Dänemark, Nerzzucht

Dänemark beendet Nerzzucht: Sieben Farmen schließen bis 2029

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 17:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Dänemark will die Nerzhaltung nicht über eine Sonderregelung retten. Die verbliebenen Betriebe erhalten eine Übergangsfrist, bevor die Pelztierzucht endgültig endet.

Das Ende der dänischen Pelzbranche

  • Die dänische Regierung beantragt keine Ausnahme vom EU-Verbot der Nerzhaltung.
  • Das Verbot tritt am 7. August 2027 in Kraft.
  • In Dänemark gibt es inzwischen nur noch sieben Nerzfarmen.
Jahrzehntelang wurden in Dänemark Millionen Nerze in kleinen Käfigen gehalten. (Archivbild) - Bild: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Dänemark beendet Nerzzucht nach Übergangsfrist

Dänemark will die Nerzzucht endgültig beenden und keine Ausnahme vom bevorstehenden EU-Verbot beantragen. Die verbliebenen Pelzfarmen müssen ihre Betriebe nach einer zweijährigen Übergangsfrist spätestens 2029 schließen.

EU-Verbot tritt 2027 in Kraft

Das EU-Verbot der Nerzhaltung tritt nach Angaben der dänischen Regierung am 7. August 2027 in Kraft. Dänemark verzichtet darauf, eine Ausnahmeregelung zu beantragen, die die Vorgängerregierung ursprünglich vorgesehen hatte.

Landwirtschafts- und Tierwohlminister Christian Rabjerg Madsen begründete die Entscheidung mit dem Tierschutz. Ein Wirtschaftszweig solle nicht allein deshalb fortbestehen, weil es ihn schon lange gebe, erklärte der Minister laut Mitteilung.

Nur noch sieben Farmen im Land

Dänemark gehörte früher zu den führenden Ländern der Nerzzucht. Inzwischen gibt es nach der Wiederaufnahme der Zucht im Jahr 2023 nur noch sieben Nerzfarmen.

Folgen der Corona-Keulung

In der Corona-Pandemie hatte Regierungschefin Mette Frederiksen im November 2020 aus Sorge vor einer Mutation des Virus die Tötung von mehr als 15 Millionen Nerzen angeordnet. Später stellte sich heraus, dass der Regierung dafür zunächst die rechtliche Grundlage fehlte.

Die betroffenen Halter mussten entschädigt werden. Die Entscheidung löste eine breite politische Debatte aus; 2023 wurde die Nerzzucht in deutlich kleinerem Umfang wieder aufgenommen.

EU-Regelung setzt den Rahmen

Im Sommer 2025 wurde der Nerz auf die EU-Liste invasiver Arten gesetzt. Dänemark stimmte damals gegen die EU-Verordnung, die die Zucht und Produktion von Nerzen verbietet. Mit dem nun erklärten Verzicht auf eine Ausnahme steht der endgültige Ausstieg fest.

Dänemarks Entscheidung beendet eine Branche, die vor der Corona-Pandemie international eine bedeutende Rolle spielte. Das Land gehörte zu den führenden Nerzproduzenten und exportierte die Pelze vor allem für den Luxusmarkt.

Der politische Kurswechsel steht zugleich im Zusammenhang mit den Folgen der Pandemie. Im November 2020 ordnete die Regierung aus Sorge vor Virusmutationen die Tötung von mehr als 15 Millionen Nerzen an. Später stellte sich heraus, dass dafür zunächst die rechtliche Grundlage fehlte; die betroffenen Halter mussten entschädigt werden.

Vom Wiederaufbau zum Ausstieg

Nach der vorübergehenden Schließung wurde die Zucht 2023 in deutlich kleinerem Umfang wieder aufgenommen. Mit nur noch sieben Farmen ist die Branche inzwischen stark geschrumpft. Die nun beschlossene Übergangsfrist ermöglicht den verbliebenen Betrieben zwar eine geordnete Abwicklung, lässt aber keinen dauerhaften Fortbestand zu.

Für Dänemark bedeutet der Verzicht auf eine Ausnahme vom EU-Verbot, dass nationale Interessen der Züchter nicht weiter gegen den Tierschutz abgewogen werden sollen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher dürfte die Entscheidung vor allem die Verfügbarkeit in Dänemark produzierter Nerzpelze betreffen. Die europäische Regelung setzt zudem einen gemeinsamen Rahmen für den Umgang mit der Zucht von Nerzen.

Stern: „Dänemark verabschiedet sich endgültig von Nerzfarmen“ (23.10.2026)

Der Artikel bestätigt den Verzicht auf eine Sondergenehmigung und nennt August 2029 als Frist für die Abwicklung der Farmen. Zusätzlich hebt er Dänemarks frühere Rolle als weltweit führender Exporteur von Nerzpelzen und China als wichtigsten Abnehmer hervor.

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