Cybersecurity: 52,4 Milliarden gestohlene Cookies ermöglichen Account-Hijacking
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 16:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die globale IT-Sicherheitslage wird zunehmend durch den organisierten Missbrauch von Browser-Cookies bedroht. Aktuelle Berichte zeigen, dass Milliarden gestohlener Datensätze es Angreifern ermöglichen, herkömmliche Authentifizierungsverfahren zu umgehen und fremde Benutzerkonten zu übernehmen. Dieses sogenannte Account-Hijacking führt zu direkten finanziellen Schäden. Unter anderem wurden Fälle bekannt, in denen Kriminelle unautorisierte Euro-Beträge über kompromittierte Konten bei KI-Dienstleistern abbuchten.
Globale Dimensionen des Datendiebstahls
Eine Untersuchung von NordVPN, die über einen Zeitraum von 12 Monaten durchgeführt wurde, verdeutlicht das massive Ausmaß dieser Sicherheitskrise. Demnach wurden weltweit 52,4 Milliarden gestohlene Browser-Cookies identifiziert. Die Relevanz dieser Datenquelle für Cyberkriminelle ist signifikant gestiegen: Die Anzahl der entwendeten Cookie-Datensätze übersteigt die Menge der gestohlenen Passwörter, Dateien und Zahlungsdaten in der Kombination um das 4,6-fache.
Cookies werden von Browsern genutzt, um Sitzungsinformationen zu speichern. Gelangen diese in die Hände von Unbefugten, können sie genutzt werden, um aktive Logins vorzutäuschen. Dadurch erlangen Angreifer Zugriff auf private Profile und Unternehmenszugänge, ohne die entsprechenden Passwörter kennen zu müssen.
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Die geografische Analyse der Daten zeigt deutliche Schwerpunkte. Indien verzeichnet mit 4,68 Milliarden gestohlenen Cookies die weltweit höchste Fallzahl. Auf den weiteren Plätzen folgen Brasilien und die USA. In Australien wurden laut der Untersuchung 231 Millionen gestohlene Cookies registriert, was das Land auf Platz 34 der globalen Statistik setzt.
Sicherheitssoftware bietet keinen garantierten Schutz
Ein beunruhigendes Ergebnis der vorliegenden Daten betrifft die Wirksamkeit technischer Schutzmaßnahmen auf den Endgeräten der Nutzer. In über 96 % der Fälle, in denen Geräte infiziert wurden, war eine aktive Sicherheitssoftware installiert. Dies verdeutlicht, dass herkömmliche Schutzprogramme oft nicht ausreichen, um spezialisierte Malware am Auslesen der Browser-Daten zu hindern.
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Die Angriffe betreffen nahezu alle großen digitalen Ökosysteme und Plattformen. Zu den am häufigsten betroffenen Diensten gehören Google, Facebook und Microsoft. Auch im Bereich Social Media und Streaming sind namhafte Plattformen wie Twitch, Netflix und YouTube Ziel der Datendiebe.
Da Cookies oft langlebige Sitzungen autorisieren, bleibt das Risiko für Nutzer auch nach einer Änderung des Passworts bestehen, sofern die betroffenen Sitzungscookies nicht für ungültig erklärt werden. Experten beobachten, dass die Professionalisierung des Handels mit diesen Datensätzen im Internet die Hürden für Account-Hijacking weiter senkt und damit die Gefahr unbefugter Transaktionen, wie sie im Bereich der KI-Konten festgestellt wurden, verschärft.
