Warum Millionen Deutsche kein Geld mehr für Microsoft Office ausgeben? Diese kostenlose Alternative bietet alle wichtigen Funktionen für Texte und Tabellen und lässt sich ohne Risiko testen. Kostenloses LibreOffice-Startpaket jetzt sichern

Nachbesserungen von Collabora und ministerielle Klarstellung

Der Softwarehersteller Collabora erklärte, dass eigene Ingenieure anfängliche Fehler rund um das Dokumentenformat OOXML bereits während der Pilotphase auf eigene Kosten behoben hätten. Die im Zusammenspiel mit dem cBrain-System gewonnenen Erfahrungen fließen nach Angaben des Unternehmens in die laufende Zusammenarbeit mit weiteren dänischen Behörden und öffentlichen Einrichtungen ein.

Vonseiten der Politik wurde zugleich betont, dass das Auslaufen des Versuchs keinen grundsätzlichen Richtungswechsel darstellt. Digitalisierungsministerin Caroline Stage Olsen und das Ministerium stellten gegenüber dem dänischen IT-Medium Version2 klar, dass es weder einen Beschluss zum Ausstieg aus Microsoft-Lösungen noch Pläne für einen Wechsel des Betriebssystems von Windows zu Linux gegeben habe. Große Technologiekonzerne würden von der Verwaltung nicht über Nacht abgelöst.

Kritik an fehlender Evaluierung und Branchenperspektiven

Der Abbruch stieß auch auf Widerspruch. Kritiker bemängelten das Fehlen einer ordentlichen Evaluierung nach dem Projektstopp und forderten, die aus dem Vorhaben gezogenen Lehren umfassend zu dokumentieren. Das Fachportal Tom’s Hardware merkte zudem an, es sei unklar geblieben, warum im Rahmen des Versuchs ausschließlich quelloffene Alternativen getestet worden seien.

Anzeige

Wer sich mit dem Umstieg auf quelloffene Software befasst, kann teure Lizenzgebühren sparen und gleichzeitig die volle Kontrolle über seine Dokumente behalten. Dieses Gratis-Paket inklusive Installationsanleitung macht den Wechsel von herkömmlichen Office-Suiten besonders einfach. Hier das kostenlose OpenOffice-Startpaket herunterladen

Branchenbeobachter verwiesen darauf, dass die Ablösung tief verankerter Software-Ökosysteme selten reibungslos verlaufe. Dies gelte insbesondere für Alt-Dokumente, juristische Akten sowie umfangreiche Vorlagen mit strengen Formatierungsvorgaben, die sich häufig nicht sauber übertragen ließen. Quelloffene Alternativen wie LibreOffice hinkten kommerziellen Suiten bei der Nutzererfahrung sowie der Interoperabilität weiterhin hinterher.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70442447 |