Cybersicherheit, Deepfake-Erkennungsrisiko

Cybersicherheit: 90 Prozent unterschätzen Deepfake-Erkennungsrisiko

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 04:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PhishByte meldet mehr KI-Bedrohungen und hohe Schäden durch Betrug. Eine Studie zeigt zudem die große Lücke bei der Deepfake-Erkennung.

PhishByte warnt: KI-Phishing überfordert klassische Schutzsysteme
Ein dunkler, moderner Büroraum mit leeren, ausgeschalteten Monitoren und verschwommenen Server-Racks im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Das auf Cybersicherheit spezialisierte Unternehmen PhishByte warnt vor einer neuen Qualität digitaler Angriffe. Durch den Einsatz generativer künstlicher Intelligenz erstellte Phishing-Attacken seien mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sie traditionelle Erkennungsmethoden zunehmend wirkungslos machen. Dies geht aus einem Bericht des Branchenportals securitybrief.com.au hervor.

Sicherheitsmechanismen, die primär auf typische sprachliche Fehler, verdächtige Formatierungen oder bekannte Textmuster abzielten, gerieten angesichts hochentwickelter KI-Modelle an ihre Grenzen.

Zunahme von KI-Bedrohungen und wachsende finanzielle Schäden

Die Tragweite dieser Entwicklung verdeutlichen aktuelle Zahlen aus dem ozeanischen Raum. Nach Angaben von PhishByte haben sich die durch künstliche Intelligenz gestützten Bedrohungen in Australien und Neuseeland im Jahr 2025 verdoppelt. Cyberkriminelle nutzen die Technologie, um betrügerische Kommunikation täuschend echt an den Stil legitimer Organisationen oder Führungskräfte anzupassen.

Die materiellen Folgen solcher Angriffe sind beträchtlich. Australische Unternehmen verloren im Jahr 2025 insgesamt 166,8 Millionen Australische Dollar durch betrügerische Zahlungsweiterleitungen. Bei dieser als Payment-Redirection-Fraud bekannten Masche manipulieren Angreifer Rechnungen oder Kontoverbindungen, um Überweisungen auf kriminelle Konten umzuleiten.

Auch kleinere Betriebe sind stark betroffen: Für australische Kleinunternehmen beläuft sich der durchschnittliche Schaden eines Cybervorfalls auf 56.600 Australische Dollar, was für viele von ihnen eine erhebliche geschäftliche Belastung darstellt.

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Deepfake-Risiken und Fehleinschätzung bei der Erkennung

Neben manipulierten Textnachrichten und E-Mails stellt der Einsatz audiovisueller Täuschungen ein wachsendes Risiko für Organisationen dar. Wie gravierend die Konsequenzen sein können, zeigt ein spektakulärer Vorfall in Hongkong: Dort zahlte ein Finanzmitarbeiter 25 Millionen US-Dollar aus, nachdem er an einer Videokonferenz teilgenommen hatte, bei der Deepfake-Technologie eingesetzt worden war. Die Kriminellen hatten dabei digitale Abbilder von Kollegen und Vorgesetzten generiert, um die Transaktion zu autorisieren.

Dass die Gefahr von gefälschten Medien im geschäftlichen Alltag oft unterschätzt wird, belegt eine gemeinsame Untersuchung der Commonwealth Bank of Australia und der University of New South Wales. Laut der CBA/UNSW-Studie glauben 90 Prozent der Befragten, Deepfakes erkennen zu können. In der Praxis gelang dies tatsächlich jedoch nur 42 Prozent.

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Diese Diskrepanz zwischen wahrgenommener und realer Erkennungsfähigkeit verschärft die Bedrohungslage für Organisationen. Wenn herkömmliche technische Filter versagen und das Vertrauen in die eigene Urteilskraft trügt, steigt die Verwundbarkeit für Angriffe, die auf generativer künstlicher Intelligenz basieren.

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