Cyberkriminalität, Indische

Cyberkriminalität: Indische Polizei zerschlägt Betrugsnetzwerk mit 28 Mio. Euro

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 14:07 Uhr, Redaktion boerse-global.de

US-Justiz beantragt Einstellung gegen BitClub-Drahtzieher. Indische Polizei zerschlägt zeitgleich Millionen-Betrugsnetzwerk.

BitClub-Verfahren eingestellt: Neue Betrugsfälle in Indien
Verschwommene Figur im Anzug in einem High-Tech-Büro, mit digitalem Kryptowährungsdiagramm, das einen Abwärtstrend zeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der 44-Jährige galt als Drahtzieher des BitClub Network, eines angeblichen Kryptowährungs-Ponzi-Schemas im Volumen von 722 Millionen Euro. Der Antrag auf Einstellung mit endgültiger Wirkung kommt wenige Monate vor dem für Oktober 2026 geplanten Prozess.

Abruptes Ende eines Mammutverfahrens

Das BitClub Network operierte zwischen 2014 und 2019 und versprach Anlegern hohe Renditen aus Krypto-Mining-Pools. Goettsche war 2019 angeklagt worden – wegen Drahtbetrugs und des Verkaufs nicht registrierter Wertpapiere. Drei seiner Mitangeklagten haben bereits ein Geständnis abgelegt. Die jüngste Verfügung des US-Justizministeriums beendet nun die Verfolgung des Hauptverdächtigen. Warum die Anklage fallen gelassen wird, blieb zunächst offen.

Indische Polizei zerschlägt riesiges Betrugsnetzwerk

Parallel zu den Entwicklungen in den USA hat die indische Polizei einen Großschlag gegen Cyberkriminalität geführt. Im Rahmen der Aktion „Operation Mule Hunt 2.0“ nahm die Kriminalpolizei von Gujarat am 11. Juli 2026 insgesamt 19 Personen fest. Das Netzwerk soll mehr als 250 Crore Rupien (rund 28 Millionen Euro) über Scheinkonten in 21 Bundesstaaten geschleust haben.

Die Ermittler deckten auf, dass die Bande Firmenkonten mit Sammelüberweisungsfunktionen nutzte, um Geld rasch zu verschieben. Unter den Festgenommenen befinden sich sieben Bewohner aus Surat, die über Briefkastenfirmen 116 Crore Rupien umleiteten. Eine weitere Gruppe von sechs Personen soll Fernwartungssoftware eingesetzt haben, um Konten zu verwalten. Die Behörden vermuten Verbindungen nach Dubai.

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Senioren und Fachleute im Visier von Anlagebetrügern

Die indischen Regionalbehörden haben in dieser Woche zudem mehrere spektakuläre Einzelfälle registriert. In Gwalior erstattete der 70-jährige Wirtschaftsprüfer Ashok Vijayvargiya

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Er verlor umgerechnet rund 2,4 Millionen Euro in einem Krypto-Anlagebetrug. Der Schwindel begann im Dezember 2025 mit einer WhatsApp-Nachricht eines angeblichen Anlageberaters. Das Opfer wurde in den handel mit USDT auf einer betrügerischen Plattform gelockt.

Das Portal zeigte dem Mann fiktive Gewinne von rund 3,8 Millionen Euro an. Um das Geld abzuheben, sollte er angeblich noch 1,2 Millionen Euro Steuern zahlen. Nach der Anzeige am 11. Juli 2026 durchsucht die Polizei nun 20 Bankkonten und mehrere Handynummern, die mit dem Netzwerk in Verbindung stehen.

In Bilaspur nahm die Polizei am selben Tag Verdächtige fest, die im Frühjahr eine 82-jährige Frau mit einem sogenannten digitalen Verhaftungsschwindel um umgerechnet rund 120.000 Euro gebracht hatten.

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US-Behörden beschlagnahmen Luxusgüter

Auch die US-Behörden bleiben in anderen Millionenverfahren aktiv. Christopher Alexander Delgado, Betreiber von Goliath Ventures, muss nach einem mutmaßlichen Ponzi-Schema über 250 Millionen Euro Vermögenswerte abgeben. Eine Zivilklage aus Florida vom Mai 2026 verlangt die Herausgabe von elf Luxusfahrzeugen, 30 hochwertigen Uhren, 50 Designertaschen und sieben Immobilien. Das Strafverfahren gegen Delgado läuft seit März 2026.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat zudem Anklage gegen den Texaner Nathan Fuller erhoben. Ihm wird vorgeworfen, mit angeblich KI-gesteuerten Handelsrobotern rund 150 Anleger um umgerechnet 12,3 Millionen Euro betrogen zu haben.

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