CyberWall in Kerala: WhatsApp-Chatbot prüft verdächtige Links und SMS
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 09:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Polizei des indischen Bundesstaats Kerala baut ihre digitale Abwehr gegen Cyberkriminalität aus. Im Zentrum steht der WhatsApp-basierte Chatbot-Dienst CyberWall, den die Behörde bewirbt und der Bürgern helfen soll, verdächtige Links, SMS-Nachrichten und Telefonnummern eigenständig zu überprüfen.
Ziel ist es, Menschen bereits im Vorfeld vor digitalem Betrug zu warnen, bevor finanzieller Schaden entsteht. Laut Berichten soll der KI-gestützte Dienst künftig weiter ausgeweitet werden.
Cyber-Helpdesks in allen Polizeistationen
Parallel zur Werbung für CyberWall hat das Department of Home Affairs in Kerala die landesweite Einrichtung sogenannter Cyber-Helpdesks in sämtlichen Polizeistationen angeordnet. Im Distrikt Kozhikode wird diese Maßnahme bereits umgesetzt. An jedem Helpdesk sollen künftig drei speziell geschulte Polizisten im Einsatz sein, die Aufsicht obliegt den Assistant Commissioners der jeweiligen Cyber-Divisionen.
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Die Helpdesks sollen sich ausschließlich um Opfer von Cyberkriminalität kümmern. Zu ihren Aufgaben zählen die Entgegennahme von Beschwerden, Unterstützung bei Online-Meldungen sowie Auskünfte zum Bearbeitungsstand von Fällen.
Bei Bedarf leiten die Mitarbeiter Betroffene an spezialisierte Stellen weiter, etwa an Cyber-Polizeistationen, die Cyber Cell oder die Hi-Tech Cell. Die Koordinatoren der Helpdesks erhalten dafür eine gesonderte Spezialausbildung.
Neue Trainingsanlage in Thiruvananthapuram geplant
Ergänzend zu den Helpdesks errichtet die Cyber-Einheit der Polizei Kerala eine integrierte Trainingsanlage am Police Training College in Thiruvananthapuram. Laut P Prakash, IGP SCRB und Nodal Officer für CCTNS/ICJS Keralam, soll der Betrieb innerhalb von vier Monaten aufgenommen werden. In der ersten Phase liegt der Schwerpunkt auf Schulungen zu Cybersicherheit und zur Ermittlung bei Cybercrime-Fällen.
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Die geplante Cyber-Range der Anlage soll bis zu 200 Beamte gleichzeitig aufnehmen können und verfügt über mehr als 300 virtuelle Maschinen sowie über 100 Cyber-Szenarien für praxisnahe Übungen. Vermittelt werden sollen dabei unter anderem Angriffssimulationen, Incident Response, Malware-Analyse, digitale Forensik und Cyber-Krisenmanagement.
Technisch soll die Anlage mit KI- und ML-gestützter Threat-Analytics ausgestattet werden, ergänzt um eine Threat-Intelligence-Plattform, eine Malware-Sandbox sowie Software für Forensik, Incident- und Beweismanagement. Das zugrunde liegende Projekt umfasst neben Installation und Integration auch die Inbetriebnahme, Schulungsmaßnahmen und einen technischen Support über fünf Jahre. Prakash zufolge ist zudem eine spätere Erweiterung des Trainingsangebots auf Zivilisten denkbar.
Bündelung mehrerer Maßnahmen
Mit CyberWall, den flächendeckenden Cyber-Helpdesks und der geplanten Trainingsanlage verfolgt die Polizei Kerala einen mehrgleisigen Ansatz: Prävention über den Chatbot für die breite Bevölkerung, direkte Betreuung von Betroffenen vor Ort und der Aufbau von Fachpersonal für komplexere Ermittlungsfälle.
Die einzelnen Bausteine befinden sich in unterschiedlichen Umsetzungsstadien – während die Helpdesks in Kozhikode bereits eingerichtet werden, steht die Trainingsanlage in Thiruvananthapuram noch am Anfang der Planungsphase.
